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Hyundai i40 SW

Mind-Blower?

Nein, er ist kein Mind-Blower, der Hyundai i40. Dafür ist er schlicht zu: normal. 1,7 Liter grosser Diesel unter der Haube, 141PS, dazu ein Doppelkupplungsgetriebe mit sieben Gängen – das zieht die Wurst nicht vom Teller. Hättet halt einen anderen Motor bestellen müssen mögen einige jetzt denken. Geht nicht, antworten wir, denn seit dem Facelift gibt es den i40 Wagon nur mit diesem einen Antrieb Wobei, das stimmt nicht ganz. Denselben Motor gibt es noch mit 115 PS. Das haben wir uns dann doch nicht angetan.

Die Koreaner mögen es offenbar pragmatisch. Was nichts daran ändert, dass der frische i40 eine sehr gute Figur macht. Er sieht schon sehr schnittig und doch elegant aus, sicher optisch einer der gelungensten Kombis aus Fernost. Nur 147 cm hoch ist der Wagon was zusammen mit der Länge von 477 cm und der Breite von 181 den Wagen ziemlich sportlich aussehen lässt. Das Rezept ist ja bekannt, weniger Höhe bringt optisch mehr Dynamik, weniger Luftwiderstand (jedenfalls in den meisten Fällen) und eine hohe Gürtellinie. Das ist ja alles prima, aber es soll nicht verschwiegen werden, dass dies auch Nachteile mit sich bringt. So werden die Fensterflächen beispielsweise ziemlich klein, was der Rundumsicht nicht gerade zuträglich ist. Und auch mit der Kopffreiheit ist es nicht sonderlich weit her. Zumindest bei unserem Testwagen in der Topversion Vertex. Denn die hat ein elektrisches Glasschiebedach an Bord, welches den Kopfraum zusätzlich einschränkt. Menschen mit einer Körpergrösse über 185 cm sollten deshalb genau austesten, ob sie eine angenehme Sitzposition finden.

Das positive an der Topversion ist natürlich, dass sie eigentlich alles schon mit an Bord hat, was auf der Aufpreisliste steht. Für 37990 Franken bekommt man also einen Kombi dem es an nichts fehlt, ausser vielleicht etwas Elan. Doch dazu später mehr. Innen ist der Kombi aus Korea mittlerweile richtig fein gemacht. Die Verarbeitung ist auf hohem Niveau, oder es mit den Worten von Dr. Hackenberg zu sagen: da scheppert nix…

Ja, beheizte und belüftete Sitze gibt es bei einigen Herstellern in dieser Fahrzeugklasse nicht einmal gegen Aufpreis. Genauso wenig wie ein schnell agierendes Navigationssystem, dass erst noch einfach zu bedienen ist. Hyundai ist vielleicht nicht der grosse Technologieführer in diesem Bereich, aber man ist auf Augenhöhe mit den Grossen im Infotainmentbereich. Das sieht man zum Beispiel auch an der guten Rückfahrkamera, die auch in der Dämmerung noch ein gutes Bild liefert. Und ja, bei einem Kombi wichtig ist natürlich der Laderaum. Als Fünfsitzer passen maximal 553 Liter hinter die Fondsitze. Klappt man die Rückenlehnen ab, sind es 1720 Liter. Ein durchaus ansehnlicher Wert und die trotz der geringen Fahrzeughöhe. Dazu gibts ein einfaches aber effektives System zur Ladungssicherung und eine angenehm tief liegende Ladekante. Kombi kann man also bei Hyundai.

Zeit, auch etwas über die Fahreigenschaften zu sagen. Die sind, unspektakulär. Das ist sehr wahrscheinlich so gewollt, aber der i40 Wagon berührt das Fahrerherz etwa so wie sich der Fussballfan an einem Einshockeyspiel erfreut… Klar, es fährt, aber die emotionale Optik mag der Antrieb und das Fahrwerkssetup nicht zu unterstreichen. Der kleine Vierzylinder-Diesel wird ziemlich laut, wenn man ihm tatsächlich 141 PS abverlangt. Klar sind 280 Nm maximales Drehmoment für einen 1700er-Motor ein anständiger Wert, aber begeisternd ist anders. Kommt dazu, dass das Doppelkupplungsgetriebe nicht auf dem Stand anderer Hersteller ist. Ein gesunde Portion Anfahrverzögerung animiert den Fahrer, noch mehr aufs Gaspedal zu drücken. Was wiederum die Vorderräder dazu animiert, trotz 225er-Reifen den Halt zu verlieren. Man muss sich wirklich erst an die Kupplung gewöhnen, beeinflusssen kann man es ja nicht. Der i40 ist dafür ein wunderbarer Gleiter. Einmal in Schwung kann man stundenlang über Schweizer Autobahnen tuckern, die bequemen Sitze und die auf Komfort ausgelegte Federung machen es möglich.

Und weil man meist völlig entspannt fährt, kann sich auch der Dieselverbrauch sehen lassen. 5,0 Liter pro 100 Kilometer versprechen die Koreaner im Schnitt. Wir kamen zwar nicht ganz an diesen Wert heran, aber 5,9 L/100 km sind auch sehr okay. Das Paket stimmt also, schade nur, dass es an der Emotionalität fehlt. Die Hülle verspricht mehr, als drinsteckt. Doch das gilt nur für die Fahrdynamik, der Rest kann sich mit den Konkurrenten aus Europa durchaus messen.

Mehr Hyundai gibts im Archiv.

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