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Aston Martin Lagonda Taraf

In die Wüste geschickt

Als der Traktoren-Hersteller David Brown 1947 zuerst Aston Martin für 20’000 Pfund kaufte und kurz darauf auch noch Lagonda für 52’000 Pfund, da erhielt für sein Geld bei Aston einen Berg Schulden – und bei Lagonda den Ruhm eines Le-Mans-Sieges, einen ganz feinen V12 sowie W.O. Bentley mitsamt der Neukonstruktion eines Sechszylinders. Warum Brown trotzdem Aston Martin den Vorzug gab, ist irgendwie unerklärlich, und man weiss ja auch, was die Folgen waren: Geld verdient hat Brown mit Aston Martin nie, ganz im Gegenteil, 1972 musste er verkaufen. Die neuen Besitzer liessen den Namen Lagonda wieder aufleben, doch das ab 1976 bis 1990 gebaute Modell, der wahre Keil, war zu aussergewöhnlich, als dass es Erfolg hätte haben können. Wie auch immer, 2008 wurde verkündet, dass die Marke Lagonda wieder aufleben sollte. Und 2009 stand auf dem Genfer Salon tatsächlich ein Aston Martin Lagonda, ein eigenartiges Gefährt, quasi ein SUV, das in Zusammenarbeit mit Mercedes entstanden war. Daraus wurde aber, wie so oft bei den Engländern, nichts. Der nächste Versuch kam dann ein paar Jahre später, Marek Reichman zeichnete auf Basis eines Rapide eine viertürige Stufenheck-Limousine, die 2014 wieder in Genf stand.

Eigentlich war es ein gutes Stück. Die Karosserie bestand aus glasfaserverstärktem Kunststoff, damit das Gewicht des 5,4 Meter langen Viertürers (Radstand 3,19 Meter) auf knapp 2 Tonnen gehalten werden konnte. Unter der Haube arbeitete der bei Ford in Köln produzierte 5,9-Liter-V12, der es auf 540 PS und ein maximales Drehmoment von 630 Nm brachte. Damit beschleunigte der Taraf in 4,4 Sekunden auf 100 km/h und war maximal 314 km/h schnell. Der Name war allerdings etwas eigenartig: Taraf war auch der Name einer türkischen Zeitung, die 2016 von Präsident Erdogan verboten wurde. Überhaupt hatte es der Taraf mit dem Nahen und Mittleren Osten: Aston Martin entschied, dass die Luxus-Limousine nur in dieser Region angeboten werden sollte. 100 Stück sollten in Gaydon gebaut werden, beim Preis hielt der damalige Chef Ulrich Bez wohl den Daumen in die Höhe und schätzte: 1 Million Dollar. Als Andy Palmer 2016 übernahm, erhöhte er das Produktionsziel auf 200 Stück, liess den Taraf auch in Europa, den USA, Singapur und Südafrika anbieten. Kurz darauf endete die Produktion dann auch schon, zum Abschluss gab es noch vier Exemplare einer noch teureren «Final Edition», man darf davon ausgehen, dass wahrscheinlich insgesamt 120 Stück des Taraf verkauft wurden.

Es kommen nun immer wieder solche Aston Martin Lagonda Taraf auf den Markt. Erstaunlich ist dabei, dass die meisten dieser Fahrzeuge kaum Kilometer auf dem Tacho haben, sich also noch im Neuzustand befinden. Und eigentlich sind sie Schnäppchen, sie kosten jetzt weniger als die Hälfte des Neuwagen-Preises. Und man sieht sie gerade in Mitteleuropa so gut wie gar nie. Das hier gezeigte Fahrzeug, Chassis-Nummer SCFTMDCS6HGS50062, kam 2018 direkt in die USA, hat weniger als 500 Meilen auf dem Tacho (sic!) und wird von Broad Arrow auf Amelia Island 2026 versteigert; erwartet werden zwischen 500’000 und 700’000 Dollar.

Mehr Lagonda? Gern.

18 Kommentare

  1. Max Max

    Vor allem hinten wie die meisten Automobile unnötig eng. oder anders gesagt: die fette Mittelkonsole ersetzt die Sportsitze. da kann das Auto noch so wanken, man hat einfach keinen Platz irgendwo hinzurutschen,

  2. tom tom

    Zuviel Geld für so ein Fahrzeug. Auch wenn es nur wenige davon gibt oder gab.
    Für so viel Geld wüsste ich bessere Fahrzeuge von Ferrari, Lamborghini, usw.
    Aber das ist ja nur meine Meinung.

  3. Schon noch ein sehr schöner Aston Martin, eigentlich der letzte schöne Aston Martin, für mich war 2016/17 mit dem klassischen DB9 Schluß, die aus diesem Fahrzeug entstandenen Derivate verwässerten das feine Design mit jeder neuen Variante.
    Der Taraf – in der Tat ein denkbar blöder Name – war sehr sauber und elegant, vor allem hatte er das sehr schöne Armaturenbrett der Astons aus dieser Zeit mit den chronometerartigen Instrumenten (IWC Pilots Watch!) und dem versteckten Navigationsbildschirm und dem spektakulären Glasschlüssel!

    All das hat allerdings auch der nicht weniger elegante Aston Martin Rapide, den es in sehr gutem Zustand mit überschaubarem Kilometerstand für gut 10.000 € weniger gibt als einen neuen VW iD7 Kombi, allerdings hilft es enorm, wenn die Fondpassagiere des Rapide als Schlangenmenschen im Circus arbeiten…

    Insofern ist der Taraf schon sehr reizvoll, aber auch arg teuer, auch wenn sich der Neupreis halbiert haben dürfte.

    • Rolf Rolf

      Von vorne, von hinten, in den Schrägansichten ein sehr schöner Wagen.
      Nur die Seitenansicht gefällt mir irgendwie nicht. C-Säule, kurzer Kofferraum, irgendwie optisch hecklastig. Bei 5,40 m Länge hätte man das eleganter hinkriegen können.

      Da wir hier auf einer Schweizer Seite schreiben, sei ein kleiner Exkurs in die „Uhrologie“ erlaubt.

      Ein Chronometer ist nicht die Bezeichnung für eine bestimmte Uhrengattung, sondern eine Norm für die Ganggenauigkeit. Wer diese bei der COSC abgelegt hat, darf Chronometer aufs Zifferblatt schreiben, egal ob es ein Dresser, ein Diver, ein Chronograph oder eine so genannte Fliegeruhr ist.
      Ursprünglich für die Navigation in der Schifffahrt gebräuchlich, als Armbanduhr erst viel später.

      Die IWC Pilots Watch ist oder soll darstellen, eine Beobachtungsuhr (B-Uhr).
      Erstmal wurden diese nicht vom Piloten, sondern vom Navigator getragen.
      Entwickelt wurden sie übrigens vom Reichsluftfahrtministerium im 2. Weltkrieg und unter der Bauanweisung FL 23883 an verschiedene Hersteller zur Produktion. vergeben (IWC, Stowa, Laco, Wempe, A. Lange & Söhne). Es gab die Baumuster A und B, die sich im Zifferblatt deutlich unterschieden.
      Es ging um hervorragende Ablesbarkeit und Leuchtkraft, daher auch die Originalgröße von 55 mm.
      Die Uhren wurden über der Fliegerjacke, häufig sogar am Oberschenkel getragen.
      Die Krone war riesig und musste mit Handschuhen bedienbar sein.

      Die IWC Pilots Watch (46,25 mm) hat mit ihrem schmuckigen Gehäuse, der Gangreserveanzeige, dem Automatikwerk und dem Datum ungefähr so viel damit zu tun wie ein gängiger SUV mit einem Willys Jeep. Das 43er Modell ist da schon ähnlicher.

      Die ähnlichsten Modelle baut nach wie vor Laco, von denen es sogar bis vor kurzem eine Replika 55 gab.

      Ein stufiges Zifferblatt, wie es der Aston trägt, ist eher bei günstigen Uhren, die auf Show machen zu finden.

      Die sachlichen Smiths Instrumente in englischen Wagen entsprechen den B-Uhren schon deutlich eher.

      • Lieber Rolf, verschämt ziehe ich mich zurück, gestehe mein Unwissen, finde den IWC-Fliegerchronographen vor allem mit dem dunkelgrünen Zifferblatt und dem passenden Kautschuk-Armband dennoch wunderschön und bin, wie immer, sehr angetan, wenn jemand solch ein tiefes Wissen zu einem Thema hat!
        Und würde gerne wissen, wie Sie denn zu meiner Lieblingsuhrenmarke stehen, den herrlich schlichten Produkten von Nomos aus Glashütte?
        Werden diese von Uhrenkennern Ernst genommen?
        Oder lächelt der wirkliche Kenner ungefähr so, als würde man mit einem Ford Osi bei einem Ferrari.Treffen vorfahren?

        • Rolf Rolf

          Oh nein, Nomos ist sehr anerkannt, baut Manufakturkaliber ein, also eigene Werke und nicht irgendwelche zugekauften von Eta oder Sellita (die meisten schreiben übrigens Selitta, hat aber mit Melitta nichts zu tun ;-)).
          Auch die Fertigungstiefe ist sehr hoch, was auch bei hochpreisigen Herstellern nicht immer üblich ist. Oft werden Zifferblätter, Zeiger oder sogar die Gehäuse zugekauft.

          Ich sehe sie aber sehr selten, sie sind wohl zu schlicht. Mir auch, ich mag eher sportliche Uhren, am liebsten Taucheruhren. Wohl eine frühkindliche Prägung, da am Starnberger See aufgewachsen.

          IWC ist eine große Nummer im Markt, unterliegt allerdings erheblichem Wertverlust.
          Und ja, Uhren mit grünen Zifferblättern mag ich ebenfalls sehr.

          Sogar die an sich langweilige Rolex Datejust sieht mit dem olivfarbenem Zifferblatt deutlich flotter aus. Grün ist ja das neue Blau bei Uhren seit ein paar Jahren.

          • Rolf Rolf

            PS: Zum Jaguar empfehle ich eine Jaeger-LeCoultre Master Control Date.
            Wobei die Gelehrten sich über die Aussprache streiten, mal „Jäger“, mal „Schesche“.
            Ich bleibe bei „Jäger“, da der Herr zwar in Paris praktizierte, jedoch aus dem Elsass stammte.

          • Peter Ruch Peter Ruch

            Knapp über 20 war ich, als ich mir meine erste Citroën DS anschaffte. Das erschien mir als der passende Aufstieg nach und zu zwei 2CV, immerhin war ich zwar offiziell Student der Jurisprudenz, vor allem aber ein nach zweiwöchigem Praktikum schon festangestellter Schreiberling bei der grössten Schweizer Tageszeitung, schwarze Hosen, schwarze Rollkragen-Pullover, gern übergrosse Basken-Mütze, Haare bis zum Hintern, keine Socken, nie, passend dazu selten dann Schuhe. Ich kaufte dieses Fahrzeug um zwei Kisten anständigen Bordeaux von einem älteren Herrn in Biel, er arbeitete noch in der Uhren-Industrie – und er wies mich mehrmals darauf hin, dass dies ein ausgesprochen seltenes Exemplar sei, mit Rund-Armaturen von «Schesche»-Lö-Kultre. Das war mir damals total egal, was ich heute mindestens so total bereue, denn ich habe nie wieder eine DS gesehen mit diesen Uhren. Die Göttin ging übrigens von dannen, als ein Kieslaster den grössten Teil seiner Ladung bei voller Fahrt über sie auskippte – Totalschaden, zwar ein finanzieller Glücksfall für mich, weil die Versicherung etwa fünf Mal so viel bezahlte wie ich für die DS entlöhnt hatte, aber heute hätte ich sie gern wieder. Und wüsste noch so gern mehr. Vor allem aber, um endlich zum Thema zu kommen: «Schesche», darauf beharrte der damalige, übrigens deutschsprachige Kenner.

  4. Heribert Heribert

    ASTON MARTIN LAGONDA!

    und fertig.
    Etwas mehr wie den alten Keil.
    Aber doch nicht diese ( neuerdings, fast alle Hersteller.. wennst Trumpschi
    heisst, china Klump, hast eh in die Klokiste gegriffen..) Namens Reihungs dem
    Influenza scheich in Dubai in den Arsch gekrochen..( ich wette das selbiger im
    Bursch el kalifa noch von Sprengkopf getroffenn wird… ist so.. 2026 noch depperter
    wie 2025..Luft nach oben ist möglich)
    Aston Martin schleudert immer mehr.
    -die end hässlichen SUV.
    Diese Dinger ( guck Formel 1 Start, wenn diese grünen fetthochpatzen hinten stehen..) ( die SUV von Mercedes genaus o grotten hässlich.. eig. alle, peinliche
    und nun 10000 und ein Tschin Kisterl aus China, wie den trumpschi oder egal)
    – Dei eig. Astons,
    von eleganten Autos zu immer breiterern und geflügelten und gesickten
    7 Designer haben 13 Linien gebaut.. grausam.. und innen, für den Dumm Influenza
    in Dubai.. oder das schon verwesende Gsindel in Gschdaad oder wo man in der Schweiz langsam verwest.. oder sonst wo.

    Ich hab mir vor 4 Monaten den Bond Aston 2006er-7er geholt.
    Schwarz matt. Handgeschalten.

    GEIL..

    Da aber eh alles verboten wird und wir halb Alten langsam zum Sofa TV renn fahrer werden ( WALTER SAYS NO) ( RÖHRL ) ( littel britain joke.. se compuer says no..)
    und Spass schon öbszyn ist..
    ( mein noch älteres Auto ist ein Ferrari F-430 Sc.. GEIL GEIL )
    werden wir in einigen Jahren nur noch radicalmag lesen, seufzen und vom
    Parkbankler die autonomen Busse beobachten.
    vollgePfärcht mit Menschenfleisch..

    Heribert. neu.. seit 2 Tagen in der Pension.
    ( pst.. leise.. net das..you know?)
    Nach 59 Arbeitsjahren, 8 Autos, davon 2 mal Porsche 911, der eine ist in der resto
    modo Phase.. 997er.. mit dem mezgerMotor.. der wird, pur.leer und in gelb.
    Nürburgschüssel..
    ( meine Frau hoch erfreut, weil, wenn ich im Lada-knick oder ?.. ja dann)

    By

  5. Rolf Rolf

    „Knapp über 20 war ich, als ich mir meine erste Citroën DS anschaffte. Das erschien mir als der passende Aufstieg nach und zu zwei 2CV, immerhin war ich zwar offiziell Student der Jurisprudenz, vor allem aber ein nach zweiwöchigem Praktikum schon festangestellter Schreiberling bei der grössten Schweizer Tageszeitung, schwarze Hosen, schwarze Rollkragen-Pullover, gern übergrosse Basken-Mütze, Haare bis zum Hintern, keine Socken, nie, passend dazu selten dann Schuhe. Ich kaufte dieses Fahrzeug um zwei Kisten anständigen Bordeaux von einem älteren Herrn in Biel, er arbeitete noch in der Uhren-Industrie – und er wies mich mehrmals darauf hin, dass dies ein ausgesprochen seltenes Exemplar sei, mit Rund-Armaturen von «Schesche»-Lö-Kultre. Das war mir damals total egal, was ich heute mindestens so total bereue, denn ich habe nie wieder eine DS gesehen mit diesen Uhren. Die Göttin ging übrigens von dannen, als ein Kieslaster den grössten Teil seiner Ladung bei voller Fahrt über sie auskippte – Totalschaden, zwar ein finanzieller Glücksfall für mich, weil die Versicherung etwa fünf Mal so viel bezahlte wie ich für die DS entlöhnt hatte, aber heute hätte ich sie gern wieder. Und wüsste noch so gern mehr. Vor allem aber, um endlich zum Thema zu kommen: «Schesche», darauf beharrte der damalige, übrigens deutschsprachige Kenner.“

    Da sieht man mal wieder die kulturellen Unterschiede. 😉
    Der Deutsche trägt gern Socken, auch im Bett und zu Sandalen und kurzen Hosen.

    Die Vorstellung ihres damaligen Auftretens ist lustig, aber da mussten Sie wohl durch.

    Das Französische ist natürlich dem Schweizer viel näher als dem Deutschen.
    Ein Freund trägt eine Reverso und sagt „Schesche“, was hier sehr übertrieben wirkt.
    Aber gerade in Hamburg ist man halt weit von den südlichen Nachbarn entfernt, viel weiter als in München. Gnocchi heissen in Hamburg „Gnoschi“ und es gibt hier eine Strasse, die kennt jeder und die heisst Bellealliancestraße. Fragen Sie nach dieser in korrekter Aussprache, dann kennt sie keiner. Hier heisst sie „Bellealliangs-Straße“.

    Es würde auch übertrieben klingen „Dschägjuar“ oder Ford „Mastäng“ zu sagen, da hat sich die reine Aussprache nach der Schrift einfach durchgesetzt.

    • Meine Herren, das wird hier wieder eine längere Kommentarspalte als der eigentliche Artikel…
      Aber bei den Themen DS mit Jaeger-Instrumenten, schwarzem Existentialisten-Outfit, Reverso, Hamburg und Jaguar komme ich nicht umhin, ich muß antworten, da muß die böse Mail an den sackdummen Statiker warten!

      DS, mit Jaeger-Instrumenten:
      Als ich in den achtziger Jahren das erste Mal eine DS mit diesen Instrumenten gesehen habe, es handelte sich um einen DS23 Kombi in Tiefschwarz mit cognacfarbenen Lederpolstern und eben diesen Instrumenten, eingelassen in poliertes Edelholz, war ich entsetzt, wo waren die futuristischen Anzeigen der Göttin geblieben, was sollte dieser Herrenhauslook im modernistischsten Automobil aller Zeiten?
      Der Eigner klärte mich dann auf, daß es sich bei diesem Wagen um eine originale Werks-Sonderanfertigung für einen der Direktoren von Citroen handele und das es dieses Armaturenbrett auch für „normale“ DS’s gegeben habe und es in der Tradition der großen Grands Routiers der Französischen Automobilgeschichte stünde, ich solle mir mal einen Facel Vega anschauen, oder einen Voisin.
      Recht hatte er, der Herr, und mit den Jaeger-Instrumenten im Peugeot 304 Coupé meiner Mutter hatten diese Uhren nicht viel zu tun…
      Jahre später sah ich nochmals solch ein Armaturenbrett in einem wahnsinnig eleganten DS Cabriolet, ohne Edelholzeinfassung sahen sie einfach großartig aus!

      Existentialistenoutfit:
      Als Absolvent verschiedener Kunsthochschulen ist mir dieser Look durchaus vertraut und recht sympathisch, wirkte allerdings bei mir nie authentisch, also blieb ich schon damals bei beiger Hose, hellblauem Hemd und Tweedjackett…
      Besonders charmant fand ich das „Total Noir“ bei einer mir etwas näher bekannten Kommilitonin während eines Studiensemesters in Wien, in ihrem Kleiderschrank gab es in der Tat kein einziges Kleidungsstück in einer anderen Farbe als Schwarz!

      Reverso und Hamburg:
      Gut, die Aussprche der Marke JLC in der von Ihnen beiden lautmalerisch dargestellten Art war mir bis dato unbekannt, die Uhr hingegen ist mir sehr vertraut, ich habe sie vor 35 Jahren von meinen Eltern zum Diplom bekommen, die Inhaberin des Juweliergeschäfts am Hamburger Jungfernstieg sagte feierlich bei der Übergabe des Kästchens: „Und hier, lieber Herr Servatius, Ihre Jääggäärre-Lö-Külltrh!“, aber wie Sie, lieber Rolf, ja richtig dargestellt haben, sind die Hanseaten nicht so begabt, was romanische Sprachen angeht…
      Aber meine Frage, lieber Rolf: Geht die Reverso denn auch zum Jaguar, oder muß es eine Master Control Date sein?
      Aber der läßliche Umgang mit Fremdsprachen ist nicht Hamburg-spezifisch, als Frau Servatius und ich letzten Sommer in der Warteschlange für den Autozug auf Deutschlands nördlichste Insel standen, hielten neben uns zwei gänzlich schwarze Porsches aus Düsseldorf, die Passagiere entstiegen den Fahrzeugen und die blondere der beiden Blondinen rief lauf aus „Dieter, ruf‘ doch schon mal beim Herbecht (vermutlich Seckler, dem Wirt eines bei solchen Leuten beliebten Ausflugslokals, Anm. d. Verf.) an, er soll schon mal dän Schabliss-Schammpanja russstelle, isch hann rischtisch Duchst nach de langen Facht!“.
      Meine Frau murmelte nur leise „Gott sei Dank komme ich aus Köln und wir fahren Käfer…“.

      Jaguar:
      In der Tat empfand ich es immer als etwas albern, den Namen anderswo als im Angelsächsischen Sprachraum Englisch auszusprechen, auch die Kurzform „Jaggy“ behagt mir nicht wirklich, erinnert sie mich doch immer an den Begriff „Schampus“, wir sprechen familienintern eigentlich immer von unserem Kätzchen, das paßt auch ganz gut zum Käferchen…
      Besonders peinlich geriert sich der libertäre Publizist Ulf Poschardt in seinen Instagramm-Posts, er bezeichnet seine verschiedenen Ferraris dort immer als „Raris“, das muß man auch mögen.

      Aber da es ja hier ursprünglich um einen sehr besonderen Aston Martin geht:
      Als ebenfalls schwierig empfand ich immer, wenn der frühere CEO des Unternehmens, Ulrich Bez, in breitestem Schwäbisch vom „Äschton“ sprach…

      • Rolf Rolf

        Polo, Reverso, Polo(spiel).
        Also am besten VW Polo und Poloshirt von Polo Ralph Lauren. 😉

        Geeeeht aber auch zum Jaguar.
        Nein, ist schon eine ganz tolle Uhr, es gibt sie in mehreren Größen und Varianten in der Familie. Mir ist sie ein wenig zu klein, auch die größte.
        Es gab mal eine quadratische (Squadra), die hätte ich beinahe gekauft.

        Wundert mich nicht, dass Sie dieses wunderbare Art Deco Statement besitzen, ist es doch aus der Zeit des Bauhaus (hier schließt sich der Kreis zu Nomos).

        • >>Polo, Reverso, Polo(spiel).
          Also am besten VW Polo und Poloshirt von Polo Ralph Lauren. ????<>Geeeeht aber auch zum Jaguar.<<

          Gott sei Dank, ich werde ihn heute Nachmittag aus der Garage holen und Ihnen berichten!

    • Max Max

      Da fragt sich der gemeine Leser schon welcherart die zwei Kisten edlem Traubensaft waren, damit sie den GEgenwert einer Göttin darstelle?

      • Peter Ruch Peter Ruch

        es war da etwas dichterische Freiheit mit dabei. aber teuer war sie wirklich nicht.

  6. Rolf Rolf

    ???? Polo ????

    Die Reverso wurde 1931 für Polospieler in Indien entwickelt.
    Das drehbare Gehäuse schützte während des Spiels das noch sehr empfindliche Glas.

    • hugoservatius hugoservatius

      Das weiß ich schon, aber zum VW Polo paßt die Reverso nicht so arg gut, oder?

      • Rolf Rolf

        Ebenso wie der Polo zu gar nichts passt, passt auch nichts zu ihm.
        Und dabei war doch der erste, aus dem Audi 50 entstandene, ein echter Gandini.

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