Was ist pure – und warum?
Weder als Gutmensch möchte ich erscheinen noch als Besserwisser. Ja, ich habe eine Nespresso-Maschine, weil ich 15 Kaffee am Tag trinke; das ist halt einfach einfacher, und ich schäme mich ein bisschen. Eigentlich möchte ich diesen Kaffee mit Milch aus meinem Dorf trinken, die gibt es in der Fromagerie, aber es gibt sie nur in Plastikflaschen, die ich nicht sinnvoll entsorgen kann; solche Sachen ärgern mich dann. Längst kaufe ich Früchte und Gemüse fast ausschliesslich vom Hofladen, esse viel weniger Fleisch als auch schon, und wenn, dann nur aus der vertrauenswürdigen Metzgerei; Brot backe ich selber, zwei- oder dreimal die Woche, Momente der Meditation.
Und genau darum soll es in «pure» in Zukunft gehen: die ganz einfachen Genüsse, Salami, Käse, Brot. Ich will zudem von schönen Traditionen schreiben, von kleinen Produzenten – von einer zeitgemässen Esskultur, von nachhaltigem Genuss. Und von den kleinen Dingen, die das Leben lebenswert machen. Es wird hier mehr um «cucina povera» gehen denn um 3-Sterne-Restaurant. Die gibt es aber manchmal auch, denn zwei der besten deutschsprachigen Food-Journalisten, Claudio Del Principe und Jürgen Dollase, haben carte blanche. Die Stories aus dieser ersten Ausgabe sind noch frei zugänglich, wir wollen ja ein bisschen Appetit machen:
Pascal Schmutz – wie er kocht und denkt
So ein Käse: die Maien-Töchter aus Bourrignon
Vittorio Capovilla oder: der Anteil der Engel
Der König der Könige der Würste
Mehr von pure finden Sie in Zukunft: hier. Die Print-Ausgabe dazu gehört zum Abo. Und ja, auf dem Photo oben ist ein Photo des leider verstorbenen Martin Parr zu sehen.


Hallo Herr Ruch,
halte gerade meine Print-Ausgabe von pure in den Händen – bravo!
Die Fokussierung auf die einfachen Genüsse des Lebens ist sehr lohnenswert und wichtig, und mit dieser Erweiterung auf Esskultur gibt es (hoffentlich nicht nur für mich!) noch mehr Gründe radical zu lesen!
Behalten Sie Ihren individuellen Stil bei – die Pressemitteilungen zu kopieren wird auf die Dauer kein Geschäftsmodell sein, davon bin ich überzeugt.
Sonnige Grüße