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Mercedes-Benz 300 SL

Vertrauensverlust

Es ist so richtig bitter. Da war im vergangenen Jahr der Skandal um mögliche 300-SL-Fälschungen bei Kienle, siehe: hier. Längst hat sich das alles noch ausgeweitet, auch andere bekannte Restauratoren, Händler, Gutachter, Kennerinnen sind wohl involviert; es gilt selbstverständlich die Unschuldsvermutung, für alle, wie immer. Aber: der Markt ist erschüttert. Allein für die Auktionen an der Monterey Car Week mit August 2024 haben bislang wir neun Flügeltürer oder Roadster gezählt, die unter den Hammer kommen. Alle sind sie sehr teuer, teilweise deutlich über den langjährigen Durchschnitt – ein deutliches Zeichen dafür, dass Sammler und Investoren Angst haben, dass der Markt zusammenbricht. Es ist aber auch wirklich eine Tragödie, man kann sich schon fragen, wem man noch trauen kann. Den Einlieferern und den Auktionshäusern wohl eher auch nicht. Ändern könnte das nur der Stern selber, aber da hat man wohl andere Probleme.

Nein, wir machen hier keine Sammlung, die 300 SL interessieren uns nicht. Aber vielleicht können wir – kommentarlos – einen kleinen Marktüberblick schaffen.

Chassis-Nummer: 5500263 (1955)

Auktion: Mecum, Monterey 2024, noch kein Schätzpreis.

Chassis-Nummer: 7500061 (1957)

Auktion: Mecum, Monterey 2024, noch kein Schätzpreis.

Chassis-Nummer: 7500563 (1957)

Auktion: Mecum, Monterey 2024, noch kein Schätzpreis.

Mehr schöne Automobile haben wir im Archiv.

5 Kommentare

  1. Max Max

    Auch ausserhalb der Auktionen kommt anscheinend Schwung in den Markt, bei mobile sind alleine 11 zum sofortigen mitnehmen gelistet,

  2. Christian Christian

    Wie immer bei Spekulationen – es kommt der Moment, in dem die Blase platzt.
    Und sind wir doch einmal ehrlich, so mache „Preisvorstellung“ war doch schon viel früher absurd. Soviel Geld ist doch eigentlich kein Auto wirklich wert!
    Ich sehe es nüchtern. Da haben ein paar Leute richtig cash gemacht, andere Leutchens wollten unbedingt für „koste es was es wolle“ so eine Kiste, dann wurden noch ein paar Legenden gestrickt, natürlich musste alles Besser als neu und original sein (Reliquienhandel im Mittelalter???) und alle haben brav mitgemacht. Und weil das ja alles so teuer und original ist, ist man niemals damit gefahren.
    War wohl nicht das erste Mal und wird sich sicher wiederholen. Villeicht mit Uhren?

    • Rolf Rolf

      Mit Uhren hatten wir das in kleinerem Maße in den Corona-Jahren.
      Da wurden vor allem Rolex (bestimmte Modelle), weil da kann man ja nichts falsch machen, Audemars Royal Oak und die Stahl-Patek Nautilus zu perversen Preisen gehandelt.
      Auch diese Blase ist geplatzt und jetzt werden viele, zumindest Rolex, wie Sauerbier wöchentlich billiger angeboten.
      Womöglich müssen sie zum Listenpreis verramscht werden demnächst.

  3. Rolf Rolf

    Tja, so ein Auto ist halt irgendwie komplizierter als ein Van Gogh (oder so), den es nur einmal gibt und der relativ leicht zertifiziert werden kann.

    Ich habe es nie verstanden (vielleicht weil ich kein Milliardär bin), dass man sich ein Auto für ein vollkommen überzogenes Geld kauft und dann damit nicht fährt, weil es ja so wertvoll ist.
    Das gilt mittlerweile auch leider für Miura, Daytona, Ghibli Spider usw..

    Autos und Motorräder sind zum fahren da!!!!
    Da finde ich so ungefragte Modelle wie einen Mondial T (oder einen 412i oder einen 456er) für schlappe 60.000 € (oder auch ein bisschen mehr, je nach Modell und Zustand), mit dem man sich dann auch raus traut, viel interessanter.

  4. Christian Christian

    Genau, in Zeiten wie diesen (O-Ton MurksUschi „Wir wollen keine Verhältnisse wie in Kuba“ und Verbote von alten Autos, sollte man tunlichst jetzt viel fahren! Später, wenn man dann nicht mehr darf, ist genug Zeit um sich das ehemalige Fahrzeug als Stehzeug anzusehen. Wert hat`s ja dann auch keinen mehr.

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