Zum Inhalt springen

Kawasaki H2 SX SE

Eine gewagte Kombination

Beim japanischen Hersteller Kawasaki haben reisetaugliche Powermaschinen Tradition. Den Anfang machte Ende der 1980er-Jahre die 135 PS starke ZX-10. 2006 folgte als nächste Superlative die ZZR 1400 mit 200 PS und abgeriegeltem Topspeed bei 299 km/h. Dann kam 2014 ausschliesslich für die Rennstrecke die Ninja H2R Supersportmaschine, die es dank Kompressordruck auf atemberaubende 310 PS bringt, was sinnvollerweise als zu viel für die normale Strasse eingestuft wurde. Für Otto-Normalfahrer wurde ein Jahr später die etwas moderatere H2-Strassenversion mit 200 PS starkem Kompressor-Aggregat nachgeschoben.

Basierend auf diesem H2-Antriebsstrang gibt es nun eine weitere Supersporttourerin namens H2 SX, die es als Standard- und SE-Spezialedition gibt. Erfahrungsgemäss verlangt der Schweizer Markt vor allem nach der top ausgestatteten SE-Version. Drei unterschiedlich ausgelegte Powermodi, eine ebenfalls dreistufige elektronische Traktionskontrolle sowie Kurven-ABS zügeln bereits im Grundmodell die ungestüme Kraft des Kompressormotors. In der getesteten SE-Version gibt es dazu sportliche Extras wie Quickshifter, Launch Control oder Stahlflex-Bremsleitungen sowie Touring-Extras wie Zentralständer, grösser Windschutzscheibe, Kurvenlicht, Griffheizung und Steckdose. Und oben drauf ein schmuckes TFT-Farbdisplay.

Doch nicht nur die Topausstattung bürgt für komfortables Reisen auf der H2 SX SE, sondern vor allem auch die recht entspannt nach vorne geneigte Sitzposition und natürlich der Motor. Dieser überrascht durch enorme Alltagstauglichkeit. So können die im gängigen Strassenverkehr notwendigen Bruchteile des Leistungspotenzials von 200 PS absolut problemlos abgerufen werden. Der Kompressor sorgt schon bei geringen Touren für ausreichend Druck und behält ihn bis zur brutalen Leistungsspitze bei 11000 U/min souverän bei. Dazu kommt ein auf Stabilität getrimmtes Fahrwerk, das zusammen mit dem eher behäbigen Gewicht von 260 Kilogramm zu souveränem Geradeauslauf und guter Kurvenstabilität führt. Allzu enge Haarnadelkurven mag die Sporttourerin dagegen nicht. Aber irgendwo müssen bei einem 300km/h-Bike Abstriche gemacht werden. Das tut der Faszination für dieses gewagte Motorradkonzept aber keinerlei Abbruch.

Kawasaki Ninja H2 SX SE
Motor: Reihenvierzylinder mit Kompressor
Hubraum: 998 ccm
Leistung: 147 kW / 200 PS
Drehmoment: 137 Nm / 9500 U/min
Sitzhöhe: 835 mm
Gewicht fahrfertig vollgetankt: 260 kg
Testverbrauch: 6,1 l/100 km/h
Basispreis: ab Fr. 24‘900.-
Testmotorrad: Fr. 26‘150.-

Wir bedanken uns für diesen Text bei Daniel Huber; mehr Motorräder gibt es in unserem Archiv.

Sei der Erste der einen Kommentar abgibt

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.