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radical zero: Vanwall Vanderwell S

Da war doch was

Gus Anthony «Tony» Vandervell muss eine ziemlich schillernde Persönlichkeit gewesen sein. Der Engländer kam mit dem goldenen Löffel im Mund zur Welt (am 8.9.1898), machte dann aber selber ein Vermögen mit seiner Firma Vandervell Products, die unter anderem Rolls-Royce mit Kugellagern belieferte. Vanderwell kaufte sich nach dem 2. Weltkrieg einen Ferrari 125, liess ihn von seinen Ingenieuren komplett demontieren und dann mit diversen Verbesserungen wieder zusammenbauen. Vandervell war einer der Mäzene hinter dem ehrgeizigen BRM-Projekt, doch er litt wohl auch unter einem leichten Verfolgungswahn – und konnte sowieso alles besser. Er kaufte und verbesserte noch mehr Ferrari-Rennwagen (unter anderem mit den Dunlop-Scheibenbremsen), taufte sie Thinwall Special und war damit ziemlich erfolgreich. Ab 1954 zog es ihn in die Formel 1, er wollte der Welt beweisen, dass nicht aus Italien, sondern aus England die besten Rennwagen kamen. Zum Team, das unterdessen Vanwall hiess, kamen 1956 auch ein gewisser Colin Chapman, dazu Frank Costin und auch noch Harry Weslake, als Fahrer wurden Stirling Moss und Tony Brooks engagiert. 1957 gab es die ersten Grand-Prix-Siege – und 1958 wurde Vanwall erster Konstrukteurs-Weltmeister in der Formel 1. Vandervell verlor in der Folge das Interesse, Vanwall war ab 1962 Geschichte; der Gründer verstarb 1967.

Nun gibt es Vanwall aber wieder. Und zwar im deutschen Greding. Hinter der Wiedergeburt steht der rumänische Zahnarzt Calin Colesnic, in der Rennsport-Szene besser bekannt als Dr. Colin Kolles. Der Doktor war schon Teamchef bei diversen Formel-1-Teams und in der DTM und leitete auch schon verschiedene eigene Renn-Teams und. Wie er an die Rechte von Vanwall kam, wissen wir nun auch nicht (es wird anscheinend noch gestritten), aber im vergangenen Jahr lancierte er sein erstes eigenes Automobil, den Hypercar Vanwall Vanderwell, für den er sich anscheinend bereits einen Platz in der WEC sowie bei den 24 Stunden von Le Mans sichern konnte; von diesem Gerät soll auch eine Strassenversion entstehen. Ein Hybrid mit 1000 PS. Das wär dann alles an Infos.

Doch bevor dieses Hyper-Gerät seinen Weg zu ersten Kunden findet (so denn überhaupt…), will Vanwall byKolles jetzt zuerst einmal mit einem verhältnismässig braven Kompakt-Stromer punkten. Der Vanderwell S sieht aus wie eine sportliche Mischung aus Ionic 5 und Lancia Delta Integrale, verfügt über Allradantrieb und kommt entweder mit 320 oder 580 (alten) PS. Die Reichweite soll 420 Kilometer betragen, die böse Variante will in 3,4 Sekunden auf 100 km/h beschleunigen und 265 km/h schnell sein. Als Grundpreis nennt Vanwall 128’000 Euro, was dann doch viel Moos ist für einen Stromer, von dem man nicht einmal weiss, wie er innen aussieht und wie es um die restlichen technischen Daten steht. Doch schon im dritten Quartal des Jahres sollen die ersten Vanwall Vanderwell S über deutsche Gassen rollen.

Mehr Stromer gibt es unter: zero. Alles andere im Archiv.

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