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Fahrbericht Peugeot 2008

Angebot und Nachfrage

Beim Peugeot 208 liegt der Anteil der rein elektrischen Version bei den Bestellungen derzeit bei 15 Prozent. Das ist deutlich mehr, als die Franzosen erwartet hatten – und es ist zu hoffen, dass sie auch tatsächlich liefern können werden. 2018 waren in Europa mehr als 230’000 Peugeot 208 verkauft worden; wenn sich die Verkäufe des französischen Bestsellers zukünftig auf einem ähnlichen Level bewegen werden (was zu erwarten ist), dann wären das über 30’000 e-Dings pro Jahr. Und jetzt kommt ja auch noch der neue Peugeot 2008 – und da ist der Stromer, unserer ganz bescheidenen Meinung nach, schlicht und einfach das beste Angebot. Und wenn es da auch wieder 15 Prozent sind, und beim DS3 Crossback ebenfalls, und beim Opel Corsa auch noch, dann wird die Nachfrage nach all diesen auf der neuen CMP-Plattform basierenden Strom-Fahrzeugen: heftig.

Aber wie kommen wir zur Ansicht, dass der e-2008 das beste Angebot in der Palette dieses kompakten SUV ist? Wir hätten uns auch nie träumen lassen, dass wir einmal schreiben müssen, dass das zusätzliche Gewicht (so ein e-2008 legt doch über 300 Kilo zu gegenüber seinen konventionell angetriebenen Schwestern) sich positiv auswirkt auf das Fahrverhalten. Während die Verbrenner so ein wenig schwammig wirken, liegt der Stromer wirklich satt auf der Strasse, gibt bessere Rückmeldung über die Lenkung, wankt weniger. Das liegt sicher auch am tieferen Schwerpunkt – und vielleicht auch daran, dass das Fahrwerk besser auf den schwereren Wagen abgestimmt ist. Das merkten wir ja so schon beim DS3 Crossback e-Tense (wobei dieser noch komfortabler abgestimmt ist als der e-2008).

Überhaupt passt der rein elektrische Antrieb bestens zum Charakter des Peugeot 2008. Die 136 PS reichen bestens aus, um den über 1,5 Tonnen schweren Franzosen nicht nur flott in Bewegung zu setzen, dank 260 Nm (mit einer Art Overboost: 300 Nm) maximalem Drehmoment ist man auch auf der Gasse kein Verkehrshindernis. Ein Sportwagen will so ein kompaktes SUV ja nicht, doch die Souveränität der unmittelbar abrufbaren Leistung tut dem Wagen gut. Und auch wenn er kein Kraftprotz ist wie andere e-Dings – es reicht locker. Man darf auch davon ausgehen, dass der 2008 relativ schonend mit den Ressourcen umgeht, auf diesem ersten Ausflug kamen wir auf einen Verbrauch von 17,2 kWh, obwohl wir ihn nun wirklich nicht geschont haben. Sogar einen Anflug von Fahrspass zu verspüren glaubten… Die 50-kWh-Batterien, die 220 Liter Volumen benötigen, sind im Fahrzeugboden verbaut, der Elektromotor ist mit allen Nebenaggregaten im klassischen Motorraum vorne platziert. Beim Laden ist alles möglich, was der Markt derzeit hergibt, von der Haushaltssteckdose (16 Stunden) bis hin zu 100 kW (30 Minuten bis auf 80 Prozent).

Die zweite Generation des Peugeot 2008 ist deutlich gewachsen, um 14 Zentimeter auf 4,3 Meter. Auch in der Breite hat er um 4 Zentimerer auf 1,77 Meter zugelegt, nur in der Höhe haben sich die Franzosen etwas eingeschränkt, von 1,56 geht es auf 1,53 Meter. Beim Design sieht man auf den ersten Blick: das ist der kleine Bruder des 3008. Und das ist ja prinzipiell nicht falsch, der 3008 gehört sicher zu den hübschesten SUV überhaupt. Beim neuen, nur gerade 15 Zentimeter kürzeren Modell wirkt allerdings die hinten weit abstehende Stossstange so ein bisschen wie ein Fremdkörper, zu gross, zu schwerfällig. Das hätte sich sicher auch eleganter lösen lassen, obwohl natürlich Sicherheit immer ein wichtiges Thema ist. Und in diesem Bereich wird Peugeot einen neuen Weg einschlagen: die Basis-Versionen des 2008 werden «nur» vier NCAP-Sterne haben, es ist dem Kunden «überlassen», die zusätzlichen Features selber zu bestellen (und zu bezahlen), damit sein Fahrzeug dann auch über fünf Sterne verfügt. Das bedeutet dann aber auch, dass man die Ausstattungslisten sehr genau studieren muss. Bei allen Varianten inbegriffen ist das neue 3D-i-Cockpit, das auch schon im 208 zum Einsatz kommt. Die dreidimensionale Darstellung ist ein nettes Feature – ob es die Menschheit nun wirklich weiter bringt, das wagen wir zu bezweifeln. Ansonsten ist der Peugeot innen sehr adrett gemacht, es ist alles schön übersichtlich (sofern man sich denn mit dem i-Cockpit anfreunden will – was wir längst getan haben), die verwendeten Materialien haben eine hohe Qualitätsanmutung, die Verarbeitung ist auf Premium-Niveau. Auf einen sehr anständigen Niveau befindet sich auch das Kofferraum-Volumen, 405 Liter sind in diesem Segment über dem Durchschnitt.

Zur Wahl stehen neben dem rein elektrischen Antrieb ein 3-Zylinder-Benziner mit 1,2 Liter Hubraum und 100/130/155 PS sowie ein 4-Zylinder-Diesel mit 1,5 Liter Hubraum und 100/130 PS; (kurz) gefahren sind wir die jeweils stärksten Versionen. Und wie es weiter oben bereits angetönt wurde: so richtig überzeugen konnten sie nicht. Was weniger an den Motorisierungen lag als am Fahrverhalten. Man muss bei den drei verschiedenen Drive-Modi schon auf Sport schalten, damit man die Lenkung nicht als komplett gefühlslos empfindet und die Seitenneigung asl nicht leicht beängstigend. Es ist klar, dass man solche kompakten SUV nicht allzu heftig durch Kurven zwingt, dass man durchaus Gefallen finden kann am Gleiten und dem komfortablen Abrollen der Franzosen, doch es erscheint uns das alles doch als zu weich, zu wenig klar definiert. Beide Motoren können aber mit guter Durchzugskraft und der seidenweich schaltenden 8-Gang-Automatik gefallen.

Leider sind die Preise noch nicht bekannt. Man kann aber davon ausgehen, dass der 2008 den üblichen SUV-Aufschlag kriegt, also ab etwas über 20’000 Franken kosten wird in der eher elementaren Basis. Und die elektrische Version (Reichweite 320 Kilometer nach WLTP) wird irgendwo zwischen dem e-208 (ab 34’350 Franken; Reichweite 340 Kilometer) und dem DS3 e-Tense (über 40’000 Franken) liegen. Peugeot rechnet vor, dass sich der Aufpreis für so ein e-Dings (inkl. Subventionen – die es in der Schweiz ja nicht gibt…) gegenüber einer 130-PS-Benziner-Variante nach etwa zwei Jahren dank tieferer Unterhaltskosten wieder ausgeglichen haben wird (ausser: in der Schweiz). Und das ist ja dann noch ein weiteres gutes Argument für den e-2008. Es würde uns nicht wundern, wenn der neue 2008 dem 208 bei den Verkaufszahlen bedrohlich nahe rücken wird – oder ihn in einigen Ländern sogar überholt.

Mehr Peugeot finden sich in unserem Archiv.

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