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Test Ford Kuga

As time goes by

Einst, da war der Kuga von Ford (zumindest) in der Schweiz das meistverkaufte SUV, doch diese Zeiten sind vorbei, im vergangenen Jahr reichte es nicht einmal mehr aufs Treppchen, VW verkaufte vom Tiguan mehr als doppelt so viele Exemplare. Gut, es war ein Übergangsjahr, das erneuerte Modell noch nicht so recht bei den Händlern, auch wurde es wohl so einiges zu früh angekündigt, was den Verkäufen ja jeweils nicht nur hilft. Wie auch immer: ganz so fröhlich läuft das Business nicht mehr, es gibt halt auch viel mehr Konkurrenz als auch schon Und überhaupt tut sich Ford ein bisschen schwer derzeit, alles wartet auf den Fiesta.

Leider folgt auch Ford einem Trend, der keiner sein dürfte: Man muss schon gut hinschauen, um den Kuga als neu zu erkennen. Klar, ein neue Front mit neuen Lampen und auch sonst noch ein paar Kleinigkeiten, doch der Gesamteindruck bleibt der gleiche. Da wirkt der Kuga zwar weiterhin adrett, es gibt sicher langweiligere Teile (eines haben wir namentlich schon erwähnt), doch es gibt halt auch frischeres Material, der Tucson von Hyundai wird da gern erwähnt, auch die verschiedenen Benzen werden von der Kundschaft anscheinend geschätzt. Design ist in diesem hartumstrittenen Segment ganz sicher einer der Kaufgründe, da hätte Ford durchaus ein wenig frecher sein können.; wer etwas mehr Pep will, der muss zur ST-Line greifen. Aber das kostet dann halt wieder zwei Tausender an Aufpreis. Immerhin werden am Kuga neue, auch kräftigere Farben angeboten, unser Proband war in einem speziellen Grün – genannt: Green Instinct – lackiert; einmal hätten wir ihn im Wald fast nicht mehr gefunden…

Gewichtiger sind die Verbesserungen innen, das sieht alles besser aufgeräumt aus als vorher, man hat auf ein paar Knöpfe und Schalter verzichtet – und endlich, endlich fällt das Fadenkreuz auf dem grösser gewordenen Touchscreen weg. Das Bediensystem Sync3 ist auf der Höhe der Zeit, vor allem die Sprachsteuerung funktioniert so gut wie sonst wohl nirgends. Es dauerte zwar ein bisschen länger, bis wir alles im Griff hatten, doch es gibt ja auch: Bedienerfehler. Aber schreiben wir es einmal so: Es könnte alles noch einfacher sein, strukturierter, in Sachen Gestaltung des Innenraums haben einige Hersteller gewaltige Fortschritte gemacht; Ford gehört nur teilweise dazu.

Bestens gefallen haben uns die Sitze vorne, die zwar hoch positioniert sind, aber auf längeren Strecken schätzt man das, ist entspannter. Hinten ist das Platzangebot trotz eines Radstandes von 2,69 Metern jetzt nicht gerade übermässig, doch das ist bei der Konkurrenz auch nicht besser; immerhin sehen auch Kinder noch so einigermassen aus den Fenstern, Kopf- und Ellbogenfreit gibt es reichlich. Der Kofferraum des 4,54 Meter langen Fahrzeugs fasst 456 Liter, das ist mehr als anständig, 1653 Liter bei abgeklappten Rücksitzen sind dann fürstlich. Und das ist alles auch dank einer nicht zur hohen Ladekante bestens nutzbar, flexibel in der Umgestaltung, sprich: clever gemacht.

Dass Ford Fahrwerk kann, haben wir hier schon öfter geschrieben. Das gilt unbedingt auch für den Kuga, der eine – für ein SUV – saubere Kombination von gutem Komfort mit etwas Sportlichkeit schafft. Man kann trotz hohem Aufbau (Höhe: 1,70 Meter) und entsprechender Seitenneigung ganz flott durch die Kurven, aber noch zufriedener wird man sein, wenn man entspannt gleitet. Das passt bestens zum Charakter des Kuga, denn es herrscht auch eine angenehme Ruhe im Wagen.

Uns stand die stärkste Variante zur Verfügung, der 2-Liter-Diesel mit 180 PS und einem maximalen Drehmoment von 400 Nm schon ab 2000/min. Der Selbstzünder zieht, kombiniert mit dem 6-Gang-PowerShift-Getriebe, massiv vorwärts, hat trotz über 1,7 Tonnen Leergewicht alleweil genug Kraft; die Gangwechsel sind kaum spürbar. Und eben: alles mit der Ruhe. Mit diesem Antrieb ist der Kuga eines der am souveränsten motorisierten Fahrzeuge im Segment, dies auch deshalb, weil sich der Verbrauch mit 6,4 Litern im Test-Durchschnitt in vernünftigen Grenzen hält. Es zeigt sich auch hier: Downsizing ist vielleicht nicht der richtige Weg, eine drehmomentstarke Maschine ist am Ende des Tages wahrscheinlich sogar sparsamer.

Mit genau 40’000 Franken ist so ein Kuga mit dem starken Diesel und PowerShift (4×4 versteht sich von selbst, wobei, es gibt den Kuga ja auch mit nur Frontantrieb) als ST-Line angeschrieben. Unser Testwagen, fully loaded, kam dann auf 47’070 Franken, das ist dann schon reichlich Moos, erscheint uns aber im einem vernünftigen Verhältnis zur gebotenen Leistung; da gibt es Konkurrenten, die bieten für mehr Geld auch nicht mehr. Ob der neue Kuga, der halt gar nicht so neu ist, allerdings langfristig seinen eigenen langsamen Abstieg aufhalten kann, wird sich noch weisen.

Mehr Ford haben wir in unserem Archiv.

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