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Citroën Visa Lotus

Indecent Proposal

Wie genau Citroën und Lotus zusammen gekommen sind, das ist irgendwie nicht mehr bekannt. Und warum genau, das weiss man auch nicht so recht. Wahrscheinlich lag es am im März 1980 vorgestellten Renault 5 Turbo, diesem so scharfen Mittelmotor-Gerät auf Basis des R5, wahrscheinlich wollte Citroën auch so etwas haben auf Basis des Visa. Dieser, ab 1978 gebaut und eigentlich als Nachfolger des 2CV gedacht, verkaufte sich nicht ganz so flott wie von Citroën geplant, wahrscheinlich sollte ihm eine Sport-Variante ein wenig auf die Sprünge helfen.

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Doch was Lotus aus dem Fahrzeug machte, das in seiner Basis-Version mit einem modifizierten 2-Zylinder-Boxer aus dem 2CV ausgerüstet war (652 cm3, 35 PS), war dann doch erstaunlich. Es war nicht einfach ein Tuning oder ein fetterer Motor, überhaupt nicht – Lotus nahm einen Esprit und bastelte eine Kunststoff-Karosserie darüber, die irgendwie entfernt so ein ganz klein wenig nach Citroën Visa aussah. Sprich: 2,2-Liter-Mittelmotor, 210 PS – das sah der Renault mit seinen 160 Pferdchen aus dem 1,4-Liter-Turbo ziemlich alt aus. Mindestens zwei Prototypen wurden gebaut, einer steht im Conservatoire von Citroën (zu erkennen an den Doppelscheinwerfern; das Bild oben ist von Lotus und zeigt die erste Variante). Geschaltet wurde übrigens über das manuelle 5-Gang-Getriebe aus dem SM.

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Und ja, man hat ihn auch noch getestet. Anscheinend glaubte man, zumindest kurz, ernsthaft daran, das Teil wie den Renault auch auf die Rallye-Pisten dieser Welt schicken zu können. Aber man hat dann relativ schnell erkannt, dass die Off-Road-Fähigkeiten des Visa Lotus, sagen wir mal: eingeschränkt waren. Doch, immerhin: den Versuch war es wahrscheinlich wert. Und es gab ja dann noch jede Menge weiterer Visa mit sportlichen Ambitionen, vor allem die 4×4 (sowie anscheinend weitere Mittelmotor-Konzepte von Strakit), aber das ist dann wieder eine ganz andere Geschichte.

Viel mehr Citroën haben wir in unserem Archiv.

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