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Volvo 3CC, 2004

Zu früh

Manchmal, so denken wir, lohnt es sich auch, auf Concept-Cars zurückzublicken, die noch gar nicht so alt sind. Denn da gab es Ideen, Gedanken, die gar nicht mal so schlecht waren. So stolperten wir über den Volvo 3CC aus dem Jahre 2005, ein E-Auto, das im Gegensatz zu all den fetten, aufgeblähten Elektro-Fahrzeugen der Jetzt-Zeit auch noch über ein cleveres Raum-Konzept sowie spannendes Design verfügte. Schön auch die Aussage: «Mit dem 3CC schlägt Volvo einen Weg ein, der für nach uns kommende Generationen zu neuen automobilen Freiheiten führen könnte. Wir denken, es ist an der Zeit, Auswege aus Umweltverschmutzung und Verkehrsinfarkt aufzuzeigen».

Der 3CC war 2004 auch der Michelin-Challenge-Bibendum in Shanghai präsentiert worden, als Reichweite wurden schon damals satte 300 Kilometer angegeben. Leider gibt es keine Angaben zum Gewicht, doch der Volvo war bedeutend weniger adipös als aktuelle Modelle, bei 3,90 Metern Länge nur gerade 1,62 Meter breit. Beim Aufbau des Fahrzeugs hatte man sich für einen Gitterrahmen aus hochfestem Stahl und eine Bodengruppe aus Verbundwerkstoffplatten in Sandwichbauweise entschieden. Die Aussenhaut wurde aus einer zu einem Stück verklebten CFK-Schale gebildet. Der als Fronttriebler konzipierte Volvo 3CC hatte eine Doppelquerlenkerachse vorn und hinten. Die Radaufhängung vorn bestand aus einer horizontalen, einstellbaren Feder über dem Dämpfer, wodurch die Höhe der Haubenlinie sehr niedrig gehalten werden konnte; hinten war die Feder vertikal eingebaut.

Innen gab es 2+1 Plätze, eine sinnvolle Lösung eigentlich auch heute noch, wenn man bedenkt, wie oft Fahrzeuge nur gerade von einer Person besetzt sind. Für das Gefühl von Raum und Helligkeit sorgten die gute ergonomische Gestaltung und organische Linienführung, die recht schmale A-Säule sowie die lichten Farben, verstärkt durch transparente Einlagen im Dach. Die nach oben öffnenden Türen, das Armaturenbrett, das sich dabei nach vorn verschiebt und die ausgeklügelte Gleitmechanik der Sitze machten den Einstieg, auch in den Fond, leichter. Anstelle von Druckknöpfen waren Sensortasten (für Beleuchtung, Klima- und Audio-Anlage) getreten, die schon bei 5 Millimeter Fingerabstand ansprechen (kennen wir unterdessen doch auch…). Und eben – er ist hübsch, der unterdessen 15-jährige Volvo 3CC, solche E-Autos würden wir heute gerne sehen auf unseren Strassen.

(Es ist dies der Beginn einer Serie über Volvo-Fahrzeuge, die zu einem schönen Teil auf unserer Instagram-Seite stattfinden wird, dort unter #volvotuesday. Dazu werden aber auch einige schöne Geschichten bei radical erscheinen – mehr Volvo gibt es alleweil in unserem Archiv.)

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