Zum Inhalt springen

Aston Martin DBX

Sport wagen

Immerhin, so könnte man nun unken, gibt es mit DBX endlich wieder einmal ein neues Modell von Aston Martin, das man problemlos von den anderen Konzern-Produkten unterscheiden kann. Und bestens sichtbar ist das erste SUV der Marke auch: 5,04 Meter lang, 2 Meter breit und stattliche 1,68 Meter hoch. Damit erreicht der Aston Martin DBX fast die Dimensionen des Bentley Ben-Tanga, ist aber erfreulicherweise zumindest optisch nicht ganz so plump. Wobei, von vorne empfinden wir das Design nicht ganz so gelungen: Klar, der typische Aston-Martin-Grill, dazu die Laternen, die Familienähnlichkeit suggerieren wollen – und an diesem über 2,2 Tonnen schweren Trumm irgendwie lächerlich klein wirken. Immerhin ist der Kofferraum mit 632 Litern Volumen der Grösse des Briten angepasst – da können wohl nicht einmal die diversen ehemaligen Shooting Brake mithalten.

Mit dem DBX, der wie auch der Lamborghini Urus der Sportwagen unter den SUV sein will, geht Aston Martin ein grosses Risiko ein. Es geht weniger um die Verwässerung des Markenkerns, das ist man sich ja seit dem Cayenne von praktisch allen Sportwagen-Herstellern leider gewohnt (McLaren hat versprochen, nie, nie ein SUV zu bauen…). Doch die Engländer errichten für das SUV in Wales eine neue Fabrik, das dürfte trotz reichlich Subventionen nicht ganz günstig sein, 750 neue Jobs werden geschaffen. Die Kapazität soll vorerst bei 5000 DBX jährlich liegen, ab 2023 sollen auch die neuen Lagonda-Modelle in St. Athan produziert werden. 5000 dieser nicht ganz günstigen SUV pro Jahr, das ist sehr optimistisch; im ersten Halbjahr 2019 verkaufte Aston Martin 2442 Fahrzeuge (und fuhr bei einem Umsatz von 407 Millionen Pfund ein Minus von 63 Millionen Pfund ein). Sprich: mit dem DBX will Aston Martin seine Verkaufszahlen verdoppeln. Oder wohl eher: muss. Denn, so heisst es, die Finanzsituation ist sehr angespannt, an der Börse sind die Engländer auch nicht wirklich erfolgreich.

Für den DBX hat Aston Martin eine komplett neue Plattform entwickelt, die neben den klassischen Verbrennern auch elektrifizierte Antriebe aufnehmen kann; ein 48-V-Bordnetz ist sowieso eingebaut, das braucht es auch für das Luft-Fahrwerk und die insgesamt sechs Fahr-Modi. Zuerst kommt das SUV aber nur mit dem bekannten 4-Liter-Achtzylinder, der von OMG angeliefert wird und mit 550 PS sowie 700 Nm maximalem Drehmoment antritt (und auf einen nicht mehr wirklich zeitgemässen von 14,3 Litern im Schnitt nach WLTP kommt). Die Kraft wird sortiert über eine 9-Gang-Automatik, einem aktiven Mittel- sowie einem elektronischen Sperr-Differential an der Hinterachse; maximal gehen 47 Prozent an die vorderen Rädern, der DBX kann aber auch als reiner Hecktriebler unterwegs sein. Er will in 4,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h rennen, oben soll erst bei 291 km/h Schluss sein. Preis? Mindestens 200’000 Franken – und ein Buch für die Sonderausstattungen (unter anderem: ein Haustier-Paket). Serienmässig gibt es 22-Zöller. Und vorne Bremsscheiben mit 410 Millimeter Durchmesser.

Mehr Aston Martin haben wir in unserem Archiv.

Sei der Erste der einen Kommentar abgibt

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.