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102.04 – 2000 Spider

Der Grössere

Im Laufe seiner Karriere war aus dem ab 1950 angebotenen 1900 ja schon 1954 ein 2-Liter geworden, doch er behielt seine Bezeichnung bis die Produktion auslief (1959). Als Alfa Romeo dann 1957 auf dem Turiner Autosalon ein neues Modell mit dem gleichen Motor vorstellte, da wurde der Name dann angepasst, 2000 war die logische Folge. Es gab das neue Fahrzeug als Limousine, genannt «Berlina» (102.00), als Spider (102.40) und ab Frühling 1960 dann auch noch als zweitürige Coupé «Sprint» (102.05), das von Giorgio Giugiaro entworfen worden war und bei Bertone gefertigt wurde. Vom Coupé wurden nur gerade 700 Stück gebaut, die Berlina kam bis 1961 auf 2893 Exemplare – und hatte dann noch ein langes Leben in Brasilien, wo er von FNM bis in die 70er Jahre gefertigt wurde.

Doch hier geht es um den von Felice Bianchi Anderloni entworfenen und bei Touring gebauten 2000 Spider, der in seiner Form ein Meisterwerk ist und das Cabrio-Design entscheidend beeinflusst hat. Die an die Giulietta Spider (750D) angelehnten, so simplen und gerade deshalb auch sehr harmonischen Linien sowie das Stoffdach, das sich komplett versenken liess, machten den Spider zu einem Entwurf für die Ewigkeit. Obwohl für den Spider der Radstand um 22 Zentimeter auf 2,5 Meter gekürzt worden war, war der Spider mit einer Länge von 4,5 Metern ein doch mächtiges Fahrzeug; das Gewicht wurde mit 1260 Kilo angegeben. Ein kurzer Vergleich noch mit der Giuletta: Radstand 2,5/2,25 Meter, Länge 4,5/3,9, Breite 1,66/1,58 Meter, Höhe 1,38/1,26 Meter, Gewicht 1260/860 Kilo.

Im Spider kam der mit einem neuen Zylinderkopf überarbeitete 2-Liter-Vierzylinder mit seinen zwei obenliegenden Nockenwellen und dem Solex-Doppelvergaser auf doch beachtliche 115 PS bei 5500/min; geschaltet wurde über ein manuelles 5-Gang-Getriebe. Das reichte für eine Höchstgeschwindigkeit von über 170 km/h; für den Sprint von 0 auf 100 km/h musste man damals wohl mit knapp 15 Sekunden rechnen. Das waren ansehnliche Fahrleistungen, aber so richtig sportlich war das dann halt doch nicht; in zeitgenössische Fahrberichten wurde der Alfa, der hinten über eine Starrachse verfügte, gerne als doppelte Persönlichkeit beschrieben, komfortabel und doch sportlich, samtweich und doch mit «einer hervorragenden Leistungsfähigkeit, die sich aus vielen Jahren Motorsporterfahrung ergibt» (H.J. Brendel in «Road & Track»). Das Problem war, dass der 2000 Spider sehr teuer war, in Italien waren 2,5 Millionen Lire fällig, in der Schweiz mussten dem Alfa-Romeo-Händler 24’900 Franken entrichtet werden, ein zwar veraltetes Porsche-356-Cabrio kostete einen Drittel weniger, ein ebenfalls nicht mehr sehr moderner Jaguar XK150 war auch einen Tausender günstiger; bei BMW dagegen gab es um das gleiche Geld gar einen Achtzylinder. Das dürfte der Grund sein, weshalb der 2000 Spider schon 1962 und nach nur 3443 Exemplaren vom 2600 Spider abgelöst wurde.

Viel mehr Alfa Romeo haben wir in unserem Lexikon.

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