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Ford Mustang GT – Bullitt

Auf dem Boden bleiben

Nein, es war kein «barn find». Sean Kiernan wusste immer, was da in der Garage seiner Farm in der Nähe von Nashville stand, dass der dunkelgrüne Ford Mustang GT nicht einfach ein 68er Mustang war, sondern: «Bullitt». Sein Vater Robert hatte das Fahrzeug 1974 für 3500 Dollar gekauft – und obwohl er wusste, dass Steve McQueen mit genau diesem Mustang die legendäre 10-minütige Verfolgungsjagd im Film «Bullitt» gefahren war, durfte seine Frau die Kinder damit zur Schule fahren. 1980 war die Kupplung am Ende, der Wagen wurde abgestellt, erst 2001 machten sich Robert und Sean Kiernan daran, den Mustang wieder flott zu machen. Doch die Restauration war ausgesprochen sanft, der Lack wurde nicht berührt, selbst die Löcher in der Karosse, dort, wo für die Filmaufnahmen die Kameras montiert gewesen waren, blieben erhalten. 2014 starb Robert Kiernan, 2018 entschloss sich sein Sohn, den wahren «Bullitt»-Mustang der Öffentlichkeit zu zeigen – passenderweise zusammen mit einem neuen «Bullitt Edition»-Mustang auf der Detroit Motor Show.

In der Folge wurde das Leben von Sean Kiernan etwas anstrengend. Zusammen mit seinem Mustang wurde er an so ziemlich jede Veranstaltung eingeladen, er reiste rund um die Welt – und irgendwann war ihm das einfach zu viel. Auch deshalb, weil seine Frau schwanger wurde. Und deshalb musste er sich schweren Herzens entscheiden, den Mustang zu verkaufen. Weil Sean Kiernan aber Farmer bleiben will (und noch einen Job hat als Autoteile-Verkäufer), ging er nicht auf die Angebote der schicken Auktionshäuser wie RM Sotheby’s, Gooding & Co oder Bonham’s ein, sondern konnte bei www.mecum.com ein paar besondere Wünsche anbringen. Und deshalb wird der wohl berühmteste Mustang überhaupt als «no reserve» angeboten, die Versteigerung wird bei einem Preis von 3500 Dollar beginnen – also so viel, wie sein Vater einst für «Bullitt» bezahlt hatte.

Der Mustang kommt am Freitag, 10. Januar, in Kissimmee unter den Hammer. Man darf davon ausgehen, dass er den bisherigen Mustang-Rekord von 2,2 Millionen Dollar, die im vergangenen Jahr für den Shelby GT500 Super Snake bezahlt wurden, problemlos übertreffen wird. Bei Mecum geht man von mindestens 3 Millionen Dollar aus, Experten erwarten bis zu 5 Millionen Dollar.

Die Geschichte der Ford Mustang haben wir: hier. Und wir haben auch noch ein paar Mustang, die es nie gab: hier. Ansonsten ist unser Archiv reich bestückt.

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