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Ferrari und Vignale

Kunst in Metall

Es gibt ja diese Zufälle. Diesmal war es so: In der famosen Elkhart-Sammlung, die RM Sotheby’s am 1./2. Mai versteigert (es ist noch nicht ganz klar, wie), steht ein sehr hübscher Ferrari 225S mit einer Berlinetta-Karosserie von Vignale, Chassis-Nummer 0164ED. Über dieses Fahrzeug wollten wir eh etwas schreiben. Am vergangenen Wochenende dann sortierten wir wieder einmal ein paar Auto-Bücher, und da fiel uns «Ferrari by Vignale» in die Hände, ein Werk, das der Schweizer Ferrari-Guru Marcel Massini 1993 veröffentlicht hatte. Dann blättert man natürlich so ein bisschen, liest, vergleicht die Angaben, stellt sich Fragen (warum steht im Massini-Buch, dass 0164ED ursprünglich blau war – und in seinem Report in den Verkaufsunterlagen dann «Original exterior color: Rosso»?) und noch andere Frage (warum gibt es zwei Motoren mit der gleichen Nummer?) und noch mehr Fragen (wie kommt es, dass der Wagen – plötzlich? – eine spannende Renn-Geschichte hat, am Giro di Sicilia teilgenommen hat und, noch viel wichtiger, an der Mille Miglia 1952, Bordoni/«Geronimo», 10. Rang im Gesamtklassement?). Aber wir wollen ja nicht kleinlich sein.

Wie auch immer: Es entstand dann die Idee für eine weitere Sammlung, Ferrari und Vignale. Es ist das ja irgendwie überschaubar, wahrscheinlich gibt es 160 Exemplare – und nein, nicht alle sind wirklich schön. Eine kleine Vignale-Geschichte hatten wir ja schon mal, hier, einige Vignale-Ferrari haben wir ja auch schon vorgestellt, zum Beispiel 0214ED (und ja, dann gab es noch ein paar Maserati und Fiat und einen ganz grossartigen Abarth). Aber wir beginnen ganz einfach mit mit 0164ED – und arbeiten dann weiter.

1952 Ferrari 225S Berlinetta

Chassis-Nummer: 0164ED (könnte aber anders sein, denn eventuell war dies einmal ein 166)

Motoren-Nummer: 0164ED (könnte aber auch anders sein, denn diese Motoren-Nummer gibt es anscheinend doppelt)

Farbe: Blau (oder doch Rot?)

Interieur: Pelle Naturale

erster Besitzer: Kleber, Paris (ja, die Familie mit den Reifen)

weitere Besitzer: viele, sehr viele… – zuletzt: Najeeb A. Khan.

Auktion: RM Sotheby’s, Elkhart Collection 2020, no reserve (wird aber auf 2,5 bis 3 Millionen Dollar geschätzt)*

1952 Ferrari 340 Mexico

Chassis-Nummer: 0224 AT

Erster Besitzer: Franco Cornacchia (Scuderia Guastalla, Mailand) – verleaste das Fahrzeug an Santiago Ontanon (Mexico City), der es wiederum an Luigi Chinetti auslieh für die 3. Carrera Panamericana, Chinetti/Lucas, Startnummer 20 (Kennzeichen BO 16722).

Renngeschichte:

1953 Mille Miglia, Castellotti/Regosa, Startnummer 67, DNF

1953 12 Stunden von Reims, Chinetti, Hill, DNF

1953 12 Stunden von Pescara, Bracco/Bonomi, DNF

Weitere Besitzer: Bill Galvin; Tom Stewart; Carl Bross; Everett Calvin R. Gleason; Dean Batchelor; Harley Cluxton; John Robertson; Larry Nicklin.

Auktion: RM Sotheby’s, Amelia Island 2011, verkauft für 4’290’000 Dollar. Die Geschichte zu diesem Fahrzeug: hier.

1967 Ferrari 330 GT 2+2 Shooting Brake

Chassis-Nummer: 07963

Motoren-Nummer: unterdessen – 09269

Farbe: ursprünglich – Rosso

Interieur: beiges Leder

erster Besitzer: Mr. Desy

weitere Besitzer: Luigi «Coco» Chinetti; Jean-Claude Paturau (1990); Jason Cheetham (2011); Danny Barker (2015)

Auktion: RM Sotheby’s, Petersen Automotive Museum 2018, verkauft für 313’000 Dollar. Zu diesem Fahrzeug haben wir eine hübsches Geschichte, hier.

* bedeutet: wir haben mehr Bilder (und meist auch Infos). Mehr (ältere) Ferrari haben wir in unserem Archiv.

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