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AC Greyhound

Der Konkurrent

Ende der 50er Jahre ging es AC Cars eigentlich gut, der Ace verkaufte sich ganz anständig, das darauf basierende Coupé Aceca etwas weniger. Ein Kritikpunkt war, dass der Aceca innen etwas gar wenig Platz bot. Aber dann kam 1958 ein ernsthaftes Problem auf den Markt, der Aston Martin DB4. Der war dem Aceca in so ziemlich jeder Beziehung überlegen, beim Motor sowieso, doch er bot auch viel mehr Platz – und vor allem italienisches Design. Gut, der Aston war auch richtig teuer, kostete in Schweiz 1959 gut doppelt so viel wie ein Aceca, doch der war wiederum auch kein Schnäppchen, denn um das gleiche Geld erhielt man auch einen Jaguar XK150 mit deutlich mehr Power.

Bei AC Cars sah man die Gelegenheit in einem grösseren Aceca. Man nahm den gleichen Rohrrahmen wie bei Ace/Aceca, verlängerte den Radstand aber um 25 Zentimeter, damit das neue Modell namens Greyhound – eine Bezeichnung, die AC Cars schon früher verwendet hatte – als Viersitzer angeboten werden konnte. Es wurde hinten auch eine Schräglenkerachse eingebaut, die das zusätzliche Gewicht besser tragen und auch das Fahrverhalten verbessern sollte; kurz vor der Produktion wurden die runden Rohre noch in quadratische Formen gewechselt. Bei den Antrieben gab es die immer gleiche Auswahl: den schon lange in die Jahre gekommenen 2-Liter-Sechszylinder mit seinen etwa 75 PS von AC selber, den ebenfalls nicht mehr taufrischen 2-Liter-Sechszylinder von Bristol, der es aber auf 105 PS brachte (und als 2,2-Liter (T110) gar auf 125 PS), und schliesslich den 2,6-Liter-Sechszylinder aus dem Ford Zephyr mit seinen einigermassen imposanten 170 PS. Das sah auf dem Papier zwar gut aus, doch die Maschine war eher phlegmatisch und zudem schwer. Was die Gewichtsverteilung im Greyhound definitiv nicht verbesserte. Die Bristol-Maschine war der Bestseller, eindeutig.

Doch das Problem war ein ganz anderes: Der AC Greyhound wurde von AC-Chefingenieur Alan Turner entworfen. An den Fähigkeiten des Ingenieurs soll nicht gezweifelt werden, doch als Designer war er vielleicht nicht so ganz auf der Höhe. Der Greyhound sah ein bisschen aus wie die plumpe Version des DB4 (es ist nicht jeder ein italienischer Designer), dies noch ein bisschen gemischt mit einem Bristol 405. Der erste Entwurf von Turner muss eher in Richtung übel gewesen sein, die Serien-Version hatte dann eine schlankere C-Säule und ein grosses Panorama-Fenster hinten sowie mehr als nur angedeutete Heckflossen – AC Cars wollte das Fahrzeug ja auch in den USA verkaufen. Was aber toll war: die (öde) Karosse wurde in Alu von Hand gedengelt, das Leergewicht des doch 4,57 Meter langen Fahrzeugs lag nur knapp über 1000 Kilo.

Ein Erfolg wurde es trotzdem nicht. 82 Stück (plus ein Prototyp, der erste, nicht besonders gelungene Versuch von Turner) wurden zwischen 1959 und 1963 wahrscheinlich gebaut. AC Cars versuchte noch, andere Motoren für den Greyhound zu kriegen (unter anderem den kleinen V8 von Buick – der es ja später in den Range Rover schaffte), doch der Enthusiasmus war eher gering, denn unterdessen konnte AC ja Carroll Shelby mit der Basis für die Cobra beliefern. Da ging es AC Cars dann für ein paar Jahre so richtig gut.

Selbstverständlich beginnen wir hier eine Sammlung. Auch wenn es wohl nicht mehr viele überlebende Exemplare gibt. Oben zeigen wir BEF2525, der seine Karriere einst als 2,2-Liter-Bristol begann (110A/5185), heute aber einen 2-Liter-Bristol mit nicht originalen Weber-Vergasern spazieren fährt (100A/3017); er wird Anfang Februar 2023 von Bonhams in Paris versteigert, Schätzpreis 50’000 bis 80’000 Euro.

Chassis-Nummer: BEF 2506
Motoren-Nummer: 100D21088

Auktion: Silverstone Auctions, 2022, verkauft für 72’000 Pfund, angeboten mit folgendem Text: «This remarkable, matching-numbers, 2.0-litre straight-six, Bristol-engined Greyhound has a lovely back story having been discovered and uncovered in our vendor’s late father-in-law’s garage under 45 year’s worth of clutter and dust. Purchased new in 1960, the car was used as a daily driver including visits to UK circuits where its owner used to race Aston Martins at club level. With the arrival of his new car in 1978, the AC was moved to the garage where it was to remain under an increasing quantity of boxes etc. until dug out by our vendor prior to commencing a sympathetic restoration. He planned to carry out most of the restoration himself using as many original parts as possible and given that the car was less than 18 years old and had covered just over 43,000 miles when it was put into storage, much of it was in sound condition. Invoices within the history file include one for c.£21,000 with historic racing engine specialist Ian Nuttall (IN Racing) for a full engine rebuild including modifying the engine to run on unleaded fuel. 150 SPF was originally finished in AC ‘Rosso Chiarro’, however, small volume manufacturers used paint from wherever source they could find at the time and the exact code was not available so the car has been finished as close as possible to the original shade and now benefits from several coats of Red which retains a deep shine and looks fabulous. There are photos with the car covering various aspects of the restoration. The original bumpers have been re-chromed and are ready to be fitted but are currently off as to our vendor prefers the smoother bumperless styling. Pleasingly, much of the interior appears to have been refitted and the seating, headlining, dashboard, steering wheel and gear lever display a light patination from use by 150 SPF’s long-term owner, however, the red carpets are new. It’s the perfect combination for a sporting classic, a gleaming exterior and smart engine bay with a few little areas that show that the AC has lived a life. Happily, the car has a full history including old tax discs, old invoices (which help support the indicated mileage of 43,625), its original tool kit in the spare wheel well, original owners handbooks and manuals from when it was bought new until it was parked up in 1978. The restoration was completed in early 2022 and we understand from our vendor that “the engine is running well and the car is a delight to drive“. This has got to be one of, if not the finest example of a Greyhound to come to market recently and with prices of the Ace and Aceca having soared in recent years, we can’t help feeling that the Greyhound is somewhat undervalued by comparison. With the striking looks of a DB4, 75% of the performance, 10 times rarer, yet only 20% of the cost, it looks remarkable value at today’s guide price.»

Wir haben da noch einen schönen Überblick über die AC-Cars-Geschichte, dort gibt es auch reichlich weiterführenden Links.

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