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Corvette L88

Der Gerät

Am kommenden Wochenende stehen in Scottsdale zwei ganz besondere Corvette zum Verkauf. Von aussen sehen sie nicht besonders aufregend aus, C3, Coke Bottle, doch dem Kenner kommen die Tränen, wenn er weiss, was da unter der Haube los ist. Der Code heisst L88 – nie war die Vette grossartiger. Und dass gleich zwei Stück davon zu haben sind, das grenzt an ein kleines Wunder.

Der Stingray, also C2, war ja ein ganz anständiges Renngerät (die Geschichte dazu gibt es: hier). Doch die privaten Teams, vor allem Don Yenko und Sunray DX Motorsports, wollten mehr Leistung – und stiessen damit beim damaligen Corvette-Chefingenieur Zora Arkus-Duntov auf offene Ohren. Er liess für den 1966 eingeführten 7-Liter-Big-Block-V8 einen Alu-Zylinderkopf schmieden sowie auch sonst alles reinpacken, was gut und teuer war. Die Verdichtung wurde auf 12,5:1 erhöht, es gab mehr Luft und die ganz fetten 850-CFM-Holley-Vergaser; im Innenraum besagte ein Kleber, dass dieses Tier nur mit Renn-Benzin zu füttern sei. Zwar erschien der Code L88 in der offiziellen Preisliste, das musste so sein, um dem SCCA-Reglement Genüge zu tun, doch Chevrolet machte seine Händler darauf aufmerksam, dass sie diese selbstverständlich manuell geschalteten Fahrzeuge nicht bestellen sollten; Werbung gab es selbstverständlich auch keine.

Angeboten wurde der L88 erstmals 1967, 20 Stück wurden gebaut. Im Renntrimm kam der offiziell 435 PS starke 7-Liter, der im Werk von Tonawanda von Hand gefertigt wurde, auf über 600 PS – und gewann locker seine Klasse bei den 12 Stunden von Sebring. Einige wenige dieser C2 L88 kamen mit mindestens 550 PS auch auf die Strasse – und 2014 wurde das unten gezeigte Exemplar für sagenhafte 3,85 Millionen Dollar versteigert.

Ganz so viel werden die beiden C3 L88, die bei Barrett-Jackson respektive Bonham’s unter den Hammer kommen, nächste Woche nicht bringen, denn vom C3 gab mit der scharfen Maschine ungefähr 200 Stück, die meisten davon sind Coupé, einige wenige auch Cabrios. Aber so eine halbe Million Dollar werden es auf jeden Fall werden, die L88 sind so etwas wie der heilige Gral unter den Corvette (deren Geschichte wir in den nächsten Wochen detailliert erzählen wollen). Mehr feine Amerikaner gibt es aber alleweil auf www.radical-mag.com.

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