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Bugatti Type 57SC Corsica – #57512

Aufgeblasen

Der Type 57S, im Oktober 1936 auf dem Salon von Paris vorgestellt, ist vielleicht so etwas wie die Quintessenz des gesamten Schaffens von Bugatti. Schon der Type 57 war sehr erfolgreich, als 57S wurden Chassis (Radstand 2,89 Meter, stolze 32 Zentimeter weniger) und Fahrwerk komplett neu konstruiert; S bedeutet auch nicht etwa Sport oder so etwas, sondern «surbaisse», tiefergelegt. Auch der Motor wurde überarbeitet, der 3,3-Liter-Achtzylinder erhielt eine auf 8,5:1 erhöhte Verdichtung, eine magnetische Zündung (Scintilla-Vertex) und eine Trockensumpfschmierung. Hatte der Type 57 noch 135 PS, so kam der Type 57S schon auf 175 PS; wurde noch das «C» hinzugefügt mit einem Roots-Kompressor, dann waren es 200 PS. Wurde alles kombiniert und dann auch noch mit einer sehr aussergewöhnlichen Karosserie versehen, dann gab es da noch den 57G «Tank», mit dem Bugatti 1937 und 1939 die 24 Stunden von Le Mans gewinnen konnte. Vom Type 57S wurden zwischen 1936 und 1938  je nach Quelle zwischen 48 und 60 Stück gebaut. Wie viele nachträglich noch einen Kompressor erhielten und folglich zum SC wurden, darüber gehen die Meinungen unter den eh chronisch uneinigen Bugatti-Spezialisten weit auseinander.

Das ist auch bei diesem Exemplar so, Chassisnummer #57512. Man weiss, dass dieses Fahrzeug als fahrbares Chassis am 8. März 1937 an Colonel Sorel in die Bugatti-Niederlassung in London geliefert wurde. Den Aufbau erhielt das Fahrzeug dann bei Corsica Coachworks – und wurde Ende März 1937 vom ersten Besitzer, Maurice Fox Pitt-Lubbock, unter dem Kennzeichen DXP 970 registriert. Lubbock wurde nach dem Krieg Präsident von Rolls-Royce und musste folglich seinen geliebten Bugatti verkaufen, nächster Besitzer war Leonard Potter. Ob #57512 da schon mit einem Kompressor aufgeblasen war, ist zwar sehr wahrscheinlich, aber nicht ganz sicher. 1950 wurde der Bugatti in die USA verkauft, wohl 1955 beschloss der damalige Besitzer, dass der Corsica-Aufbau langweilig war. 1960 konnte der Richter John North aus Maryland das Fahrzeug samt der zweiten Karosserie für 3800 Dollar kaufen. Nachdem er die einzelnen Teile von #57512, Motor, Chassis, Karosserie immer wieder ver- und dann zurückgekauft hatte, beschloss er wohl 1999, alles wieder zu vereinen – um dann Wagen dann 2003 an General Lyon zu verkaufen. Im gleichen Jahr liess die Blackhawk Collection #57512 dann komplett zu restaurieren und zu altem Glanz auferstehen.

Es werden immer mehr Bugatti werden in unserem Archiv.

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