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Newsletter 33-2020

Rückblick oder: Was uns antreibt

Vergangene Woche liessen wir uns auf eine Diskussion mit einem Schweizer Auto-Importeur ein, die wir in dieser Form eigentlich gar nicht führen wollen: unsere Zahlen. Es werden nicht nur von diesem Importeur immer wieder Zahlen über www.radical-mag.com kolportiert, die uns komplett ins Lächerliche ziehen. Ja, es ist wahr, «radical» ist winzig, wir haben keine 5000 follower auf Facebook, wir finden auf Instagram so gut wie gar nicht statt – andere haben Millionen, mindestens. Überraschend ist dann allerdings, wenn die Interaktionen der Ganzganzgrossen hinter der von «radical» hinterherhängt, wenn die, die als marktführend gelten und gemäss besagten Importeuren 3000 (in Zahlen: dreitausend!) Mal mehr (!) Leserinnen und Leser haben als wir Vollpfosten, es auf weniger likes, shares und Kommentare schaffen.

Aber es ist eine müssige Diskussion, wir wollen sie auch gar nicht führen. radical-mag war immer ein Herzensprojekt, ist es weiterhin, wird es bleiben. Gute Geschichten, fundierte Geschichten, manchmal auch scharfe Geschichte. Daher der Name. Natürlich könnten wir uns auch noch ein paar Hunderttausend von diesen unglaublich zielgruppenrelevanten 12-jährigen aus Entwicklungsländern zukaufen. Bloss: wofür? Wenn sich der «PR-Value» stur nach Reichweite (die von Medienagentur, Importeuren und auch Herstellern gern mit Relevanz verwechselt wird) richtet, dann liegen wir aktuell vielleicht auf Vettel-Niveau. Aber wir glauben halt irgendwie nicht an die Glaubwürdigkeit von Zahlen, welche die Anzahl der tatsächlich an Automobilen interessierten Menschen in der Schweiz um mindestens das 50fache überschreiten.

Woran wir aber glauben, was uns wirklich antreibt: Relevanz (die beim besten Willen nicht mit Reichweite zu verwechseln ist). Nur zwei Beispiele aus den vergangenen zwei Wochen, der Gordon Murray Automotive T.50 und der Lamborghini Miura P400. Was Sie bei uns zum T.50 lesen konnten, in dieser Tiefe, mit diesem Sachverstand, trotz heftiger Länge bis zur letzten Zeile lesenswert, das haben Sie bei keinem anderen deutschsprachigen Medium gefunden. Bei keinem, auch nicht jenen, deren Redaktionen aus Dutzendschaften von Journalisten bestehen. Das, was wir uns da bei den Lamborghini Miura kontinuierlich aufbauen, das gibt es auch im englischsprachigen Raum nicht. Mit solchen Stories erreichen wir eine wunderbare Reichweite, die um so unglaublich viel besser ist als – Millionen (zumindest diese theoretischen).

Herzensangelegenheit: Der McLaren F1 war für uns immer schon das Grösste. Und wenn jetzt Gordon Murray Jahrzehnte später wieder antritt und den F1 unter den heute möglichen, optimalen technischen Voraussetzungen noch einmal konstruiert, dann kann nichts anderes entstehen als das beste Auto der Welt. Fabian hat eine wunderbare Story geschrieben, die ganz, ganz tief in die technischen Feinheiten eindringt – die man gelesen haben muss, wenn man sich für das Thema «Auto» interessiert.

Gordon Murray Automotive T.50

Was sonst noch lief in Sachen Neuheiten, das finden Sie in Zukunft bei uns als Kurzfutter und dem Titel News-Letter. Der August war bislang noch nicht sehr ergiebig. Aber ein paar spannende Fahrzeuge gibt es schon, etwa den Maserati Ghibli mit 580 PS.

News-Letter August 2020

Klar, es gibt schon den einen oder anderen Zagato-Entwurf, den wir lieben. Was aber in den letzten Jahren von Zagato gekommen ist (vor allem: Aston Martin), ging eher so in Richtung, ach, egal. Jetzt will sich Andrea Zagato, verheiratet mit der Enkelin von Renzo Rivolta, an den Bizzarrini A3/C vergreifen. Leider.

Iso Rivolta GTZ

Sehr viel gelesen wurde auch unsere mehr bildlastige Story zum Porsche 356 RSR von Emory Motorsports. Da geht es auch um die «Outlaws» auf Porsche-Basis. Die man nicht mögen muss. Aber: kann.

Porsche 356 RSR Emory Motorsports

Ein weiterer Liebling: der Berkeley SE492. Der ist zwar nur 30 PS stark. Aber halt auch nur 330 Kilo schwer. Und zeigt bestens auf, dass sich gewisse Dinge in die falsche Richtung entwickelt haben.

Berkeley SE492

Ach ja, noch so ein kleiner Schatz:

BMC Mini 9X

Es wurde uns zugetragen, dass manche Leser*innen unsere Miura-Manie als etwas anstrengend empfinden. Wir geben jetzt auch mal ein paar Tage Ruhe, denn wir sind jetzt durch mit dem ersten Teil, den P400. Von denen es gemäss Lamborghini 275 Stück gegeben haben soll. Was schon einmal nicht stimmt. Wir haben da aber noch ganz viele andere gute Stories, schöne Anekdoten – und vor allem: wir haben sie alle.

Die Lamborghini Miura P400

Mehr altes Blech? Hier, Classics. Mehr News? Neuheiten. Mehr Fahr- und Testberichte? Erfahrungen. Mehr Freud’ am Fahren? Fahrfreude.

Und falls Sie den letzten, schon länger zurückliegenden Newsletter nicht erhalten haben sollen: hier.

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2 Kommentare

  1. Lieber Peter
    Seit Jahren lese ich Radical, mit Genuss.
    Und, wegen der Gifteleien der Ganzganzgrossen solltet Ihr euch keine Gedanken machen – fuck them.

    Hingegen würde es mich freuen, wenn ihr zukünftig etwas die blinde petrolhead Haltung revidieren könntet. Design und Fahrspaß werden wohl immer ein Thema bleiben, hingegen scheint ihr nicht gebührend zu realisieren, dass die Zeit der Verbrenner dem Ende zugeht. All das Gedröhne über PS, Beschleunigung, Sound, maximaler Kolbengeschwindigkeit und Gummiabrieb – wen interessiert dies noch? Vielleicht bleiben Motorräder, Flugzeuge und Schiffe bei synthetischen, CO2 neutralen Treibstoffen, aber das Automobil wird definitiv elektrisch oder allenfalls Wasserstoff betrieben sein!

    Es muss doch bei euch jemanden geben, Du, der es versteht „die Schönheit des Elektrons“ zu erfinden, darüber zu reden, wie Elektronen sich in Batterien bewegen, was es für Elektromotoren-typen gibt, wie E Motoren tönen, wie sich die deutschen Autobauer gegen Tesla wehren, wie man elektrisches Starfucking machen kann uäm. Bevor es andere tun!

    Es geht um eine neue Ästhetik des Elektrischen. Das sollte doch möglich sein!

    Coratxa! (katalanisch)
    Xavier

  2. beat walti beat walti

    ich lese Eure Beiträge (vor allem zu Klassiker Themen) mit grossem Interesse. Ich finde Ihr seid eine echte Bereicherung in dieser mittlerweile äusserst langweilegen Auto-Medien-Landschaft.

    Weiter so!!

    Mit besten Grüssen,

    Beat Walti

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