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Chevrolet Camaro Trans Am

Leichter Vorteil

Die Trans-Am-Rennserie war in den 60er Jahren etwas vom Besten, was der Motorsport zu bieten hatte. Es war der grosse Kampf der «big three», die Regeln waren einfach und die Fahrzeuge seriennah, es fuhren einige der grossen amerikanischen Helden mit. Einer grössten: Mark Donohue. Der Amerikaner, auch «Captain Nice» genannt, ist eine leider etwas in Vergessenheit geratene Legende, der so ziemlich alles fuhr, was in den 60er und 70er Jahren Spass machte, etwa den Ford GT40 in Le Mans 1966/67, wurde berühmt als Pilot des Porsche 917-30 in der Can-Am, gewann 1972 in Indianapolis, wurde erster IROC-Meister 1973/74, und fuhr auch Formel 1, erstmals 1971, dann wieder 1974/75. Nach einem Unfall im Training zum Grossen Preis von Österreich verstarb Mark Donohue, der nicht nur ein ausgezeichneter Fahrer war, sondern auch ein vorzüglicher Renn-Ingenieur, am 19. August 1975.

Schön ist die Geschichte von Donohue und dem Chevrolet Camaro, den wir hier zeigen. 1967 waren das Team Penske und Donohue erstmals auf einem Camaro in der Trans-Am-Series angetreten, mit einigem Erfolg, etwa einem Klassensieg bei den 12 Stunden von Sebring. 1968 wollte man mehr – und schaffte das auch, Donohue gewann 10 von 13 Rennen. Bloss hatten diese Siege einen sanften «Gschmäckle»: Penske hatte den ganzen Wagen Ende der Saison 1967 in ein Säurebad gesteckt, das einiges an überflüssigem Metall wegfrass. Es war eine ganze Menge, 120 Kilo leichter als die Konkurrenz war der Camaro nach dieser Behandlung. Die Stewards kamen Penske und Donohue auf die Schliche, verboten das Gerät für die Saison 1968. Doch die Jungs hatten schon den nächsten Trick auf Lager: es gab noch einen zweiten, identisch lackierten Sunoco-Camaro, der dem Reglement entsprach, der trug die Nummer 15. Bei der Abnahme schickten sie die zuerst 15 zur Kontrolle, schoben den Wagen zurück in die Box, klebten die 16 drauf – und alles war gut. Die Karosse der Nummer 16 war anscheinend so dünn nach der Säurebehandlung, dass es streng verboten war, sich gegen den Wagen zu lehnen – soviel zu den «klaren» Regeln bei den Trans-Am-Rennen.

Dieser Camaro wird von einem 4,9-Liter-V8 angetrieben, der damals auf etwa 420 PS kam. Das Kampfgewicht lag offiziell bei 2800 Pfund, aber eben, dieses Exemplar ist halt «lightweight».

Es wurde diesen Frühling für 990’000 Dollar von RM Sotheby’s versteigert. Mehr interessante Amerikaner haben wir in unserem Archiv.

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