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News-Letter Februar 2021

Die Neuheiten

Irgendwie wollen (und müssen) wir die Neuheiten ja auch verarbeiten. Das ist zum grössten Teil zwar öd (neue Farben!), aber halt schon irgendwie auch von Interesse. Ausserdem kriegen wir so vielleicht selber besser mit, was denn passiert, wer jetzt neue Farben hat oder noch eine Chromspange unter dem auf dem linken Aussenrückspiegel angebrachten Blinker. Es gibt in diesem News-Letter Februar 2021 jeweils ein paar Zeilen und ein einziges Bild (oder mehr), was frisch ist, kommt oben, alle andern wandern nach unten.

McLaren Artura

McLaren, unterdessen seit zehn Jahren im Geschäft, aber derzeit etwas in den Seilen hängend (Corona, Brexit, etc.), bleibt sich treu: Es gibt weiterhin kein SUV. Obwohl das wohl die Bilanzen in diesen schwierigen sicher massiv schönen könnte. Aber es gibt nach dem unvergleichlichen P1 wieder einen elektrifizierten Sportwagen; man muss wohl davon ausgehen, dass es nicht der letzte dieser Art aus Woking sein wird. Der neue Artura (Trockengewicht 1395 Kilo) tritt mit einem ganz neuen 3-Liter-V6 mit Doppelturbo (585 PS, 585 Nm), dazu gibt es einen 95-kW-E-Motor, der noch einmal 225 Nm zusätzliches Drehmoment abdrücken kann, was die Gesamtleistung dann auf insgesamt 680 PS und 725 Nm bringt. Ein 7,4-kWh-Akku soll genügend Energie speichern können für 30 Kilometer rein elektrische Reichweite.; klar, Plug-in. Neu ist auch noch das 8-Gang-Doppelkupplungsgetriebe – nicht ganz so total frisch erscheint uns das Design. Aber man will wohl die bestehende Kundschaft nicht erschrecken, der sparsamste McLaren aller Zeiten macht gegen aussen weiterhin auf böser Bube.

Porsche 911 GT3

Kein anderes Modell von Porsche wird jeweils so sehnsüchtig von den Fans erwartet wie der GT3, das puristische Sportmodell ist für viele so etwas wie der Markenkern. Immer schärfere Abgasnormen, strenge Verbrauchs-Grenzwerten und hohe Auflagen für Fahrerassistenzsysteme verwässern das Fahrerlebnis der anderen Modelle. Beim Porsche 911 GT3 stemmt sich die gesamte Entwicklungsmannschaft mit allem Know-how genau gegen diese Verweichlichung. Umso erstaunlicher ist es, dass sie den 4,0-Liter-Sechsyzlinder ins neue Modell gerettet haben. Dank cleverer Leichtbau-Abgasanlage und einer optimierten Einzeldrossel-Ansaugung aus dem GT3-Cup-Rennwagen erreicht er die EU6d-ISC-FCM-Norm bei 12,4 Liter Verbrauch. Doch die Kür liegt beim neuen Porsche 911 GT3 gänzlich woanders. Nämlich auf der Rennstrecke. Und hier brilliert die 510-PS-starke Neuentwicklung so, wie man es von einem GT3 erwartet. Gleich um 17 Sekunden unterbietet er die Nürburgring-Nordschleifenzeit des Vorgängers. Er fährt damit in einer komplett neuen Dimension. Denn erstmals knackt der Porsche 911 GT3 als Saugmotor-Serienwagen die magische 7-Minuten-Schallmauer. Möglich ist das vor allem dank einer völlig neu konstruierten Vorderachse, Rennwagen-Aerodynamik und extremen Reifen. Die Doppelquerlenker-Konstruktion unter den vorderen Kotflügeln entstammt praktisch direkt aus dem Rennwagen 911 RSR. Sie ermöglicht eine präzisere Radführung auf der Strecke und eine verbesserte Reifenauflagefläche beim Einfedern. Die optionalen und extra griffigen Michelin Pilot Sport Cup 2R-Reifen können ihre Stärken dadurch noch besser ausspielen. Auch die charakteristischen Schwanenhals-Optik des hinteren Heckspoilers trägt ihren Ursprung im Motorsport. Sie generiert deutlich mehr Abtrieb bei gleichbleibendem Luftwiderstand. Auch der neue Diffusor und die Abluftschächte in der Fronthaube sorgen für einen gesteigerten Anpressdruck des Porsche 911 GT3. In all diesen Optimierungen findet sich aber auch etwas erfrischend Archaisches im neuen Sport-911: ein Handschaltgetriebe. War es in den letzten Generationen zu Gunsten des PDK-Doppelkupplers nicht mehr erhätlich, erfüllt Porsche den Fans nun einen Herzenswunsch. Denn auch wenn ein manuell geschalteter GT3 langsamer ist als eine PDK-Variante, so bietet er noch mehr Emotionen. Zu haben ist der GT3 der Generation 992 ab Mai zu Preisen ab 205‘500 Franken.

Tesla – Plaid+

Es gibt auch noch einen Plaid, etwas über 1000 Pferde für das Model S und und das Model X. Doch uns interessiert mehr der Plaid+, bislang nur für das Model S angekündigt und in Amerikeit ab Frühling für 139’990 Dolores zu haben. Das sind dann mehr als 1100 PS – und eine Reichweite von über 800 Kilometern. So ganz nebenbei soll sich das Ding in weniger als 1,99 Sekunden von 0 auf 60 Meilen hauen lassen – und über 200 Meilen schnell sein. Das heisst: Als Gegenleistung für einen nett ausgestatteten Audi Q5 kriegt man ein Gerät, das schneller ist als alle Ferrari, Koeningsegg, Porsche und überhaupt. Blöd ist, irgendwie: Tesla wird liefern (während alle anderen mit offenem Mund dastehen, gar nichts tun, Investoren-Kohle verbrennen etc.). Der Wegfall von Lenkrad, Blinker, Gangwahl etc. ist aber mindestens ähnlich hohl.

Jaguar C-Type Continuation

Man muss es ja verstehen, irgendwie. Aktuelle Modelle verkauft Jaguar kaum mehr, die geplanten acht Exemplare der Jaguar C-Type Continuation würden das Ding schon quasi auf das Podium der Verkaufsrangliste bringen, weltweit. Wenn sonst nichts geht, dann muss halt dies sein, Nachbauten, hat Jaguar ja schon öfter gemacht, frische Ideen hatte man zuletzt (aber lassen wir das). Blöd ist nur: Auf die Strasse darf auch dieser Dödel nicht – und «historic racing» ist definitiv auch nicht, obwohl Jaguar solchen Mist in der Pressemitteilung schreibt (Chassisnummer von 2021 – no historic racing, Punkt). Sorry, dass wir jetzt ganz deutlich werden müssen, aber wir finden solches Tun komplett daneben. Und wir wagen mal zu behaupten: Proteus machte das mindestens so gut. Für einen Drittel des Geldes.

Mehr Neuheiten gibt es immer unter: Neuheiten.

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