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Extra-Touren (2)

Valle Maggia/Val Bavona

Nein, das Maggia-Tal ist längst kein Geheimtip mehr, ganz besonders am Wochenende mag man es auch gerne meiden. Aber an einem schönen Tag unter der Woche und wenn man dann weiter nach hinten fährt, dann ist das Valle Maggia schon noch eine Freud‘, aber Cevio wird auch die Strasse enger und kurviger. Und es ist nicht mehr jedes zweite Haus eine Touristenfalle. Richtig schön wird es dann, wenn man in Bignasco links ins Val Bavona abbiegt. Schon nach wenigen Kilometern ist man in einer anderen Welt, es folgen winzige Dörfer mit winzigen Steinhäusern und schönen Steindächern, der Kühe werden weniger, der Schafe dafür mehr, was auch der steinigen Landschaft geschuldet ist. Irgendwann sieht man links den eindrücklichen Wasserfall von Foroglio, der 110 Meter in Tiefe fällt – und dann ist man quasi schon da.

Die Osteria La Froda (so heisst eigentlich auch der Wasserfall) hat eine lange Geschichte hinter sich – und viel, viel erlebt. Eröffnet wurde sie schon 1928, 1932 kam Leni Riefenstahl zu Besuch, die im Bavona-Tal einen Teil ihres Films «Das blaue Licht» drehte. Es ging auf und ab mit La Froda, heute wird die Osteria von der Familie Giovanettina geführt, Tessiner Intellektuelle, die sich auch um die Bewahrung vieler Tessiner Traditionen verdient gemacht haben. Das Haus ist an Einfachheit kaum zu überbieten, ein paar Steintische und Steinbänke, innen ganz wenige Plätze an einfachen Holztischen; dort sieht und hört man allerdings den Wasserfall nicht. Eine Polenta gibt es eigentlich immer, wer Glück hat, erhält dazu die hauseigene Schweins-Siedwurst serviert, Codiga, der Alptraum aller Vegetarier. Es gibt aber selbstverständlich auch schöne Aufschnitt-Plättchen, Affettato, und natürlich Käse in verschiedenen Formen (zumeist von der Alp Valmaggia), als gesalzener Quark im Sommer (Mascarpa), Formaggini (Frischkäse) und Formaggelle (ganz junger Käse). Es soll alles gekostet sein. (Wir möchten an dieser Stelle auf unsere berüchtigte Bilder-Serie «danach» aufmerksam machen:)

Nun gibt es aber weiter hinten im Maggia-Tal noch ein Grotto, das ebenfalls eine hervorragende Polenta serviert. Die tatsächlich noch auf offenem Feuer in zwei Kupferkesseln zubereitet wird; da darf man auch zuschauen. Riechen, wie wunderbar das schmeckt. Es gibt auch gute Würste hier, manchmal einen Brasato, immer eine hervorragende Käse-Auswahl (passt übrigens auch zur Polenta). Doch berühmt ist das Grotto Possasc vor allem für seine einmalige Lage. Zwar heisst Pozzasc so viel wie Tümpel, doch das stimmt gar nicht – direkt vor dem Haus bildet der Bach aus dem Val di Peccia nämlich ein wunderschönes Wasserbecken, in dem sich im Sommer nicht nur Kinder gerne tummeln.

Wer sich nicht entscheiden kann zwischen La Froda und Pozzasc – besuchen Sie doch einfach beide. Mehr Infos:
– La Froda, Foroglio, 6690 Cevio, Tel. 091/754 11 81, www.lafroda.ch.
– Grotto Pozzasc, Al fiume, 6695 Peccia, Tel. 091/755 16 04, www.pozzasc.ch (ist leider seit dieser Woche bis Ostern 2019 geschlossen).

(«Extra-Touren» ist so etwas wie «sponsored content»; in Zusammenarbeit mit Renault suchen wir schöne, abgelegene Restaurants in der Schweiz, die man eigentlich nur mit dem Automobil erreichen kann. Das Ziel ist das Ziel, und man könnte es auch zu Fuss erreichen, aber wir fahren nun halt einmal viel lieber. «radical» unternimmt diese «Extra-Touren» mit einem Renault Koleos. Bereits publiziert: Extra-Touren (1) – Osteria Bordei.)

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