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Ford Mustang, 2. Generation

Bigger is better?

Zum ersten Teil der grossen Mustang-Story: hier.

Mitte der 60er Jahre glaubte man in den USA noch, es werde alles nur noch besser. Und besser bedeutet bei den Amerikaner ja immer: grösser. Als der Mustang zum Modelljahr 1967 erstmals so richtig überarbeitet wurde, da wurde er deshalb 51 Millimeter länger, 69 Millimeter breiter und 10 Millimeter höher. Dies bei gleichem Radstand, was auch gleich deutlich macht, dass unter dem Blech eigentlich keine grossen Veränderungen stattfanden. Doch, eine war sehr wichtig: Die überproportionale Zunahme der Breite machte es möglich, einen mächtigen Motor einzubauen, den 390-ci-Big-Block, also 6,4 Liter Hubraum. Das war auch nötig, denn sowohl bei Chrysler wie auch bei GM gab es unterdessen einige Angebot, bei denen eine grosse Maschine in ein verhältnismässig kleines Fahrzeug eingebaut war – und die Käufer liebten diese Geräte. Und deshalb wollen wir doch mit einem 67er 390er anfangen hier, selbstverständlich einem Fastback.

Es gab weiterhin die drei Karosserieformen Convertible, Coupé und Fastback. Sie profitierten alle von einem etwas grösseren Innenraum, etwas mehr Kofferraum – und dem deutlich besseren Fahrwerk. Das wiederum auf die zusätzliche Breite zurückgeführt werden konnte, die Mustang der zweiten Generation waren sowohl komfortabler als auch deutlich spursicherer; die vorderen Scheibenbremsen wurden auch erstmals mit einem Bremskraftverstärker angeboten. Von aussen zu erkennen sind die 67er, einmal abgesehen von der Grösse, am grösseren Frontgrill, den grösseren Side-Scoops und am leicht nach innen gewölbten Heckblech; wie jedes Jahr wurde wieder der Tankverschluss geändert. Für das Cabrio gab es optional eine zweigeteilte Heckscheibe aus Glas, die sich einfacher verstauen liess. Folglich: ein 390er Cabrio.

Auch innen wurde – relativ – fleissig gearbeitet, das Armaturenbrett war komplett neu – und die Klimaanlage wurde sauber integriert (als nicht mehr unter das Armaturenbrett verbaut). Neu waren ein Tempomat (wurde nur gerade 55 Mal bestellt) und das Tilt-Away-Lenkrad. Auf Wunsch gab es eine «Interior-Decor-Group», die den Innenraum deutlich aufwerte (es gab ja auch eine «Exterior-Decor-Group» mit verschiedenen Kinkerlitzchen). Es bleibt uns hier noch das Coupé, wieder ein 390er.

Doch anscheinend schätzte das Publikum den neuen Mustang nicht ganz so sehr wie erwartet, die Verkaufszahlen gingen 1967 deutlich zurück. Waren 1966 noch 607’568 Mustang verkauft worden, schaffte es die zweite Generation im ersten Jahr auf gerade noch 472’121 Exemplare. Am besten verkaufte sich das Coupé (ab 2461 Dollar mit 356’271 Stück, es folgte der Fastback (ab 2692 Dollar) mit 71’042 Stück – und schliesslich noch das Cabrio (ab 2898 Dollar) mit 44’808 Exemplaren. Neben dem schon erwähnten 390-ci-Motor (Holley-600cfm-4fach-Vergaser) gab es weiterhin den 200-ci-Sechszylinder (120 PS) und drei 289-ci-Achtzylinder (200/225/271 PS) – und im Innenraum nur noch 20 anstatt 34 unterschiedliche Farb- und Materialkombinationen. Gerne zeigen wir hier noch einen der schwächlichen 289er, wieder ein Coupé.

Selbstverständlich kümmerte sich auch Carroll Shelby um die zweite Generation des Mustang. Und diesen Shelby-Varianten sah man besser als den Serien-Modellen an, dass hier etwas Neues auf die Strasse kam. Vorne war es ein neuer Grill mit fast mittig angebrachten Doppelscheinwerfern, auf der Seite mächtigere Lufteinlässe (wobei jene am Dach nur der Optik dienten…), hinten viereckige, breitere Leuchten. Vor allem aber profitierte Shelby davon, dass der neue Mustang deutlich breiter gebaut war – und wo ein 390-ci-Motor reinpasst, da geht auch ein 428er rein. Das neue Gerät, das die Bezeichnung GT500 erhielt, hatte offiziell «nur» 355 PS, doch es waren sicher eher so 400. Oder mehr. Mit der schweren Maschine vorne waren die GT500 allerdings ziemlich kopflastig.

Auch wenn dem Shelby GT350 der Grössenzuwachs nichts brachte ausser etwas mehr Gewicht, so war und bleib er wohl doch der begehrenswerteste Mustang des Modelljahrgangs 1967. Es blieb bei offiziell 271 PS (im Sinne von: Scherz), doch der Preis wurde deutlich nach unten angepasst, so ein GT350 kostete noch 3995 Dollar (1966: 4428). Es half nichts, nur gerade 1175 Exemplare wurden losgeschlagen (GT500: 2048 zum Preis von 4195 Dollar). Wir zeigen hier den Wagen mit der Produktionsnummer 18, der aber wahrscheinlich der zweite je gebaute GT350 ist, denn bei Shelby wurde vom Laster genommen und umgebaut, was gerade so vorhanden war. Erster Besitzer war der damailge Avis-Chef Alva «Ted» Bonda, der wohl sehen wollte, ob seine Mietwagenfirma vielleicht Hertz beerben könnte. Auffällig ist der Frontgrill, der noch aus einem Stück und von Hand gedengelt war, im Gegensatz zu den späteren Produktionsmodellen.

Nochmals: Zum ersten Teil der grossen Mustang-Story geht es – hier. Hier geht es selbstverständlich noch weiter, aber mehr Ford haben wir immer in unserem Archiv.

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