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Ducati Scrambler 1100 Sport

Grossartiger Spass

Ducati macht es vor. Vor drei Jahren stiess die italienische Traditionsmarke gekonnt in das für sie neue Lifestyle-Segment vor, ohne dabei ihre angestammten sportlichen Markenwerte zu verwässern. Quasi unter dem «roten» Dach des Mutterkonzerns wurde die neue «gelbe» Lifestyle-Welt namens Scrambler ins Leben gerufen. Diese will Individualität und ein Höchstmass an Motorrad-Fahrspass durch Simplizität bieten. Den Anfang machte 2015 die namensgebende neue Scrambler mit bewährtem 800er-V2-Motor, die sich gekonnt an das schlichte Design der Ur-Scrambler von Ducati aus den 1960er-Jahren anlehnte und dies mit modernen Antriebs- und Fahrwerkskomponenten versah. Gleichzeitig gab es von Beginn weg einen dicken Katalog von Sonderzubehör ab Werk sowie eigens dafür geschaffene Scrambler-Bekleidungslinien. Individualität und Flexibilität dank Baukasten-Prinzip und dazu auch gleich das passende Outfit, so lautet das simple Verkaufskonzept. Und die Rechnung geht auf. Mittlerweile wurden bereits über 50’000 Scrambler-Modelle verkauft.

Nachdem 2016 die Palette zuerst mit einem 400ccm-Einsteigermodell erweitert wurde, setzt Ducati in diesem Jahr drei neue 1100er-Ausführungen oben drauf, womit die Scrambler-Familie auf elf Modelle angewachsen ist. Wir sind die Ducati Scrambler 1100 Sport gefahren, die für rund 2000 Franken Aufpreis «Viper Black»-Lackierung mit gelben Akzentstreifen, doppelte Rallye-Streifen, viel Schwarz und sportliches Öhlins-Fahrwerk bietet. Die Familienzugehörigkeit ist sofort erkennbar: Schmaler, schlichter Tank, relativ breiter Lenker hinter einem schmucken Rundscheinwerfer und oben drauf ein schlichtes Rundinstrument mit ovalem Zusatz, das neben Tacho clever alle wichtigen Infos vereint. So einfach können Motorräder sein – und dabei erst noch mächtig Spass machen.

Dabei setzt die neue 1100er-Ausführung in jeder Beziehung noch einen drauf. Der altbewährte V2-Antrieb von Ducati bringt es auf dem Papier zwar nur auf 86 PS Leistung, was bei 1100 Kubik heutzutage eher bescheiden daherkommt und auch lediglich 13 PS mehr sind als bei der 800er, doch die Art und Weise wie diese 86 Pferdestärken das knapp 200 Kilogramm schwere Trendbike antreiben, ist wirklich beeindruckend. Das maximale Drehmoment von 88 Nm wird schon bei 4750 Umdrehungen freigesetzt. Damit schöpft der Zweizylinder bereits mit wenig mehr als Standgas geradlinig steigernd aus dem Vollen und lässt das die Umwelt mit einem satten Bollern auch wissen. Ducati halt. Und trotz trendigem Retro-Design mit viel Liebe zum optischen Detail muss man nicht auf modernstes Elektronik mit drei unterschiedlichen Fahrmodi, Kurven-ABS oder bissigen Brembo-Vierkolben-Doppelscheibenbremse vorne verzichten. Und dann gibt es noch die ganz natürlichen Vorzüge von mehr Grösse. So sitzt es sich als Mittel- bis Grosswüchsiger deutlich bequemer auf dem etwas höheren Bike und der Tank ist um 1,5 Liter auf 15 Liter angewachsen. Im Vergleich zur 800er gibt es dafür aber keinerlei Abstriche in Sachen Handlichkeit wegzustecken. Spielend leicht geht es in jede noch so enge Kurve, ohne dabei bei höheren Tempi fahrig zu wirken. Die neue Scrambler mit ausgewachsenem 1100er-Motor ist gerade für die Schweizer Kundschaft, die bekanntlich bei den Motorrädern auf Grösse steht, eine gelungene Bereicherung der Trendflotte von Ducati.

Ducati Scramber 1100 Sport
Motor: Öl-Luft-gekühlter 90° V2-Motor
Hubraum: 1079 ccm
Leistung: 63 kW / 86 PS
Drehmoment: 88 Nm / 4750 U/min
Sitzhöhe: 810 mm
Gewicht fahrfertig vollgetankt: 206 kg
Testverbrauch: 5,7 l/100 km/h
Preis Scrambler 1100: ab Fr. 14‘590.-
Scrambler 1100 Sport: ab Fr. 16 690.-

Wir bedanken uns bei Daniel Huber für diesen Text. Mehr Motorräder finden sich in unserem Archiv. Ach ja, da erinnern wir uns doch gern an dieses legendäre Interview

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