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Sayonara: Nissan Silvia (S15)

Verpasste Chancen

Nissan geht es nicht so gut. Das ist jetzt sehr höflich ausgedrückt. Der neue CEO Ivan Espinosa wird sieben von 17 Werken schliessen, mindestens 20’000 Mitarbeiter feuern, zwei quasi fertig entwickelte E-Autos kommen gar nicht erst auf den Markt, weitere Projekte werden sterben müssen. Ob allerdings Sparen allein helfen wird, das wird sich weisen. Und vielleicht müsste sich die japanische Marke wieder mehr darauf besinnen, was sie zwar nicht gross, aber berühmt gemacht hat: Sportwagen. Immerhin will Espinosa, so heisst es zumindest, einen neuen GT-R bauen. Und auch eine Silvia.

Silvia? Diese Dame kennen wir in unseren Breitengraden nicht so gut, also schon, aber halt zumeist unter Pseudonym. Es begann 1964 mit einem hübschen kleinen Coupé (Bild oben), das zuerst als CSP311 bezeichnet wurde, was halt nicht besonders sexy klang. Deshalb: Silvia. Nur 554 Stück wurden gebaut – und zwei davon kamen zur japanischen Polizei, weil die Silvia damals das schnellste einheimische Serien-Fahrzeug sein wollte. Mit ihren 90 PS aus einem 1,6-Liter-Motor kam sie auf stolze 165 km/h. Es dauerte dann ein bisschen, erst 1975 kam die nächste Silvia, S10, die schaffte es dann als 200SX auch in die USA; besonders erfolgreich war sie aber auch da nicht, was sich mit dem Bild unten gut erklären lässt.

1979 änderte sich das Spiel. Es kam der S110, der sollte ursprünglich einen Wankelmotor erhalten, kam dann aber doch ganz konventionell – und diente als Basis für die ersten Rallye-Versuch (siehe auch: Nissan 240 RS). Flott ging es weiter, S12 (1983-1989, durfte auch in Europa Silvia heissen), S13 (1989-1993, wieder als 200SX bezeichnet – und später als 240SX), S14 (1993-1999, in Europa sehr selten, in Japan und weiteren Märkten dafür sehr populär).

Die siebte und bisher letzte Generation der Silvia erschien dann 1999 – und wurde in Europa nicht mehr angeboten. Dabei war das ein feines Gerät, 2-Liter-Turbo (SR20DET) mit 250 PS. Ziemlich kompakt, nur 4,44 Meter lang, auch nur 1200 Kilo schwer. Und als R-Spec ein scharfes Teil, Sechsganggetriebe, hochwertiges Fahrwerk, Vierkolben-Scheibenbremsen vorne, grösserer Bremsservo, ein wirksameres Sperrdifferenzial und, gegen Aufpreis, die Vierradlenkung HICAS. Gebaut wurde diese Silvia nur bis 2002, dann sah Nissan ein, dass man zu viele unterschiedliche Autos im Programm hatte, kaum Synergien schaffen konnte. Irgendwie tönt das doch ein bisschen wie der Anfang dieser Geschichte.

Mehr spannende Japaner gibt es unter: Sayonara.

2 Kommentare

  1. Florian Rehekampff Florian Rehekampff

    Nissan (in vielen Ländern lange unter Datsun bekannt) versprühte nie den granz grossen Glamour. aber hey – Patrol: einer der wenigen echten Geländekraxler, und der Prairie – keine Schönheit, aber ob der Räudigkeit irgenwie cool.

    • Rolf Rolf

      Ja, der Prairie mit den Schiebetüren und ohne B-Säule war in seiner zweckmäßigen Schlichtheit wirklich ergreifend.
      Patrol der 3., 4. und 5. Generation habe ich hautnah erleben dürfen, tolle Autos.
      Witzig, wie die 5. Generation ansatzlos in der Breite von ehemals 1,69 m auf 1,93 m wuchs. Ein Panzer damals.
      Vergessen wir aber nicht den 200 SX mit den Klappscheinwerfern, damals gern gefahren und fast ein bisschen exclusiv.
      Die 240 bis 280 Z ja sowieso. War das nicht mal der meistverkaufte Sportwagen der Welt? Einen 280 ZX durfte ich häufig bewegen, nicht so hübsch wie die Z, aber ein ergreifend dreckiger Reihen-Sechser-Klang.

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