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Bentley EXP 100 GT

Die nächsten 1000 Jahre

E ist der letzte mögliche Heilsbringer für die klassischen Luxus-Limousinen und -Coupé. Alles schön ruhig, Kraft ohne Ende. Und weil so ein Protz-Mobil ja unbedingt auch Präsenz markieren muss auf der Gasse oder vor dem Kaffeehaus mit schierer Grösse und auch noch reichlich Übergewicht, können da auch Batterien ohne Ende verbaut werden. Völlig egal, ob das ökologisch Sinn ergibt oder halt eben so rein gar überhaupt nicht.

Insofern ist das Ding, das Bentley an seinem 100. Geburtstag präsentierte und als die Zukunft aller Grand Touring und sogar der Marke für die nächsten 1000, sorry, 100 Jahre propagierte, absolut folgerichtig. Im Sinne von: das Automobil ist eh a. A., da kommt es jetzt auch nicht mehr drauf an, jetzt wird gefeiert, als ob es kein Morgen geben würde. Und überhaupt, Eure Armut kotzt mich an und das ganze Klimageschwafel ist für die anderen. Selten hat man – mit Ausnahme vielleicht der Vision Maybach 6 Cabriolet vom vergangenen Jahr – eine Studie gesehen, die sich mehr über die allgemeinen, sozialen, gesellschaftlichen, öokologischen Probleme foutierte als der Bentley EXP 100 GT. Seine vollkommen absurde Hässlichkeit passt da gut ins ganz, ganz traurige Gesamtbild. Wobei wir zugeben müssen, dass wir diese eigenartige Front, die an einen schielenden, sabberenden Boxerhund nach einem Frontaufprall an einer Backsteinmauer erinnert, noch nie verstanden haben.

Auf technische Details braucht man da gar nicht erst einzugehen, all dieser autonome Mist ist ja sowieso ein Widerspruch zu «Grand Touring». Die versprochenen 700 Kilometer rein elektrische Reichweite sind sicher möglich, auch wenn der Wagen gemäss Lastenheft unter 10 Tonnen Leergewicht bleiben soll. Auch die 5,8 Meter Länge und 2,4 (!) Meter Breite sollten sich da ausgehen. Einverstanden, Bentley sieht seine Studie erst im Jahr 2035 auf der Strasse, doch bei dieser Geisteshaltung hätten die Engländer wohl g’scheiter eine Yacht konstruiert. Bitter ist, dass in diesem unsäglichen Trumm auch noch ganz viel britische Handwerkskunst steckt – jede Arbeitsstunde war leider eine Verschwendung. Ach ja, bei der Präsentation in Crewe zeigte der EXP 100 GT, was er von sich selber hält: Beharrlich weigerte er sich nämlich, aus eigener Kraft auf die grosse Bühne zu rollen.

Mehr Bentley haben wir in unserem Archiv.

Ein Kommentar

  1. Roland Hierl Roland Hierl

    2,4 m Breite, Wahnsinn!
    War dieser Designer schon mal auf öffentlichen Straßen unterwegs?
    Was will Bentley mit dieser Studie beweisen?

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