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Lamborghini 350/400 GT

Zurück auf Feld 1

Der Tipo 103, besser bekannt als Lamborghini 350 GTV, der auf der Turiner Motor Show im Herbst 1963 seine Weltpremiere erlebt hatte, war nicht zu gebrauchen. Das von Franco Scaglione geschaffene Design gefiel Ferruccio Lamborghini gar nicht, und der von Giotto Bizzarini konstruierte Motor war zwar ein Meisterwerk, doch er passte nicht ins Auto und war vor allem viel zu sehr auf Höchstleistung ausgelegt. Und überhaupt: In der Traktorenfabrik in Cento liessen sich keine Autos bauen. Ferruccio Lamborghini hatte sich gründlich verkalkuliert – es lief gar nichts, wie er es sich vorgestellt hatte, und er konnte eigentlich noch einmal von vorne beginnen. Scaglione wurde entlassen, Bizzarrini ging im Streit, einzig der erst 27-jährige Giampaolo Dallara durfte bleiben.

Doch was Ferruccio Lamborghini dem jungen Ingenieur – er hatte in Mailand Luftfahrttechnik studiert – alles aufbürdete, war schon fast unmenschlich. Er musste nicht nur dem Bizzarrini-Motor Manieren beibringen, sondern auch den GTV zu einem anständigen Auto entwickeln. Und so ganz nebenbei noch eine neue Fabrik in Sant’Agata Bolognese aufbauen. Und das in kürzester Zeit, denn Ferruccio Lamborghini war ein ungeduldiger Mann, und nach der Schmach mit dem GTV konnte er sich keine weitere Blösse leisten. Zum Glück konnte Dallara bald Paolo Stanzani als Assistent verpflichten.

Obwohl der Flugzeugingenieur Dallara kaum Erfahrungen mit Motoren hatte, löste er das Problem des 3,5-Liter-V12 kurz, schmerzlos und mit Bravour. Die sechs 36-Millimeter-Fallstrom-Weber-Doppelvergaser des 350 GTV wurden durch deutliche zivilere Varianten (40 DCOE von Weber) ersetzt; die Höchstdrehzahl fiel von 8000 auf 6500/min, die Leistung von 347 auf 270 PS (maximales Drehmoment 325 Nm bei 4500/min). Auch wurde die Verdichtung von 11,0:1 auf 9,4:1 gesenkt sowie rennsporttaugliche Trockensumpf-Schmierung in einen konventionellen Nass-Sumpf mutiert – was der Standfestigkeit sicher nicht abträglich war. Interessant übrigens: Die «abgeschwächte» Dallara-Version lief erstmals am 3. Oktober 1963 auf dem Prüfstand – aber sie wurde trotzdem nicht in den 350 GTV eingebaut, der erst am 26. Oktober der Presse sowie am 30. Oktober der Öffentlichkeit in Turin vorgestellt wurde.

(Wir haben nach einem up-date etwas Probleme mit der Darstellung unserer Bilder, vor allem bei den Galerien. Die funktionieren zwar, auch wenn man das «fehlende» Bild anklickt. Aber das sieht irgendwie nicht so schön aus. Deshalb verwenden wir fürderhin auch wieder die Dia-Shows. Aber es wird eine neue Lösung kommen.)

Doch Dallara tat noch weit mehr. Er konnte ZF in Friedrichshafen überzeugen, eine mechanische Kugelumlauf-Lenkung und vor allem ein Fünfgang-Getriebe zu liefern. Girling steuerte die Scheibenbremsen bei, und von Salisbury kam das Sperrdifferential. Allerdings nicht lange. Das Teil neigte zum «Singen», eine Eigenschaft, die Lamborghini gar nicht gefiel, und so musste sich Dallara dann auch noch um eine Eigenkonstruktion kümmern. Die Fabrik sowie die Fabrikation bekam er aber erstaunlich locker in den Griff, doch sein Chef stellte ihm auch ein grosszügiges Areal zur Verfügung.

Chefsache war auch das Design. Und nachdem der Versuch mit Scaglione ein Schuss in den Ofen gewesen war (wobei, wir müssen zugeben, uns gefällt der 350 GTV ausgesprochen gut), musste jetzt einer der grossen Namen her. Ferruccio entschied sich für die Carrozzeria Touring – und befahl den Mailändern Künstlern gleich mal, die Front ganz neu zu zeichnen, und bitte ohne Klappscheinwerfer. Ob die feststehenden elliptischen Leuchten dann aber wirklich das Gelbe vom Ei wurden, das wagen wir hier einmal zu bezweifeln. Als Chassis diente zwar immer noch ein Rahmen aus massiven Rohren, die zuerst Neri & Bonacini aus Mailand lieferten, doch bald von Marchesi aus Modena kamen. Touring baute einen weiteren, sehr leichten Rahmen aus Stahlrohren unter die Karosse, «Superleggera», eine Technik, welche die Mailänder schon 1937 entwickelt hatten. Zwar hatte Lamborghini mit Touring einen sehr kompetenten Design-Partner gefunden, doch der Traktoren-Hersteller hatte vergessen, sich nach der Befindlichkeit der Mailänder zu erkundigen; Carrozzeria Touring musste 1966 Konkurs anmelden, und Carrozzeria Marazzi, von ehemaligen Touring-Mitarbeitern gegründet, führte dann das Lamborghini-Projekt weiter.

Das erste Chassis (Nummer 101) mit der von Touring aufgebauten Karosserie – an der auch schon die Stossstangen angebracht waren – wurde am 9. März 1964 nach Sant’Agata geliefert – und genau dieses Fahrzeug, diesmal mit Motor, erlebt dann seine Weltpremiere auf dem Salon von Genf. Mit 4,64 Metern Länge war der Wagen erstaunlich gross für die damalige Zeit, angenehm schmal (1,73 Meter) und sportlich flach (1,22 Meter). Er bot für 2+1 Personen Platz; der Sessel in der zweiten Reihe war sehr reduziert, mehr ein Scherz. Das Gewicht von 1450 Kilo war damals an der oberen Grenze für einen Sportwagen. Die Fahrleistungen – den Sprint von 0 auf 100 km/h schaffte der 350 GT in 6,8 Sekunden, als Höchstgeschwindigkeit wurden 254 km/h gemessen – hingegen waren ausgezeichnet. Und obwohl Ferruccio Lamborghini für sein Spielzeug einen exorbitanten Preis verlangte, 15’600 Dollar in den USA, 53’850 Mark in Deutschland (das entsprach einem Dutzend VW Käfer), bezahlte er bei jedem gebauten Exemplar ein hübsches Sümmchen drauf. Aber das konnte er sich (damals) noch leisten.

Der erste Lamborghini 350 GT wurde am 31. Juli 1964 ausgeliefert, Chassisnummer 104. Nur gerade 13 Stück verliessen 1964 noch die neue Fabrik, 135 Stück wurden bis 1967 gebaut; ab 1967 gab es dann, gleichzeitig, noch den 400 GT. Wobei, da müssen wir jetzt auch genau sein: Es gibt den 400 GT, der ein 350 GT ist mit einem grösseren Motor, und dann gibt es auch noch den 400 GT 2+2, der dann eigentlich ein neues Automobil ist. Der 400 GT besass einen auf 3929 ccm vergrösserten Zwölfzylinder, der 320 PS leistete, ansonsten war alles gleich wie beim 350 GT. Der 400 GT 2+2 besitzt den Motor aus dem 400 GT, doch er wurde innen geräumiger (dank einer um fünf Zentimeter angehobenen Dachlinie und einer Art Rücksitzbank) und das riesige Heckfenster wurde durch eine profane Variante sowie einen Kofferraumdeckel ersetzt.

Die 400 GT 2+2 sind im Gegensatz zu den Alu-350ern vor allem aus Stahl gebaut. Vorne leuchteten nun Doppelscheinwerfer von Hella, das ZF-Getriebe wurde durch eine Eigenkonstruktion ersetzt. Vom 400 GT enstanden nur gerade 23 Stück, vom 400 GT 2+2 waren es dann doch 247 Exemplare (bis 1968, dann kam der Islero). Ein spezieller 400 GT mit dem Namen Monza entstand bei Neri & Bonacini.

Vom 350 GT gab 1965 noch den 350 GTZ von Zagato, der jedoch das einzige Zagato-Produkt auf Lamborghini-Basis bleiben sollte. Touring baute 1965 ein einziges Cabrio (350 GTS).

Und dann war da noch der wohl berühmteste Lamborghini jener Serie, der legendäre Flying Star, ein zweitüriger Sportkombi, ein wunderbares Teil. Es dürfte eines der letzten Fahrzeuge gewesen sein, vielleicht sogar das allerletzte, das die Mailänder Hallen von Touring 1966 verliess. Aufgebaut auf einem verkürzten und verstärkten Chassis eines Lamborghini 350 GT, wurde dieses Fahrzeug 1966 in Turin auf dem Salon ausgestellt – und gleich vom Stand weg verkauft an den Franzosen Jacques Quoirez, den Bruder der Schriftstellerin Françoise Sagan. In den vergangenen 20 Jahren war dieser Flying Star  – hey, 1080 Kilo schwer! – im Besitz eines Franzosen, der den Wagen anscheinend auch fleissig bewegt hat, denn bei der Restauration – übrigens durch die 2008 wiedergeborene Carrozzeria Touring – hatte der Lamborghini über 100’000 Kilometer auf der Uhr. Der Flying Star II war das Ende einer ganz, ganz grossen Epoche – und deshalb ein wichtiges, sehr wichtiges Automobil. Dass er jetzt in der wiedergeborenen Carrozzeria Touring wieder aufbereitet werden durfte, das ist ein schönes Zeichen. (Er stand 2019 in Paris auf der Retromobile.)

Sowohl die 350 GT wie auch die 400 GT 2+2 sind massiv am Steigen, sie werden wohl bald die Grenze von einer Million Dollar übersteigen; bis vor drei Jahren dümpelten sie so bei 250’000… . Die seltenen 400 GT ohne 2+2 kamen schon lange nicht mehr auf den Markt.

Es entsteht hier: eine Sammlung.

Lamborghini 350 GT:

Chassis-Nummer: 0101

Das 1964  in Genf  am Messestand  von Lamborghini  ausgestellte  Fahrzeug war der allererste 350 GT mit Fahrgestellnummer 101  im Grünton Verde Ginevra Metallizzato (Grün) mit  weissem Interieur. Das später als Muletto für die Entwicklung und Dauertests eingesetzte Fahrzeug wurde bei einem Auffahrunfall an einer Ampel zerstört (die gleiche Geschichte gibt es auch zum allerersten Miura…).

Chassis-Nummer: 0102

Besonderes: erster Serien-Lamborghini überhaupt. «Best of Show» beim 2. Concours d’Elégance «Lamborghini & Design». Im März 2024 kam dieses Fahrzeug, das am 15. August 1964 die Produktion verliess und wie schon #0101 nach Genf geliefert wurde, auf einem Ausflug nach Genf zurück. Von dieser «Rückkehr» stammen auch die Bilder unten.

Chassis-Nummer: 0111

Motoren-Nummer: 0128

Auktionen: Gooding & Co., Scottsdale 2008, Schätzpreis 290’000 bis 340’000 Dollar, verkauft für 308’000 Dollar; Gooding & Co., Pebble Beach 2018, Schätzpreis 600’000 bis 700’000 Dollar.

Chassis-Nummer: 0114

Motoren-Nummer: 0116

Auktion: RM Sotheby’s, The Guikas Collection 2021, verkauft für 477’500 Euro. In Paris, im Februar 2023, kam das Fahrzeug bei RM Sotheby’s schon wieder unter den Hammer – in einer neuen Farbe. Der Schätzpreis lag bei 550’000 bis 600’000 Euro, verkauft wurde das Fahrzeug nicht:

Und jetzt schon wieder, RM Sotheby’s, Miami 2024, Schätzpreis 600’000 bis 700’000 Dollar. Tja:

Chassis-Nummer: 0154
Motoren-Nummer: 0132

Auktion: Artcurial, Paris 2024, Schätzpreis 400’000 bis 500’000 Euro, no reserve, angeboten mit folgendem Text: «According to the Lamborghini record, this particular 350 GT was delivered new on the 22nd March 1965 to Lambocar Milano in „Grigio St Vincent“ colour with red interior. This is the 25th 350 GT produced and therefore the 25th car to leave the Sant’Agata factory, since the 350 GT was the manufacturer’s first ever model and constituted one of the very first milestones in its fabulous history. The car presents some special features and original details as shown in pre-production models. These are, for example, the perforated and brushed Helleboure steering wheel, the sun visors made of dark glass, the round tank cap flaps with the chrome-plated borders, the fans above the fenders for interior ventilation, the interior ventilation outlets in the footwell and the chrome surrounds of the headlights. The current owner acquired it in 2013, after noticing it in the collection of a British enthusiast named Alexander Oet. He bought it in 2009 for his collection of around a hundred cars which he stored in a four-story underground garage located in Antwerp, Belgium. This Lamborghini returned to Europe in September 2007 to an enthusiast from Bournemouth (England) called Leslie Terence, after a trip to the United States in 1978, where it was part of a Frenchman’s collection named Jacques Harguindeguy, an enthusiast originally from Basque. It was this same enthusiast whose 1937 Delahaye 135 M Figoni won the „Best of Show“ at the Pebble Beach Concours of Elegance in 2000. This stunning 350 GT is today autographed by Valentino Balboni, former head of testing at Lamborghini for 40 years. A history file is included with the car. Presented in metallic bronze colour (bronzo scuro) with burgundy interior, this car was the subject of a high-level restoration around twenty years ago which enabled it to be in very good condition today, with very well preserved paint and chrome. The car has hardly been driven since but was regularly serviced by in-house mechanics of the seller, who is a great Lamborghini enthusiast. The interior is immaculate and is equipped with its original engine and gearbox».

Chassis-Nummer: 0205

Motoren-Nummer: 0151

Auktion: Bonhams, Quail 2022, noch kein Schätzpreis

Chassis-Nummer: 0223 (auch wenn bei RM Sotheby’s jetzt steht: LAM022365 – interessant…)

Motoren-Nummer: 0178

Auktion: RM Sotheby’s, Arizona 2024, Schätzpreis 600’000 bis 750’000 Euro. Angeboten mit folgendem Text: «Offered here is one of those rare aluminum-bodied 350 GTs and it is believed to have been the only example delivered in this striking combination of hues, Blu Notte over Tabacco leather. Its chassis, engine, and gearbox numbers all match those described on the Lamborghini Certificate of Original Configuration, showing that it remains very much the automobile that it was when delivered in 1965 to its first Italian owner, A. Comiti. The 350 GT reappeared across the Atlantic in 1971, when it was purchased by Steve Nyman of Seattle, Washington. Mr. Nyman would retain the car for 42 years before selling it in 2013 to Richard Molke of New Jersey. Mr. Molke commissioned noted Lamborghini specialist Gary Bobileff of San Diego’s Bobileff Motorcar Company to undertake a complete restoration of the car, including both mechanical components and body, from 2013 through 2016. With the work completed, the 350 GT was shown at the 2016 Amelia Island Concours d’Elegance, winning First in Class. In 2017 the Lamborghini was purchased by the present owner, a longtime and devoted collector of fine European performance machines. In his ownership nearly $60,000 was spent in further sorting, including going through the carburetors, ignition, clutch, and power windows in order to bring the car as near as possible to perfection. A later five-speed manual gearbox was installed, for better driveability, while the original numbers-matching gearbox remains apart from the car and will be supplied with it».

Chassis-Nummer: 0226

Motoren-Nummer: 0181

Auktionen: Gooding & Co., London 2020, Schätzpreis 400’000 bis 550’000 Pfund, verkauft für 379’500 Pfund. Gooding & Co., Pebble Beach 2022, Schätzpreis 600’000 bis 700’000 Dollar, angeboten mit folgendem Text: «According to Lamborghini factory records, chassis 0226 was completed in July 1965, fitted with engine no. 0181 and finished in Azzurro Fiat (Fiat Blue) with Senape (Mustard) upholstery. Delivered new in Italy, this 350 GT eventually made its way to the US as a second-hand car. In the 1990s, well-known Ferrari collector Philippe Lancksweert purchased the Lamborghini in California and brought it back home to Belgium. In fall 1999, when he sold the 350 GT to fellow collector Hubert Fabri, 0226 reportedly remained in largely original condition, finished in Azzurro Fiat with its original upholstery intact. Early in Mr. Fabri’s ownership, the Lamborghini crisscrossed Europe between race meetings and on numerous tours. Between 2013 and 2016, the 350 GT underwent an extensive restoration overseen by well-known European specialists: Top Motors of Modena; Pichler GFG AG of Gstaad, Switzerland; and Markus Scharnhorst of Toffen, Switzerland. Cosmetic elements were entrusted to Bacchelli & Villa’s renowned Carrozzeria Autosport in Bastiglia, Italy. During this process, the Touring coachwork was refinished in a striking dark metallic blue, while the interior was trimmed in bright red leather hides and fitted with a single, centrally mounted rear seat, as found on the very earliest 350 GTs. Mr. Fabri enjoyed nearly two decades with the 350 GT before selling it to the current American owner.»

Chassis-Nummer: 0232

Motoren-Nummer: 0229

Auslieferungsdatum: ?

Besitzer: stand in der Sammlung von Adam Carolla.

Auktion: RM Sotheby’s, Amelia Island 2017, geschätzt auf 600’000 bis 750’000 Euro, nicht verkauft; RM Sotheby’s, Petersen 2018, verkauft für 555’000 Dollar*.

Chassis-Nummer: 0253

Motoren-Nummer: 0220

Auslieferungsdatum: August 1965 (Jake Kaplan, Lamborghini East, Providence, Rhode Island)

Besitzer: Jack Kellam (Dallas, USA, ab 1987); Andy Chan (Hong Kong, ab 1989)

Auktion: Gooding & Company, Scottsdale 2018, geschätzt auf 750’000 bis 825’000 Dollar.

Chassis-Nummer: 0316

Motoren-Nummer: 0265

Auktionen: Gooding & Co., Pebble Beach 2016, Schätzpreis 750’000 bis 950’000 Dollar, verkauft für 726’000 Dollar.

Chassis-Nummer: 0343

Motoren-Nummer: 0274

Auktionen: Gooding & Co., Amelia Island 2016, Schätzpreis 675’000 bis 775’000 Euro, nicht verkauft; Gooding & Co., Amelia Island 2018, Schätzpreis 600’000 bis 700’000 Dollar, verkauft für 627’000 Dollar.

Chassis-Nummer: 0355

Dieses Fahrzeug mit der Motoren-Nummer 0337 wurde am 5. März 1966 in Italien ausgeliefert, an einen Ghignone Moresi Pechers, in silber-grauer Lackierung und mit schwarzem Interieur. 1971 kam der Wagen zuerst nach Frankreich, später dann in die Niederlande. Zwar wurde das Interieur in Navy-Blau restauriert, doch 0355 verfügt noch über den originalen Motor – und wird am 7. Juni 2018 von Artcurial in Le Mans versteigert. Schätzpreis: 450’000 bis 550’000 Euro. (Wir können auf Wunsch weitere Bilder zur Verfügung stellen.)

Chassis-Nummer: 0391

Motoren-Nummer: 0364

Auslieferungsdatum: 13.05.1966 (an Lambrocar, Mailand)

Erster Besitzer: Luigi Piotti, Mailand

Auktion: RM Sotheby’s, Monaco 2016, geschätzt auf 700’000 bis 850’000 Euro, nicht verkauft. (Photos: ©Dirk de Jager)

Chassis-Nummer: 0400

Auktion: RM Sotheby’s, Monterey 2019, verkauft für 252’000 Dollar, angeboten mit folgendem Text: «Offered here, chassis 0400 was completed on 2 May 1966. It is believed to be among the last run of 350 GTs produced, as work had begun on the car’s successor, the 400 GT 2+2. According to factory production records, chassis 0400 left the Works finished in Azzurro Fiat, destined for the United States via Jake Kaplan’s East Coast Lamborghini distributorship. The early history is not known; however, the car found its way to the West Coast sometime in the late 1970s, evidenced by the 1980 Long Beach Grand Prix sticker still on the windscreen. By the 1990s, the car was in the hands of noted Ferrari and Lancia expert Tony Nicosia. He remembered the car as highly original, unrestored, and a good driving example during his time with it. Nicosia serviced the 350 GT before selling it to the most recent owner over 20 years ago. Since then it has remained quietly part of a significant private collection of unique and important sports cars. Today the car remains in amazing, unrestored condition. At some point in this car’s history, the original 3.5-liter V-12 engine was replaced with a 320 hp, 4.0-liter quad-cam V-12 unit. In the ’70s or ’80s, the seats were reupholstered in black with blue corduroy fabric inserts. Aside from the seats, the door panels, dash, headlining, and rear luggage area, the car remains in highly original condition. With the previous owner, the car saw an extended period of storage, requiring recommissioning to return it to running and driving order. Recent work includes a full fuel system overhaul, rebuilt Weber carburetors, new brake boosters and plumbing, cleaned and inspected brake calipers, and new clutch hydraulic cylinders. The car runs quite well, with excellent brakes and gearbox. Additional sorting may be required to return it to regular road use.»

Chassis-Nummer: 0409

Motoren-Nummer: 0409

Auktionen: Artcurial, Paris 2016, Schätzpreis 680’000 bis 780’000 Euro, nicht verkauft.

400 GT (auch als «Interim» bezeichnet):

Chassis-Nummer: 0415

Motoren-Nummer: 0418

Auktionen: Gooding & Co., Pebble Beach 2008, Schätzpreis 250’000 bis 350’000 Dollar, verkauft für 231’000 Dollar – siehe auch weiter unten…

Chassis-Nummer: 0427

Motoren-Nummer: 0421

Auslieferungsdatum: ?

Besitzer: ?

Auktion: RM Sotheby’s, Villa Erba 2017, Schätzpreis 650’000 bis 750’000 Euro, nicht verkauft*.

Chassis-Nummer: 0463

Motoren-Nummer: 0439

Originalfarbe: Rosso Alfa

Auktion: RM Sotheby’s, Arizona 2020, Schätzpreis 575’000 bis 650’000 Dollar*.

Chassis-Nummer: 0481

Motorennummer: 0511

Auktion: Broad Arrow, Monterey 2022, Schätzpreis 400’000 bis 500’000 Dollar, angeboten mit folgendem Text: «This car, referred to as an “Interim”, is one of just 23 first series 400 GTs marrying the early two-seater bodywork of the 350 GT with the more powerful 4.0-liter V12. Chassis 0481 is a US-delivery example originally delivered to New York in the colors of Azzurro Fiat over Black upholstery. According to the International Lamborghini Register it appears to have been dispatched to California right away. By the late 1990s, the Interim resided with Craig Davis of Pebble Beach, California, a noted collector of postwar European sports cars. The Lamborghini would pass through a handful of subsequent owners prior to joining the Fleischman Collection in June 2010. Upon acquisition, preeminent Lamborghini specialists Bobileff Motorcar Company of San Diego, California were commissioned to conduct a thorough inspection. It was determined that a prior restoration could be improved upon, and the decision was made to commit to a bare-metal respray and mechanical freshening. As part of this work, the interior was reupholstered in proper and sumptuous cognac leather, while the exterior was refinished in the gorgeous, understated factory color of Grigio Saint Vincent. Inside the cabin, its Jaeger gauges are clear and crisp while a beautiful wood rimmed Nardi steering wheel greets the driver. Borrani wire wheels complement the Touring body style that is so uniquely early Lamborghini. Documentation on file between 1997 and 2019 includes photos of the body refresh along with maintenance and repair records. Most recently the file shows a 2019 invoice from Foreign Sport Technician of Santa Monica, California, who were entrusted to renew all fluids, with leak repairs made to transmission and the coolant tank. This expertly restored V12 thoroughbred from the Fleischman Collection offers its driver exclusivity in Lamborghini enthusiast circles as one of only 23 Interim 400 GT examples, and represents the pinnacle of 1960s Italian style. Please note that according to information provided by the International Lamborghini Registry, this car is understood to have been first owned by the Hollywood actor David Janssen, who is perhaps best known for his starring role as Dr. Richard Kimble in the television series The Fugitive.»

Chassis-Nummer: 0568

Motoren-Nummer: 0618

Auktionen: Artcurial, Monaco 2017, verkauft für 480’000 Euro

Chassis-Nummer: 0574

Motoren-Nummer: 0527

Auktionen: Artcurial, Le Mans 2014, verkauft für 607’920 Euro.

Chassis-Nummer: 7240403995 (?)

Motoren-Nummer: 0638

Auktionen: Gooding & Co., Pebble Beach 2015, Schätzpreis 550’000 bis 650’000 Dollar, verkauft für 522’500 Dollar.

400 GT 2+2:

Chassis-Nummer: 0403

Motoren-Nummer: 0331

Auktionen: Gooding & Co., Pebble Beach 2009, verkauft für 319’000 Dollar.

Chassis-Nummer: 0415/0634

Dieser 400 GT 2+2 hat eine interessante und farbenfrohe Geschichte, welche vom Markenhistoriker Marcel Wallenburg aus Holland entwirrt wurde. Es wurde lange vermutet, dass dieser Wagen neu an einen Käufer aus dem Mittleren Osten verkauft worden war – ungewöhnlich genug, zu einer Zeit, in der Lamborghini ausserhalb Europas und der USA praktisch unbekannt war. Als das Fahrzeug durch einen Oldtimer-Spezialisten angeboten wurde, bemerkten Markenliebhaber die Existenz eines zweiten 400 GT mit der Nummer ‚0415‘, einer früheren zweisitzigen Version, welche in einer US-Sammlung stand. Herr Wallenburg spekulierte, dass ein Besitzer irgendwann einmal die Papiere des anderen Autos benutzt haben könnte, um dieses steuerfrei in sein Heimatland zu importieren. Aufgrund der Akten von Herrn Wallenburg wurde festgestellt, dass die Touring-Karosserienummer des angebotenen Wagens – ‚18998‘ – dem 1966 neu gekauften Chassis ‚0634‘ des selben irakischen Herrn entsprach, welcher bereits ‚0415‘ besessen hatte. Bei Lamborghini (und anderen Herstellern) war es damals üblich, Käufern, die in Hochsteuerländern Einfuhrgebühren vermeiden wollten, behilflich zu sein; mehrere neue Miura wurden beispielsweise unter Verwendung der Chassisnummern von Fahrzeugen ausgeliefert, die sich bereits im Besitz des Käufers befanden und auch schon in dessen Heimatland importiert worden waren. Es ist nicht bekannt, ob ‚0634‘ vor der Lieferung bereits von der Fabrik oder erst später vom ersten Besitzer umnummeriert wurde; sicher ist aber, dass der Wagen bereits 1969 mit ‚0415‘ gekennzeichnet war, als er von Herrn Perez Sotto, einem in Paris lebenden argentinischen Gentleman, nach Frankreich importiert wurde. Zu der Zeit war das Auto hellblau metallic mit senffarbener Lederausstattung.  Der nächste Besitzer war ein Herr Bothorel, gefolgt von einem Hernn Dumas, welcher den Lamborghini im August 1981 in dunkelgrau metallic lackieren liess. Die mechanischen Arbeiten wurden dem erfahrenen französischen Lamborghini-Guru (und ehemaligen Importeur) Edmond Ciclet anvertraut. Im Juli 1985 wurde das Auto von Dr. Philippe Poitout erworben, welcher Herrn Ciclet zwischen 1985 und 1988 weitere Arbeiten ausführen liess. Dr. Poitout fuhr den Wagen bis 1997. Im Jahr 2000, nach Dr. Poitout`s Tod, montierte sein Sohn eine Edelstahl-Auspuffanlage und führte weitere Arbeiten aus. Im August 2000 erwarb Herr Raynal das Auto, um es im Juli 2007 bei 87’300 km an den Händler Autodrome in Cannes zu verkaufen. Im November 2007 wurde das Fahrzeug von einem Schweizer Sammler gekauft und Edmond Ciclet wurde mit einer umfangreichen Kontrolle beauftragt: Motor und Getriebe wurden demontiert, Kupplung und Zylinderkopfdichtungen wurden ersetzt, verschiedene andere Arbeiten erledigt. Nach dem Import in die Schweiz wurde der Wagen der Carrosserie Binggeli in Nyon für eine komplette Neulackierung im klassischen Farbton Amaranto metallic, der perfekt mit der vorhandenen Lederausstattung harmoniert, anvertraut. Der Wagen wurde 2016 vom Einlieferer erworben und verfügt über eine brandneue Polsterung, bei der die vorhandenen Naturlederbezüge erhalten blieben. Die Innenausstattung wurde zudem unter Verwendung stilvoller Louis Vuitton Elemente aufgewertet. Letzte MFK als Veteranenfahrzeug im September 2017. Dieses Fahrzeug wurde am 16. Juni 2018 von der Oldtimergalerie Toffen in Zürich versteigert.

Chassis-Nummer: 0547

Motoren-Nummer: 0633

Produktionsdatum: 19.09.1967

Auktion: RM Sotheby’s, Monterey 2011, versteigert für 434’500 Dollar. (Photos: ©Harvey Smith)

Chassis-Nummer: 0565

Motoren-Nummer: 0749

Auktionen: Gooding & Co., Pebble Beach 2013, Schätzpreis 350’000 bis 425’000 Dollar, verkauft für 451’000 Dollar.

Chassis-Nummer: 0571

Motoren-Nummer: 0518

Auktion: Gooding & Co., Pebble Beach 2022, Schätzpreis 300’000 bis 400’000 Dollar, angeboten mit folgendem Text: «The final evolution of the Lamborghini grand touring models, the 400 GT 2+2 has grown to be recognized for its deft pairing of performance and elegance, as this very original example – chassis 0571, finished in Rosso Alfa (Alfa Red) over black interior – demonstrates wonderfully. One of only 247 examples believed built, this rare US-delivery model was imported new to Lamborghini dealer Bob Estes of Inglewood, California, on July 25, 1966, according to factory records reported in correspondence with Lamborghini ambassador and illustrious former chief test-driver Valentino Balboni. Estes himself was a well-known racer, constructor, and founding father of the USAC racing series, who had acquired the western US-distribution rights for Lamborghini before co-founding Beverly Hills Porsche-Audi in 1969. By 1968, 0571 was offered for sale by another famous California racer and sports car dealer, Vasek Polak. Records indicate Polak sold the car to Dr. Samuel Baskerville of Bakersfield, California, on January 18, 1968. Dr. Baskerville would keep the car for the next 53 years before it was discovered by the current owner in 2021 following decades in storage. Still in the state it was found, 0571 offers a time capsule view into the Southern California sports car scene in the late 1960s. Polak’s dealership license frames still hold the original California black plates issued to the car. Service receipts from the legendary Modena Sports Cars in Hollywood, California, spanning two decades, were found in the glove compartment. Windshield decals from the Automobile Club of Southern California and the Kern County Racing Association paint a picture in time of a So-Cal culture steeped in high-performance automobiles. Stampings and data plates appear to confirm that this example retains its matching-numbers engine per accompanying factory records. Included with the car is a scissors jack, California registration receipts from 1968, 1977, and 1979, service records, and a period aftermarket radio. Refreshingly untouched and complete, it is extraordinary to find such a rare and exotic thoroughbred hidden from view for as long as 0571 has slumbered. Last registered through May 1987 and showing 51,593 miles at the time of cataloguing, this is an iconic Italian gran turismo frozen in time. A straightforward recommissioning which retains its wonderful patina of decades of stewardship, or a concours restoration which invites entry into the world’s premier motoring events – both are exciting opportunities for this astonishing, time-warp Lamborghini 400 GT 2+2.»

Chassisnummer: 0583

Motorennummer: 0521

Auktion: Stand bei Aguttes im Dezember 2021 zum Verkauf, Schätzpreis 160’000 bis 220’000 Euro, nicht verkauft. Angeboten mit folgendem Text: «Sold new in Italy where it stayed for many years, it was then exported to the United States where it successively moved from the East Coast (Oklahoma and Virginia) to the West Coast (California). The car returned to Europe in the early 1990s in Aachen. It was then acquired at auction at the end of 1990, before joining the Anna-Lisa Collection. Its engine, which is in very good condition, was dismantled for a restoration that never took place. It is up to the future owner to reassemble it and drive it in a car with a very nice original condition, or to start a complete restoration.»

Chassis-Nummer: 0595

Dieses Fahrzeug mit der Motoren-Nummer 0546 wurde am 21. Juli 1966 in die Schweiz ausgeliefert, an die Garage Foitek in Zürich, in silber-grauer Lackierung und mit schwarzem Interieur. 1988 kam der Wagen dann nach Deutschland. 0595 verfügt noch über den originalen Motor sowie wahrscheinlich das originale Interieur – und wird am 7. Juni 2018 von Artcurial in Le Mans versteigert. Schätzpreis: 350’000 bis 450’000 Euro. (Wir können auf Wunsch weitere Bilder zur Verfügung stellen.) Unten: RM Sotheby’s, London 2017, Schätzpreis 375’000 bis 415’000 Pfund, nicht verkauft.