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AC Cobra 427 – die Sammlung

Schlangennest

(Wir begeben uns hier tatsächlich in ein Schlangennest – die Geschichte der Cobra 289 und 427 ist sehr verworren (die Anfänge beschreiben wir: hier), wohl kaum ein Automobil ist leichter zu, sagen wir einmal: reproduzieren, die Grenzen zwischen echt und halt nicht so ganz sind sehr fliessend. Dies auch deshalb, weil Shelby selber schon mit «Continuation»-Modellen anfing, quasi bevor die Produktion der Serie auslief, persönlich noch so manches Gefährt als original adelte, obwohl es dies gar nicht war. Heute weiss man zwar ziemlich genau, welches die wahrhaften Geräte sind, doch wir möchten uns schon im Voraus entschuldigen, falls uns da Fehler unterlaufen – wir freuen uns immer über «Besserwisser» und andere Freiwillige. Zur Illustration dieser Geschichte soll CSX 3178 dienen, jene Cobra 427, die bis zum Tod von Carroll Shelby in seinem Privatbesitz war.)

Wie es überhaupt zur Cobra kam, das haben wir schon erzählt, nochmals: hier nachzulesen. Doch wie kam es zum ultimativen Modell, der Cobra 427? Es heisst, während der Nassau Speed Week im Jahre 1962 soll Ken Miles (damals noch gar nicht offiziell Mitglied des Shelby-Teams) verlangt haben, dass ein stärkerer Motor in die Cobra 289 eingebaut werde. Shelby hatte mit Ford auch schon darüber gesprochen, und ihm waren einige Exemplare des 390-ci-Rennmotors (6,4 Liter Hubraum) versprochen worden. Doch dann gab es interne Querelen in der Ford-Rennabteilung, und Shelby musste sich mit dem 427-ci-Motor (7 Liter Hubraum) zufrieden geben. Das war kein schlechtes Triebwerk, sehr zuverlässig, über 500 PS stark, doch halt ein schwerer Brocken, altertümlicher Grau-Guss. Und dazu kam, dass die Cobra ziemlich heftig umgebaut werden musste, um dieses Vieh von einem Motor aufnehmen zu können. Um stolze fünf Inches (12,7 Zentimeter) musste das Chassis verbreitert werden, dazu kamen die Anpassungen am Fahrwerk. Diese Arbeiten wurden aber nicht bei Shelby in Venice und auch nicht bei AC in Thames Ditton südlich von London durchgeführt, sondern in der Entwicklungsabteilung von Ford. Das Resultat konnte sich sehen lassen: Die 427er beschleunigten auf 96 km/h und bremsten wieder auf 0 in 13,2 Sekunden, ein für die damalige Zeit fantastischer Wert. Aber auf der Rennstrecke machten die 427er international keinen Stich. Da waren die Shelby Daytona, und bald sollte die grosse Zeit der GT40 kommen (bei denen Shelby natürlich auch seine Finger im Spiel hatte). Etwas mehr als 300 Stück der 427er Cobra wurden gebaut – und diese haben selbstverständlich auch eine Sammlung verdient. Wir werden da, wo wir mehr wissen, auch etwas ausführlicher werden; man darf davon ausgehen, dass wir über mehr Bilder verfügen, die wir auf Wunsch auch gerne zur Verfügung stellen.

Nun also, eben, die Sammlung. Sie soll über die Jahre wachsen, gerne mit gütiger Mithilfe unserer Leser:

CSX 2196:

Anhand der frühen Chassisnummer CSX 2196 lässt sich schon erkennen, dass dies eigentliche eine klassische 289er-Cobra ist. Es ist aber genau jenes Fahrzeug, das Ken Miles im Auftrag von Carroll Shelby nach Ende der Saison 1963 als erste Cobra mit einem 427er aufrüstete. Als erste Versuchsfahren erfolgreich ausfielen, liess Shelby Miles auch noch das Chassis verstärken. Miles brachte CSX 2196 Anfang des Jahres 1964 bei den 12 Stunden von Sebring, wo er er aber im Training einen bösen Unfall hatte. Er selber baute den Wagen wieder auf – und versah ihn mit einer aussergewöhnlichen Karosserie, bei sich Vorder- und Hinterbau komplett öffnen liessen – und CSX 2196 die Bezeichnung «Flip Top» einbrachten. Ausserdem erhielt das Fahrzeug den 390er-Rennmotor, den Shelby gerne in allen seinen schnellen Cobra gehabt hätte. Doch auch diese Konfiguration hatte keinen Bestand, CSX 2916 rannte dann in Nassau mit Miles am Steuer wieder mit einem 427er-Motor, lag auch in Führung und wurde erst kurz vor Rennende von einer Corvette Grand Sport noch abgefangen. Die «Flip Top»-Cobra wurde 2011 von RM Sotheby’s für gerade einmal 632’500 Dollar versteigert.

Chassis-Nummer: CSX 3006

Eine von den 19 originalen «Competition»-Cobra 427. Bestellt von William G. Freeman aus Muncie, Indiana, mit hellblauer Lackierung mit goldenen Streifen am 25.1.1965; ausgeliefert am 7.4.1965, zu bezahlen waren 9600 Dollar. Noch im gleichen Jahr kam CSX 3006 nach Europa, wurde zum Rechtslenker umgebaut sowie weiss mit schwarzer Motorhaube lackiert. Und gewann auch gleich das erste Rennen, die Brands Hatch Ilford 500, am Steuer waren Bob Bondurant und David Piper; es sollte der einzige grosse Sieg von CSX 3006 bleiben. Der Wagen wechselte danach sehr häufig den Besitzer – und doch gibt es ein schönes Detail: 2009 wurde das Fahrzeug an einen gewissen Gary Bartlett verkauft, wohnhaft in Muncie, Indiana, also dem gleichen Städtchen wie der erste Besitzer.

Auktion: RM Sotheby’s, Amelia Island 2019, Schätzpreis 3’000’000 bis 4’000’000 Dollar, nicht verkauft; Mecum, Monterey 2022, nicht verkauft (Höchstgebot: 4’800’000 Dollar):

Und schon wieder: Mecum, Kissimmee 2024.

CSX 3010:

Die Cobra 427 ist ein Vieh. Die Cobra 427 S/C (Beschreibung weiter unten) ist ein ganz extremes Vieh, «Semi-Competition» sagt so einiges. Doch wo es «semi» gibt, da muss das Glas auch noch ganz voll sein, also: «Competition». 23 Renn-Cobra sollen entstanden sein, dies hier ist eine davon. Es ranken sich noch so viele Legenden um dieses Gerät, über 600 PS sollen die 7-Liter-Ford-Maschinen geleistet haben – man kann sich vorstellen, wie schwierig sie zu fahren waren. Auch CSX 3010 hatte einmal einen schweren Unfall, doch heute glänzt sie wieder in Perfektion. Und sie wurde 2016 von RM Sotheby’s in Arizona für 2’255’000 Dollar versteigert.

Chassis-Nummer: CSX 3011 (das Presse-Fahrzeug von Shelby)

Wie die Chassis-Nummer aufzeigt: einer der 19 Competition. Die Rechnung von AC Cars wurde am 11.1.1965 ausgestellt, bei Shelby wurde das Fahrzeug am 14.5.1965 fertiggestellt. Als einziger der Competition wurde CSX 3011 nicht an ein privates Renn-Team verkauft, sondern zuerst «Sports Car Graphic» für eine Testfahrt zur Verfügung gestellt. Und dann mit dem berühmten Shelby Cobra Caravan auf eine Tournee durch 12 amerikanische Städte geschickt. Anfang Februar buchten die MGM Studios die Cobra für Filmaufnahmen zu «Spinout» mit Elvis Presley in der Hauptrolle. Als diese 10 Wochen später beendet waren (und CSX 3011 vom ursprünglichen Blau auf Weiss umlackiert), sandte Shelby MGM eine Rechnung von satten 12’595 Dollar. Und verkaufte den Wagen kurz darauf für 11’393 Dollar an den mexikanischen Rennfahrer Moisés Solana Arciniega. Beim nächsten Besitzer, Juan Carlos Bolanos, brannte CSX 3011 dann komplett aus, kam 1978 als Wrack in die USA und wurde neu aufgebaut. Kleine Anekdote noch am Rande: Der nächste Besitzer behielt das Fahrzeug bis 1993, verkaufte es dann weiter – und bereute dies, kaufte es 2006 wieder zurück. Und liess CSX 3011 dann für viel, viel Geld so restaurieren, wie das Fahrzeug wohl im Mai 1965 das Werk verlassen hatte. Im Januar 2023 kommt CSX 3011 nun bei RM Sotheby’s unter den Hammer.

Chassis-Nummer: CSX 3014

In Rechnung stellte AC Cars das Fahrzeug mit der Chassis-Nummer CSX3014 am 20. Januar 1965; bei Shelby fertiggestellt wurde es allerdings erst am 8. September. Und es wurde auch verkauft, an einen Neil Eric Allen, doch der wollte den Wagen dann doch nicht. Und so kaufte Ford Advanced Vehicles die Cobra und brachte sie (zurück) nach England. Wo der Wagen, unterdessen weiss lackiert, gleich Film-Karriere machte mit einem Auftritt in «Grand Prix» von John Frankenheimer. Später kam CSX 3014 wieder in die USA, wurde bis 1969 bei Rennen bewegt. Und dann an einen Studenten verkauft. Der wollte damit von Kalifornien nach Arizona fahren, wurde aber an der Staatsgrenze angehalten, weil die Cobra im Renn-Trimm schlicht zu laut war. Rot wurde sie wahrscheinlich erst in den 80er Jahren. Und 2012 wurde sie für 1’485’000 Dollar versteigert.

Chassis-Nummer: CSX 3021

Auktion: Gooding & Co., Scottsdale 2010, Schätzpreis 1’800’000 bis 2’500’000 Dollar, verkauft für 1’028’500 Dollar

CSX 3040:

Selbstverständlich wollte Shelby mit der Cobra 427 auch Rennen gewinnen. Dafür musste der Wagen aber von der FIA homologiert werden, 100 Stück wären nötig gewesen. Als die FIA-Kontrolleure aber bei Shelby vorbeischauten, waren erst 51 Exemplare gebaut, es gab keine Bewilligung – und Shelby soll mächtig sauer gewesen sein. Er stoppte das Projekt sofort, 16 Fahrzeuge wurden an Privat-Teams verschachert, zwei als Prototypen zurückbehalten, eines ging an Ford Engineering. Der Shelby-Händler an der amerikanischen Ostküste schlug vor, die restlichen Exemplare als Strassen-Fahrzeuge anzubieten – und so geschah es auch. Diese «Semi-Competition» haben eigentlich alles, was die Renn-Fahrzeuge hätte schnell machen müssen, Ölkühler, Side Pipes, Lufeinlass-Hutze, einen grösseren Tank (42 Gallonen) samt Schnellbefüllung, zwei leichtere Batterien. Und waren die Cobra 427 schon kaum fahrbar, so waren die 427 S/C noch brutaler. Nicht manches Exemplar hat überlebt – und CSX 3040 ist eine der löblichen Ausnahmen, die nie einen grösseren Schaden hatte. Die Geschichte ist durchgängig bekannt – und so überrascht es wenig, dass RM Sotheby’s dieses gute Stück im Frühling 2018 in Arizona für satte 2’947’500 Dollar versteigern konnte.

Dann: Broad Arrow, Amelia Island 2024, Schätzpreis 3’000’000 bis 3’750’000 Dollar, angeboten mit folgendem Text: «As one of the hallowed 31 S/C chassis, CSX 3040 was supplied to Hi-Performance Motors of El Segundo, California on 24 August 1966 and was subsequently sold to Dr. Robert Degnan of Hacienda Heights, California. By 1973 it was in the care of a second known owner, Steven Harlock. Later that same year, Harlock expressed a desire to sell, and it was recorded in a SAAC Cobra Registry entry that CSX 3040 had covered just 8,900 miles; a remarkably low figure for such an exhilarating road car, by now seven years old. Furthermore, the entry also recorded that the car was notable for still retaining its side exhausts, long-range fuel tank, rollover bar, and oil cooler. By 1979, CSX 3040 had relocated to England, entering the ownership of Michael Haywood of Birmingham. Evidently Mr. Haywood continued the car’s theme of sympathetic and modest use, for he added only an additional 3,100 miles during his tenure before selling it to prominent Australian businessman and car collector Peter Briggs in 1980. Mr. Briggs had established the York Motor Museum near Perth, Western Australia in 1979; his rich and varied collection including the likes of a Hispano-Suiza Alfonso XIII, the 1933 Mille Miglia-winning MG K3, a Ferrari 166MM, and a Williams FW07 Formula One car. Appropriately, the arrival of CSX 3040 at the museum coincided with his acquisition of another titan of the 1960s GT and Competition scene, a Jaguar Lightweight E-Type; the pair subsequently competing on occasion in events such as the Targa Tasmania, in which the Cobra competed in 1992. After more than 20 years of ownership, Mr. Briggs reluctantly sold CSX 3040 in 2001 to esteemed Hong Kong-based collector Chip Connor, whose remarkable collection included both the 1960 Le Mans-winning Ferrari 250 Testa Rossa and a Ferrari 250 GTO. Thereafter Mr. Connor entrusted CSX 3040 to world-renowned Cobra authority Mike McCluskey of Torrance, California for a comprehensive technical evaluation and restoration».

CSX 3042:

Einer von 27 S/C-Cobra, zuerst ausgeliefert an Grappone Ford in New Hampshire; der erste Besitzer John Grappone behielt das Fahrzeug bis 1982. Und hielt ihn gut in Schuss: 1967 wurde der Motor neu aufgebaut, mit Holman-Moody-Teilen frisiert, auf 12,5:1 verdichtet. Und CSX 3042 gewann so ziemlich jedes Rennen, bei dem er antrat. Grappone verformte irgendwann in jenem Jahr sein Fahrzeug kalt, was vor allem sein Ego schmerzte. 1982 betrat ein gewisser Dan Turman die Ford-Handlung von Grappone, zählte Dollar-Scheine auf den Tisch für CSX 3042, der eigentlich gar nicht zum Verkauf stand, und bei 107’000 Dollar schlug Grappone ein. 1984 kaufte Ned Scuffer das Fahrzeug für 75’000 Dollar, verkaufte ihn 2004 an Wayne Odle, der ihn wiederum 2007 in die grossartige Sammlung von Steve Juliano verschacherte.

Auktion: Mecum, Indianapolis 2019, Schätzpreis 2’700’000 bis 3’200’000 Dollar*.

Chassis-Nummer: CSX 3045

Auktion: RM Sotheby’s, Amelia Island 2015, verkauft für 2’117’500 Dollar, angeboten mit folgendem Text: «Chassis CSX 3045 is a well-known and fully documented S/C, as it has been pictured three times in the Shelby American World Registry; first, in 1967, with early owner Peter Bayer. The Cobra presented here was invoiced to Shelby American on February 23, 1965, and it was completed to S/C specification, under work order number 15103. On April 21, 1966, Shelby American received an order for an S/C model, and with it, a request was made to install a modified race exhaust system on the car, which was to be delivered to the customer, a Mr. Hall, on May 31st. Likely, “Mr. Hall” did not actually take delivery or keep the Cobra on its MSO, since the next recorded owner, Peter Bayer, acquired CSX 3045 as payment for promotional work done on behalf of dealer Larsen Ford, of White Plains, New York, and he was the first to register this car, in 1967. Doug Carsen, of Rimersburg, Pennsylvania, who is believed to have raced this particular S/C in several SCCA events, became the next owner. In the mid-1970s, John Parlante, of Whitestone, New York, began some restoration work on the S/C prior to passing it to Geoff Howard in 1978. Once the car was acquired, Howard completed the work, including the Guardsman Blue paint scheme. By 1979, it was offered for sale with 10,400 miles and being described as “fresh restoration, all competition options, polished Halibrands—expensive!” Well-known historic and Cobra collector Jere Clark, of Phoenix, Arizona, bought the car, installed Arizona plate 427 S/C, and went vintage racing. At SAAC-5 in Dearborn, Michigan, CSX 3045 won First Place in the Competition Shelby Popular Vote category, after which Dick Smith gave a white-knuckled Rick Kopec an on-track demo-drive at 185 mph! The car eventually came into the hands of Cobra aficionado George Stauffer, of Blue Mounds, Wisconsin, in the early 1980s. He advertised it as “a real S/C; it has run at Laguna Seca several times and is ready to win more historic races. Guardsman Blue; fuel cell; not for the timid.” By 1986, it was in the ownership of Carl Schwartz, of Grand Blanc, Michigan, which was followed by inclusion in the famous John Mozart Collection from 1988 onward. Under Mr. Mozart’s ownership, CSX 3045 was subjected to a full restoration that had been carried out to his impeccably high standards. It was contracted to Mike Giddings, of Robin Automotive in Northern California, who refurbished the suspension, braking systems, rear end, and transmission, as well as performed all of the final assembly and detailing work. The original engine was rebuilt, the dynamometer was tested by Elgin Cams and Tech Craft, and the paint work was handled by Scott Veazie Restoration Services, of Los Angeles, California. In December 1994, Cobra expert Dave Dralle, of Redondo Beach, California, carried out an inspection of the car on behalf of the next owner, who purchased it from Mr. Mozart in early 1995. This proved to be money well spent, as CSX 3045 won Gold at the 1998 SAAC Convention in Charlotte, North Carolina, plus Best Cobra and Best Comp Cobra at SAAC in Ann Arbor, Michigan, in 1999, in addition to many regional SAAC Show First Place awards».

CSX 3102:

Motoren-Nummer: C3A3-3059-A

Karosserie-Nummer: CSX 3005

Produktionsdatum: 13.5.1965

CSX 3102 wurde zuerst an den Ford-Händler Herb Tousley ausgeliefert, hatte allerdings kleinere Schäden und kam deshalb zurück zu Shelby American, wo das Fahrzeug repariert wurde. Der erste (unbekannte) Besitzer war dann aber wohl überfordert mit der Kraft des Fahrzeugs – die Kaltverformung muss ziemlich heftig gewesen sein. Der nächste Besitzer baute CSX 3102 wieder auf – und verwendete die Karosserie von CSX 3005 (eine berühmte Cobra, aber das ist eine andere Geschichte). Das Fahrzeug, das von den späteren Besitzers Bill und Bud Jones gerne für Werbung für ihr Bekleidungs-Unternehmen «Mr. Formal Wear» verwendet wurde und so einige Berühmtheit erlangte, wird am 24. August 2018 von RM Sotheby’s in Monterey versteigert, Schätzpreis 1’200’000 bis 1’500’000 Dollar, verkauft für 995’000 Dollar.

CSX 3110:

Es soll dies eine der ersten Cobra sein, die primär auf die Nutzung auf der Strasse ausgelegt waren (das erste Stück war: CSX 3101); anscheinend war es auch das erste Exemplar, das mit den «Sunburst»-Felgen von Kelsey-Hayes ausgeliefert wurde. Über die ersten Besitzer und seine Nachfolger ist nichts bekannt, das Fahrzeug taucht Mitte der 70er in Florida auf, als ein gewisser Pat Conroy ihn als Wrack für 10’000 Dollar kaufte (es könnte sein, dass der Wagen damals eine falsche Chassis-Nummer erhielt; ja, Fragezeichen…). In den 80er Jahren wurde der Wagen restauriert und gelangte dann 2002 in den Besitz von Henri-Louis Maunoir, der Präsident des Cobra Club Switzerland war.

Auktion: RM Sotheby’s, Villa Erba 2019, Schätzpreis 700’000 bis 1’100’000 Euro, nicht verkauft*.

Chassis-Nummer: CSX 3125

Wahrscheinlich hätte Ron Lambeth aus Dallas einfach gerne eine Renn-Cobra gehabt. Doch CSX 3125, ausgeliefert am 17. September an Gene Hamon Ford in Texas City, war eine Strassen-Version, also liess sie Lambeth umbauen auf SCCA-A-Production-Spezifikationen, grössere Bremsen, Überroll-Bügel, 36-Galonen-Tank und die Alu-Zylinderköpfe. Damit fuhr er anscheinend dann ganz erfolgreich Rennen, wenn auch nur: regional. Auch der nächste Besitzer, John Paul Sr. aus Burlington, bewegte CSX 3125 rennmässig, bis 1969. Nächste Besitzerin war Sylvia Smith, die Cobra wurde weiterhin bei Renne eingesetzt, bis 1971. 1974 kaufte der Engländer Paul Sheridan den Wagen, 1980 wurde der Schweizer Rolf Saxer der nächste Käufer – er behielt den Wagen aber doch stolze 16 Jahre lang. Es folgte Bertold Theussen aus Xanten, der den Wagen schliesslich 2005 an die Fonville-Collection verkaufte. 2019 versuchte RM Sotheby’s CSX 3125 in Monterey zu verkaufen (Schätzpreis 1’250’000 bis 1’500’000 Dollar), blieb allerdings erfolglos. Wer also noch Interesse hätte…*

Chassis-Nummer: CSX 3162

Auktion: Gooding & Co., Pebble Beach 2007, Schätzpreis 800’000 bis 900’000 Dollar, nicht verkauft

Chassis-Nummer: CSX 3165

Auktion: Gooding & Co., Pebble Beach 2016, Schätzpreis 1’200’000 bis 1’600’000 Dollar, nicht verkauft

Chassis-Nummer: CSX 3166

Auktion: Gooding & Co., Pebble Beach 2013, verkauft für 1’100’000 Dollar (gehörte einst Nicolas Cage)

Chassis-Nummer: CSX 3173:

Am 7. Januar 1966 schrieb Shelby American eine Rechnung an Archway Motors für CSX 3173 über 6398 Dollar (plus für den Transport, der noch einmal 310 Dollar kostete). Erster Kunde war dann ein Dodge Olmsted, der den Wagen am 12. Februar 1966 übernahm, um ihn schon nach fünf Monaten an Doug Casey zu verkaufen. Der wollte ihn schon wenige Wochen später wieder loswerden, «best offer over 6200 $». Ab 1968 besass dann ein William Pickford das Fahrzeug, um es 1970 für 8000 $ schon wieder loszuschlagen wollen – gekauft hat CSX 3173 dann ein Polizist, von dem man weiss, dass er gerne an eigentlich illegalen Strassenrennen teilnahm. 1972 war die Cobra schon wieder auf dem Markt, diesmal für 8000 $. neuer Besitzer wurde ein James Currie. Der CSX 3173 im Jahr 1978 für 40’000 Dollar erneut auf den Markt brachte. Der neue Besitzer, Jim Southard, verschacherte die Cobra noch im gleichen Jahr für 48’000 $ an Dick Steamer. Der in wiederum acht Jahre später an Walt Somerville verkaufte – für unterdessen stattliche 250’000 Dollar. Schon 1987 wurde CSX 3173 nach Japan verkauft – und kam dann 2010 endlich in gute Hände, in die glorreiche Sammlung von Steve Juliano. Es heisst, dass CSX 3173 trotz seiner vielen Besitzer eine der originalsten 427er-Cobra überhaupt ist.

Auktion: Mecum, Indianapolis 2019, Schätzpreis 2’000’000 bis 2’500’000 Dollar, zugeschlagen für 2’420’000 Dollar.

Chassis-Nummer: CSX 3178:

Gehörte Zeit seines (und ihres) Lebens Carroll Shelby persönlich, wurde 2016 von RM Sotheby’s in Monterey für 1’375’000 Dollar versteigert. Warum dieses Fahrzeug nicht einen höheren Preis schaffte, mag man sich fragen – die Antwort findet sich auf den Photos.

Nun ist aber alles anders: Nachdem CSX 3178 diesen neuen Besitzer gefunden hatte, wurde das Fahrzeug wieder in jenen Zustand versetzt, in dem es Shelby im März 1966 erhalten hatte. Also nicht Rot, sondern Charcoal Grey – und vor allem nicht mit einer drögen Automatik, sondern einem klassischen 4-Gänger. Nachdem die allererste Cobra (CSX 2000) kürzlich für gut 14 Millionen Dollar einen neuen Besitzer fand, dürfte nun das ganz persönliche Gerät von Carroll Shelby auch einen höheren Preis schaffen als auch schon (Mecum, Kissimmee 2021). Und so war es denn auch: 5’940’000 Dollar.

Chassis-Nummer: CSX 3181

Auktion: RM Sotheby’s, Monterey 2007, verkauft für 682’000 Dollar.

Chassis-Nummer: CSX 3195

Angeboten über RM Sotheby’s, Private Sales (Juli 2023), angeboten mit folgendem Text: «Completed in December of 1965, CSX 3195 was originally finished in black with a black interior. The car’s first owner was Gerard K. Baer of Pensacola, Florida, who purchased the car in May 1966 for a cash price of $7,000. Unfortunately, the car was hit on the driver’s side during a road accident in his first year of ownership, damaging the left door, rocker panel, and rear quarter panel. The car was subsequently sold to Dave Truhaft of Toledo, Ohio, who, over the course of 18 months, took on the task of repairing the car himself. Over the ensuing decade, the road car passed between a handful of owners in the Midwest. During this time, it was repainted white with a blue stripe and was fitted with later-style round taillights.
In 1985, CSX 3195 was sold to Shreve McLaren “Mac” Archer of Carmel Valley, California. A pediatrician who pioneered research and treatment in shaken baby syndrome and traumatic brain and spinal injuries, Archer’s profession overlapped with his passion for vintage racing, leading to his advocacy for safer barriers at race tracks and his work designing improved automotive seating and back protection for motorcyclists. He obtained several patents for safety devices and was published in numerous medical journals; on track, he won the Autoweek Vintage Motor Racing challenge in 1993 in a Can-Am McLaren, showcasing his talent behind the wheel. Shortly after he acquired the car—which was then sporting a 1977 repaint in red—Archer tasked Entropy Racing in Monterey with rebuilding it as a vintage racer. It was duly finished with 7.5-inch and 9.5-inch Halibrand wheels at the front and back, respectively, as well as a hood scoop, side-exit exhausts, a race windscreen, and—crucially—a fully race-prepared 427 cubic-inch V-8 engine. Archer proved quite successful in vintage racing in California and across the West Coast. A list of events that accompanies the car details some ninety-one race meetings entered by Archer between 1985 and 2006, with numerous appearances at Willow Springs, Laguna Seca, and Sears Point, as well as the occasional outing at tracks further afield, including Watkins Glen and Road America. A photo exists of Carroll Shelby sitting in the car at a car show with Mac Archer, which is included in the history file. With so many appearances in California in particular, it is no wonder that CSX 3195 is remembered fondly by those lucky enough to see it at speed. In 2003, after two decades of racing, Archer commissioned a cosmetic refresh of the Cobra. Marque specialist, Bruce Terry, removed the paint to reveal years of unsatisfactory repair work from previous owners, rectifying all imperfections to a remarkable standard. Once the work was complete, the car returned to racing in the summer of 2004.
Following Archer’s tragic passing in 2007 at the age of 58, the Cobra was retained by his family before being sold to John Linfesty of Santa Monica, California. Linfesty owned CSX 3195 for a short period of time, racing the car once at the Rolex Monterey Motorsports Reunion and attended The Quail: A Motorsports Gathering in 2012, prior to trading it to Jim Farley, the current CEO of Ford Motor Company, in November of that same year. No stranger to fast Fords or, indeed, Shelbys, Farley was, at the time, employed by Ford Motor Company as Executive Vice President for Global Marketing, Sales & Service. In the hunt for a serious, race-prepared 427 Cobra, he swapped a 289 Cobra and another Shelby with Linfesty for CSX 3195. Farley had the car fully restored and repainted blue with white stripes, and it made several appearances at race meetings with him in his capacity at Ford. The car’s color scheme was inspired by Farley’s prior ownership of CSX 2513, one of the six USRRC Cobras built for 1964, which bore an identical livery. As was the case in Archer’s ownership, the car was looked after by Eric Bernhard of Entropy Racing, with an engine rebuild being carried out by Jack Roush, a good friend of Farley’s. Prior to the car’s repaint in its current livery under Farley’s ownership, the car was raced at Laguna Seca during the Monterey Pre-Historics and Historics in 2013. While at a Ford Racing press event in May of 2014, Farley gave David Freiburger the aforementioned ride in CSX 3195, resulting in an article titled “The Most Brutal Car I’ve Ever Been In.” A promotion to President of Ford of Europe, Middle East and Africa necessitated a move overseas for the Farley family in late 2014, which, in turn, led to the sale of CSX 3195 to the current owner. In an email written after his purchase, Farley said: “I intended to own the perfect Cobra and 3195 is it. I have put all my own expertise as well as the best of the best experts to perfect the ultimate Cobra»».

Chassis-Nummer: CSX 3198

Auktion: RM Sotheby’s, Monterey 2004, verkauft für 484’000 Dollar. Es ist dies der einzige «echte» Dragonsnake als 427, dazu hatten wir schon etwas geschrieben, hier.

Chassis-Nummer: CSX 3220

Auktion: Mecum, Indy 2024, Schätzpreis nur auf Anfrage, angeboten mit folgendem Text: «1 of very few 427 Cobras to have never been modified throughout its life – The last of the initial order of 100 427 Cobras before 428 engines were installed – 1 of only approximately 155 True 427-powered Cobras – 1 of only 100 427 Street Cobras with desirable factory dual carburetors and Black drivetrains – 18,066 miles from new – Original aluminum body – Original chassis – Original dual quad 427 CI V-8 engine – Original Toploader 4-speed manual transmission – Original rear end – Restored in its original color combination – History listed in the Shelby Registry – Billed by AC Cars to Shelby American on October 27, 1965 and was shipped to Los Angeles – Once completed by Shelby, it was billed to Richardson Ford Sales in Albuquerque, New Mexico».

Chassisnummer: CSX 3205

Auktion: Bonhams, Quail Lodge 2021, Schätzpreis 900’000 bis 1’200’000 Dollar

Chassis-Nummer: CSX 3216

Auktion: Gooding & Co., Pebble Beach 2012, verkauft für 825’000 Dollar

Chassis-Nummer: CSX 3220

Auktion: Mecum, Indy 2024, Schätzpreis 1’500’000 bis 1’750’000 Dollar, angeboten mit folgendem Text: «Comprehensive Comp/SC spec conversion restoration completed in March 2024 – Restored in its original color of Guardsman Blue – Clean history listed in the Shelby Registry – Billed by AC Cars to Shelby American on March 10, 1966 and shipped to Los Angeles – Original un-damaged frame – Original aluminum body, doors, hood and trunk – Original 4-speed manual transmission – Original rear differential».

Chassis-Nummer: CSX 3237

CSX 3237 war eine dieser Cobra 427, die eigentlich 428 hätten heissen müssen; der 428er war die deutlich entschärfte Variante. Erster Besitzer war J. Rhoades Moore aus Enid, Oklahoma, der ihn in den 70er Jahren an French Hickman verkaufte; als nächster Besitzer ist ein Phil Combs bekannt, in den 80er Jahren. Danach war der Wagen viele Jahre in Japan – und wurde 2014 von der Fonville Collection übernommen. Wann genau CSX 3237 einen 427er-Motor erhielt ist so wenig bekannt wie der Grund, weshalb das Fahrzeug im August 2019 von RM Sotheby’s in Monterey in nicht verkauft werden konnte (Schätzpreis 1’100’000 bis 1’250’000 Dollar). Schon wieder: RM Sotheby’s, Arizona 2024, Schätzpreis 1’100’000 bis 1’300’000 Dollar.

Chassisnummer: CSX 3242

Auktion: Bonhams, Quail Lodge 2021, Schätzpreis 900’000 bis 1’200’000 Dollar.

Chassis-Nummer: CSX 3259:

Die Originalrechnung von AC Cars an Shelby wurde am 12. April 1966 ausgestellt. Shelby gab den Wagen am 30. Juni für 6275 Dollar an einen Händler in Michigan weiter, und von dort wurde das Fahrzeug im August 1966 an einen gewissen Jim Rayl verkauft. Besonders viel bewegt wurde er nicht, 1979 hatte er erst 21’700 Meilen auf dem Zähler. Im gleichen Jahr wurde die Cobra nach England verkauft. 1982 kaufte ein Deutscher CSX 3259 – und der baute ihn, optisch, in einen noch selteneren S/C um. 2003 kam der Wagen dann auf Umwegen wieder zurück in die USA, wurde bis 2008 für 315’000 Dollar umfassend restauriert – und Ende Januar 2011 auf der RM-Sotheby’s-Auktion in Phoenix, Arizona für 643’500 Dollar verkauft. Wieder im Angebot: RM Sotheby’s, Monterey 2023, Schätzpreis 1,2 bis 1,4 Millionen Dollar.

Chassis-Nummer: CSX 3270

CSX3270 begann seine Karriere als ganz normale AC Cobra 427, wurde aber schon 1971 zum S/C umgewandelt. Und 1981 erhielt das Fahrzeug den Up-Grade zum Competition. Kommt bei Mecum in Kissimmee 2023 unter den Hammer, Schätzpreis 1’500’000 bis 1’700’000 Dollar.

Chassis-Nummer: CSX 3271

Auktion: RM Sotheby’s, Fort Lauderdale 2007, verkauft für 702’000 Dollar (oben); Fort Lauderdale 2008, 781’000 Dollar (unten).

Chassis-Nummer: CSX 3275

Auktion: RM Sotheby’s, Monterey 2010, verkauft für 715’000 Dollar.

Chassis-Nummer: CSX 3278

Auktion: Gooding & Co., Amelia Island 2018, verkauft für 1’045’000 Dollar

Chassis-Nummer: CSX 3279

Auktion: RM Sotheby’s, Sam Pack Collection 2014, verkauft für 1’292’000 Dollar, angeboten mit folgendem Text: «According to the Shelby American World Registry, CSX 3279 was billed to Shelby American on June 10, 1966, and is noted as being originally finished in Green acrylic paint with a black interior. It was also fitted with the 428-cubic inch Police Interceptor engine; this was an engine that found its home in roughly one hundred 427 Cobras following CSX number 3200. It was then billed from Shelby to Ron’s Ford Sales, of Bristol, Tennessee, for a total cost of $6,386.50. Geoff Howard, of Danbury, Connecticut, would become the Cobra’s first known owner, after acquiring it in 1975 and fully restoring it in 1975 and 1976. It was at this time that the present 427-cubic inch, side-oiler engine with medium rise heads and dual quads was installed, replacing the original 428-cubic inch engine. This was a common practice for the Cobras that were initially outfitted with the 428-cubic inch powerplant at the time. The car was refinished in dark green, and following the completion of its restoration, it was of