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Yamaha XSR900

Nostalgisch verpackt

«Faster Sons» nennt Yamaha seine neue XSR-Modellreihe und bringt damit das Konzept treffend auf den Punkt. Die «schnelleren Söhne» der zeitlosen Klassiker der Sechziger- und Siebzigerjahre sind aber nicht nur schneller, sondern auch sonst besser. Schliesslich bieten sie auch bei der neuen Yamaha XSR900 unter der schmuck mit Retro-Teilen aufgepeppten Hülle topmoderne Motorradtechnik.

Yamaha XSR900 - 5

Den Anfang machte vor einem Jahr die die XSR700 mit Zweizylinder-Motor, jetzt folgt die XSR900 mit 115 PS starkem Dreizylinder. Was dieser Motor in Sachen Spritzigkeit und Durchzugskraft zu bieten hat, ist wirklich beeindruckend. Und wie mittlerweile allgemein üblich stehen auch hier wahlweise drei Motormodi zur Wahl, von aggressiv ruppig, bis samtig weich mit gekappter Leistungsspitze. Dass die Leistung immer optimal auf die Strasse kommt und nicht überbordet, dafür sorgen einstellbare Traktionskontrolle und Anti-Hopping-Kupplung. Eingebettet ist das Ganze in einen schlanken Alu-Rahmen.

Yamaha XSR900 - 6

So viel zum modernen Antriebsstrang. Dieser stammt im wesentlich vom Naked-Bike MT-09, wobei das Fahrwerk der XSR etwas straffer ausgelegt ist, was auch gut ist. Anders als die futuristisch kantig verbaute MT-09 verschmäht die XSR900 grundsätzlich schnöden Plastik. So ist der klassische Rundscheinwerfer in geschmiedete Alu-Teilen eingebettet. Auch beim hinteren Rahmendreieck glänzen massive Alu-Teile. Das gleiche gilt für die Schutzbleche, sowie die lackierten, seitlichen Tankabdeckungen. Diese münden in eine mehrstufig gesteppte Ledersitzbank. Die nostalgische Plastik-Allergie hat aber ihren Preis: Die XSR900 kostet 1200 Franken mehr als die technisch identische MT-09.

Dass sich Form und Funktionalität nicht beissen müssen beweist auch das Cockpit. Dort liefert ein schlichtes Rundinstrument dank modernster Digitaltechnik auf engstem Raum formschön alle wichtigen Informationen. Rund und simpel ist das LED-Rücklicht, das designmässig einen schnittigen Schlusspunkt setzt. Doch die Yamaha XSR 900 hat nicht nur optisch das Zeug zum Bestseller, sie fährt sich auch so. Noch selten habe ich mich auf einem Motorrad auf Anhieb so wohl gefühlt. Sitzposition ist locker entspannt mit gutem Knieschluss. Leichtfüssig geht es auf dem kompakten Bike mit dem extrem spritzigen 115-PS-Dreizylinder den Berg hoch. Die Gänge klicken ohne Fehl und Tadel rein, die Bremsen packen beruhigend kräftig zu. Mit der XSR 900 wird der simple Motorrad-Look der Väter gekonnt mit dem Fahrspass der Neuzeit vereint. Das freut Väter und Söhne.

Steckbrief
Yamaha XSR900
Motor: Flüssigkeitsgekühlter Reihendreizylinder
Hubraum: 847 ccm
Leistung: 115 PS
Drehmoment: 88 Nm / 8500 U/min
Sitzhöhe: 830 mm
Gewicht fahrfertig: 195 kg
Testverbrauch: 5,2 l/100 km/h
Preis: Fr. 10‘690.-

Mehr Motorräder haben wir in unserem Archiv. Und wir bedanken uns herzlich bei Daniel Huber für seine Texte zum Thema.

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