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Ford GT40 Roadster

Keine Offenbarung

Nachdem die Ford GT40 1964 trotz gigantischem Aufwand (siehe auch: Zusammenhänge) nicht einmal in die Nähe des Gewinns wenigstens eines Blumentopfs gekommen waren bei den 24 Stunden von Le Mans, vergrösserte Ford den Effort für das Rennen von 1965 noch weiter. Einer der Versuche bestand aus offenen Versionen des GT40, bekannt als Roadster, die leichter hätten sein sollen als Coupé, es dann aber nicht wurden, weil das Chassis doch reichlich Verstärkungen benötigte; auch die Aerodynamik erwies sich bei den offenen Fahrzeugen als sehr problematisch, deshalb musste mit verschiedenen Gestaltungen der Front und vor allem der Windschutzscheibe experimentiert werden. Insgesamt wurden fünf dieser Roadster gebaut, vier davon mit dem klassischen Stahlchassis, einer mit einem Alu-Rahmen (GT/110, berühmt geworden als «Big Ed»).

Von diesen fünf Roadstern schaffte es nur ein Fahrzeug zu den 24 Stunden von Le Mans im Jahre 1965, der hier gezeigte GT/109. Im Training wurde der von Ford Frankreich gemeldete Wagen von André Simon und Jo Schlesser bewegt, im Rennen waren dann Maurice Trintignant und Guy Ligier am Steuer. Wobei Ligier gar nie zum Einsatz kam, GT/109 schied schon nach 11 Runden mit Getriebeschaden aus. Nach dem Rennen wurde der GT40 Roadster wieder in die USA zurückgebracht – und von Ford zusammen mit anderen Rennwagen und Prototypen in einem staubigen Lagerhaus abgestellt.

Wann genau ihn der bekannte amerikanische Hot-Rod-Spezialist und Filmauto-Konstrukteur Dean Jeffries dort entdeckte, ist nicht mehr bekannt. Sicher ist, dass er GT/109 nicht bloss gratis mitnehmen konnte, sondern von Ford auch noch mit Bergen von Ersatzteilen eingedeckt wurde, mindestens zwei Motoren, einem originalen 289er-Rennmotor und auch einer der seltenen 255er-Maschinen, die ja ursprünglich für die GT40 vorgesehen gewesen waren; mindestens zwei Renn-Getriebe gab es noch obendrauf. Jeffries hatte Pläne, den Roadster in einen Hot Rod zu verbasteln, doch die Jahre, sogar Jahrzehnte gingen vorbei – und als ihm ein Engländer fünf Millionen Dollar allein für die gehorteten Ersatzteile bot, merkte Jeffries, welchen Schatz er da hatte. Also restaurierte er GT/109 – den ersten öffentlichen Auftritt hatte der Roadster dann 2003 bei den Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag von Ford. Das Fahrzeug blieb im Besitz von Jeffries bis zu seinem Tod im Jahre 2013. Und kam im Januar 2019 bei www.mecum.com unter den Hammer: 10 Millionen Dollar wurden geboten, doch das war dem Anbieter schlicht zu wenig.

Mehr Ford gibt es immer in unserem Archiv.

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