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Extra-Touren (5)

Stubete und andere Traditionen

Einst, da trafen sich vor allem die Frauen in der guten, geheizten Stube, verrichteten gemeinsam Handarbeiten und: plauderten. Dass dann ebendort, in dieser Stube, auch noch Musik gespielt wurde, das gehörte dann zum eher privaten Vergnügen. Dass es aber auch immer Gastwirte gab, die ihre Gaststube für dieses Plaudern und Musizieren zur Verfügung stellten, das ist klar. Die «Stubete» als Ausdruck dafür, dass Musikanten aufspielen, dafür mit Speis und Trank entlöhnt werden, die Gäste dafür zuhören, essen, trinken und bezahlen wie bei einem Konzert, der scheint allerdings relativ neu zu sein. Wobei gerade im Emmental das mit der Zeit sowieso relativ ist.

Die Speise-Wirtschaft «Zum Wilden Mann» in Ferrenberg gibt es schon seit 1838. Die Grosseltern von Christine Friedli waren hier schon Wirte, damals gab es auch noch einen Dorfladen, denn Ferrenberg liegt schon etwas abgelegen, oben auf den Hügeln hinter Wynigen, ganz in der Nähe eines Aussichtspunktes mit dem schönen Namen Oberbühlchnubu. Es ist ein schönes Haus, ein riesiges Haus, oben auf dem Dachboden, das ist grosser Saal mit einer grossen Bühne, dort wird Theater gespielt, oder es spielen böse Rocker auf – und einmal im Jahr gibt es die eingangs erwähnte Stubete. Das ist aber im «Wilden Mann» nicht einfach nur einheimische Volksmusik, es ist mehr «world music» von und mit den besten Schweizer Musikern, es ist ein bekanntes, berühmtes Fest, die Musikanten stehen Schlange, um hier im Emmental auftreten zu dürfen. Überhaupt, das Kultur-Programm, es ist grossartig, man sollte das im Auge behalten (Infos weiter unten).

Im Sommer sitzt man in einem schönen Gärtchen, den Blick über die so schönen Hügel des Emmentals. Und sonst sitzt sitzt man in einer Gaststube, in der man sich die Zeiten von Jeremias Gotthelf zurückversetzt fühlt. Christine Friedli hat da wunderbar dekoriert, es gibt einen grossen Ofen und natürlich einen Stammtisch. Und dann ist da noch die Küche von Patrick Theiler. Er kocht tatsächlich auf einem Holzherd – und wohl auch deshalb ist seine Rösti hervorragend. Oder liegt es daran, dass die Kartoffeln aus der nächsten Umgebung kommen? Die dazu gereichte Hamme kommt aus Eggiwil, sie ist grossartig, und auch die Bratwurst ist nur gut. Das Meringue, hier als Merängge ausgesprochen, als Dessert muss dann einfach sein.

Oh ja, es ist schön hier oben. Das Handy hat keinen Empfang, aber im «Wilden Mann» gibt es ja auch noch ein klassisches Telefon. Und die Toilette heisst noch Abort. Man kann hier einfach nur sitzen und den Einheimischen zuhören, auch wenn das, wie sie sprechen, wie eine Fremdsprache tönt. Und so lange es solche Landgasthöfe noch gibt, ist die Welt irgendwie noch in Ordnung.

Informationen: Speise-Wirtschaft «Zum Wilden Mann», Ferrenberg, 3474 Ruedisbach, Tel. 034/415 11 61, www.wilde-maa.ch.

(«Extra-Touren» ist so etwas wie «sponsored content»; in Zusammenarbeit mit Renault suchen wir schöne, abgelegene Restaurants in der Schweiz, die man eigentlich nur mit dem Automobil erreichen kann. Das Ziel ist das Ziel, und man könnte es auch zu Fuss erreichen, aber wir fahren nun halt einmal viel lieber. «radical» unternimmt diese «Extra-Touren» mit einem Renault Koleos. Bereits publiziert:

Extra-Touren (1) – Osteria Bordei

Extra-Touren (2) – Valle Maggia/Val Bavona

Extra-Touren (3) – Im Emmental

Extra-Touren (4) – Bei Renzo und am Brunnen)

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