Der Wegbereiter
Als der Volvo XC90 2002 auf den Markt kam, hat er die Wahrnehmung für die schwedische Marke quasi über Nacht verändert. Auf einmal war Volvo ganz oben angekommen, Premium, chic, modern, insbesondere dann mit der ab 2004 angebotenen V8-Version. Die erste Generation, bis 2014 gebaut, ist eine Legende – und wurde 2015 von der zweiten Generation noch übertroffen. Er basierte als erster Volvo auf der hypermodernen SPA-Architektur, die auch heute noch höchsten Ansprüchen mehr als nur genügt. Im vergangenen Herbst erhielt der XC90 eine weitere Auffrischung. Viel musste nicht gemacht werden, das Design bleibt mehr als nur zeitgemäss, das grosse SUV war immer schon unauffällig eleganter als seine Konkurrenten. Es gibt aussen neue, filigranere Lampen vorne und hinten, eine der Familienoptik angepasste Front. Innen sind die Veränderungen grösser, es gibt einen schön integrierten, mächtigen Touchscreen, auf dem nun sämtliche Google-Dienste inklusive Google Maps für die Navigation zur Verfügung stehen. Und Volvo hat an vielen Kleinigkeiten gearbeitet: Die Mittelkonsole bietet deutlich mehr Platz, die Ladeschale für das induktive Laden des Smartphones ist nun deutlich besser erreichbar.

Aber selbstverständlich bietet der XC90 weiterhin unglaublich viel Platz. Vorne sitzt man hoch und sehr bequem, in der zweiten Reihe reisen die Passagiere wie Fürsten – und selbstverständlich gibt es weiterhin sieben Sitze. Auch in dieser Konfiguration bietet das SUV noch ausreichend Kofferraumvolumen (was in dieser Klasse aussergewöhnlich ist), maximal sind über 1800 Liter möglich. Und mehr als 700 Kilo Zuladung. Und auch die Anhängelast von bis zu 2,4 Tonnen ist vorbildlich. Im Zuge des Facelifts hat Volvo das Motoren-Programm gestrafft – und mit dem T8 Plug-in-Hybrid ein neues Topmodell auf den Markt gebracht. Hier wird der 310 PS Zweiliter-Benziner mit einem 145 PS starken Elektromotor an der Hinterachse kombiniert. Der Verbrenner verfügt über zusätzlichen Kompressor, der den Turbolader antreibt, bis dieser seinen Dienst im optimalen Bereich aufnimmt. Das verhindert ein Turboloch, bringt reichlich Drehmoment schon bei tiefen Drehzahlen. Der E-Motor an der Hinterachse hilft dem Benzinmotor dann, wenn mehr Leistung gefordert wird – und Leistung hat der T8 nun wirklich satt: 455 PS, ein maximales Drehmoment von 709 Nm.

Doch dann ist da eben noch der andere Effekt: Gemäss WLTP fährt sich der Plug-in-Hybrid auf bis 71 Kilometer rein elektrisch (in Tat und Wahrheit: etwa 50). Der Strom wird in einer 18,8 kWh grossen Batterie gespeichert, die durchschnittliche Tagesstrecke von Frau und Herr Schweizer von weniger als 40 Kilometern schafft der Volvo (einigermassen) locker. Lädt man dann brav daheim (oder beim Einkaufen), lässt sich der 4,95 Meter lange, 1,92 Meter breite, 1,77 Meter hohe und 2,3 Tonnen schwere XC90 fast ausschliesslich elektrisch bewegen. Doch auch wenn die Batterie auf einer längeren Strecke null Prozent SOC (State of Charge) anzeigt, unterstützt der Akku durch cleveres Motorenmanagement den Antrieb weiterhin – das leise Reisen ist ein markanter Pluspunkt des grossen Schweden. Da hilft ihm natürlich auch die seidenfein schaltende 8-Gang-Automatik und die (optionale) Luftfederung. Günstig war das Vergnügen ja noch nie, der T8 kostet noch ganz, ganz knapp fünfstellig.




Es ist durchaus verständlich, dass noch nicht alle auf ein rein elektrisch betriebenes Fahrzeug umsteigen können oder wollen. Doch mit diesem Plug-in-Hybrid-XC90 fährt man heute schon vernünftig umweltfreundlich (Verbrauch gemäss WLTP 1,2 Liter/100 km) – sofern man die Batterie immer wieder auflädt (im Test waren es dann eher so 5 – weil wir halt auch mal mehr als 50 Kilometer am Stück gefahren sind). Und das ist ja dann auch gleich eine gute Übung für den Umgang mit Strom; man wird schnell merken, dass das keine Hexerei ist, sondern bequem und problemlos. Und vielleicht ist es dann bald Zeit für einen rein elektrisch betriebenen Volvo. Was es auch noch gibt, ganz frisch: die XC90 Black Edition. Jedes Fahrzeug der Black Edition verfügt über spezielle Aussendetails, darunter das Eisenzeichen, der Kühlergrill, die hinteren Embleme und die Räder in Hochglanzschwarz. Im Innenraum hat man die Wahl zwischen zwei komplett schwarzen Innenräumen, beide mit anthrazitfarbenem Dachhimmel und kaschiertem Aluminiumdekor sowie zwei Materialoptionen für die anthrazitfarbenen Sitze. Erstaunlich: Die Black Edition ist nicht nur in Onyx Black erhältlich, sondern auch Crystal White, Denim Blue und Vapour Grey.

Es ist dies eine Story aus radical#5, dort der (hier merkt man es gut) bezahlten Volvo-Beilage. Mehr gute Stories haben wir im Archiv.


Hybrid wäre noch sinnvoller wenn man die Batterie auf echte 60 Reichweiten km auslegen würde. So viel teurer wäre das ja nicht.
in China müssen es jetzt – nach Norm – 100 km sein, sonst zählen sie nicht mehr als NEV.
Die Chinesen denken in vielem pragmatischer.
Und für alle die kein Boot ziehen müssen dürfte dann ein Range Extender Motor reichen.
Nun war das Urmodell wirklich ein ungewöhnlicher Volvo und damals waren SUVs mega in. Wie schrieb mal jemand „trotz der Größe, die anderen großen SUVs entspricht, ist beim Volvo immer ein bisschen Bullerbü dabei, was ihn nicht so bedrohlich erscheinen lässt“.
Der Nachfolger ist wirklich ein schönes Auto für einen SUV, allerdings, reden wir „in Verbrenner“, mit den 2 Liter 4 Zylindern eigentlich lächerlich motorisiert, egal wieviele PS dabei rauskommen. Ordentlich beladen und bergauf ergibt das ein nicht standesgemäßes Geplärre, beim durchbeschleunigen auf der Autobahn ebenso.
Da merkt man sogar den Unterschied zwischen einem aufgeladenen 4 Liter V8 und einem 5,5 oder 6 Liter Motor.
Ich hatte mal Gelegenheit in einem XC60 Diesel mitzufahren und war überrascht, wie präsent der Diesel in den Innenraum nagelte, eigentlich wie bei einem Kleinwagen.
Ein Bekannter fährt einen V90 Diesel, der klingt aussen ebenso altmodisch. Das geht schon lange viel besser, muss ja nicht gleich wie bei Audi ein gefakter V8-Benziner Klang sein.