Das Einzelstück
Pietro Frua war definitiv sehr geschäftstüchtig. So sehr, dass er sich auch nicht scheute, seine Entwürfe mehrfach zu verwenden (selbstverständlich immer in teilweise sehr sanften Abwandlungen). Wahrscheinlich war es genau diese Geschäftstüchtigkeit, die ihn dazu trieb, 1971 auf Basis eines Ford Escort Mk I den Monte Carlo zu bauen – vielleicht hatte er die Hoffnung, dass Ford das Bedürfnis entdeckte, auch ein Escort-Coupé anzubieten. Das war ihm schon früher gelungen, mit dem ab 1961 gebauten Ford Consul Capri – und 1971 setzte er noch einen drauf mit dem Escort Mexico GT (der auf einem schon achtjährigen Glas GT aufbaute, siehe oben).



Der Monte Carlo wurde im Herbst 1971 auf dem Pariser Salon vorgestellt, er stand auf den Stand von Frua neben dem berühmten Maserati Quattroporte «Aga Khan» – und erhielt vielleicht auch deshalb nicht die nötige Aufmerksamkeit. Die Gattin eines Schweizer Architekten verliebte sich trotzdem in das Coupé, konnte den vom klassischen 1,3-Liter-Kent-Vierzylinder angetriebenen Wagen auch kaufen. Sie behielt ihn bis 1980, der nächste Besitzer dann gar stolze 18 Jahre, der übernächste ebenfalls (und liess ihn 2003 restaurieren, auch von Braun auf Rot umlackieren). Jetzt kommt dieses Einzelstück bei Bonhams in Bonmont 2025 unter den Hammer, es hat eine Schweizer Strassenzulassung und die wichtigen FIVA-Papiere, erwartet werden zwischen 50’000 und 60’000 Franken.







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Für einen Escort sieht er verdammt gut aus.
Immerhin hat jener damals sehr gut funktioniert, war robust, gut verarbeitet und rostete kaum (Mk2).
Und das Lenkrad steht so herrlich schief im Raum, schräg und nach links gekippt.
Und die Schaltung hatte BMW-Niveau, der Kent eher nicht, aber ein Mk2 meiner Mutter begleitete mich durch halb Europa. Im Winter eh herrlich mit dem Heckantrieb. Driften ist einfach schöner als geradeaus über die Vorderachse wegzurutschen.