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AC Cobra Mk I

Die Sammlung

Es muss ja von ganz vorne beginnen. Und da gehen die allerersten AC Cobra, eben diese MK I, gerne vergessen. Es ist ja auch ein klein wenig kompliziert, nur so ein bisschen. Die ersten 75 Exemplare erhielten den 4,3-Liter-Motor (260 cubic inch) von Ford, davon waren wahrscheinlich 62 strassentauglich. Doch dann gab es auch noch 51 Stück mit der 4,7-Liter-Ford-Maschine (289 cubic inch). Und diese müssen unterschieden werden von Mk II, die dann alle über den 289er-Motor verfügten. Aber wir beginnen diese Sammlung doch gleich mit dem Höhepunkt, da ist dann auch ganz viel Geschichte schon erzählt:

Chassis-Nummer: CSX 2000

Die wunderbare Story dazu und auch ganz viele Bilder: hier. Ach ja, was dort nicht steht: Das Fahrzeug wurde 2020 für stattliche 13’750’000 Dollar versteigert.

Chassis-Nummer: CSX 2011

Selbstverständlich betrieb Carroll Shelby mit seinen noch jungen Cobra Rennsport (dazu kommen wir dann noch). Doch er musste auch Geld verdienen – und da war Kunden-Rennsport ein wunderbarer Spielplatz. Als John A. Everly, ein nicht unbekannter Rennfahrer, anfragte, ob er denn so eine MkI-Cobra kaufen könne im Renn-Trimm, da sagte Shelby definitiv nicht: nein. So richtig wild waren die Vorbereitungen nicht, es gab vorne und hinten Stabis, einen Überroll-Bügel, den grossen Tank, eine schärfere Zündung, die fetten Reifen. Ob bei der roten Cobra mit dem schwarzen Interieur auch etwas am Motor geschraubt wurde, weiss man nicht – Everly gab auf jeden Fall seinen Ferrari 375 MM Spider (#0376 AM) in Zahlung, was Shelby sicher gefreut haben dürfte. Die Resultate von Everly waren 1962 und 1963 nicht wirklich begeisternd, 1964 verkaufte er den #CSX2011 dann an John Archer, der es auch nicht besser konnte, aber der Cobra 1965 einen Motor aus einem GT350 verpasste. 1965 kam das Fahrzeug zu Ron West, der damit einige SCCA-Rennen gewinnen konnte – und #CSX2011 bis 2007 in seiner Garage behielt. 42 Jahre lang wollte den Wagen immer wieder verkaufen, konnte sich dann aber doch nie von ihm trennen – wie schön. Danach war diese sehr frühe Cobra auch noch einige Jahre in der Andrews-Collection – als Automobil kann man schlimmere Schicksale erleben. 2015 wurde #CSX2011 für fast zwei Millionen Dollar versteigert.

Chassis-Nummer: CSX 2019

Hatte einen Auftritt im Elvis-Presley-Film «Viva Las Vegas». Und wurde dann von Shelby zum ersten «Dragonsnake» umgebaut.

Dragonsnake? Wir haben weiter unten noch so ein Vieh.

Chassis-Nummer: CSX 2023

Leider weiss man nicht viel über dieses Fahrzeug. Es wurde 2014 von RM Sotheby’s in Fort Lauderdale für 825’000 Dollar versteigert. Es wird in der Beschreibung vermerkt, dass #CSX2023 wohl schon früh einen 289er-Motor erhielt. Und das es von 1971 bis 2011 vom gleichen Besitzer, Ruben Garnica, bestens gepflegt wurde.

Chassis-Nummer: CSX 2044

Harrison Horn, geboren 1927, wurde dann später berühmt als einer der Mit-Erfinder des ersten Macintosh-Computers. Doch so nebenbei war er auch noch der ersten Käufer einer Cobra. Aber auch da war er ganz der Wissenschafter, als der er später Erfolg hatte. Am 17. März 1963 schrieb er von Hand einen Brief an Carroll Shelby mit der Bitte um «complete technical description ans specifications, prices and availability of your AC-Ford car, and its options and accessoires». Zwei Wochen später erhielt Dr. Horn eine Antwort – und anscheinend gefiel ihm, was er da las. Er schrieb einen zweiseitigen Brief zurück, stellte ganz viele Fragen, unter anderem eine ganz entscheidende: «Are you still using the 260 engine, or has it been replaced with the cored and bored 289 item?» Dass «Hap», wie Dr. Horn von seinen Freunden genannt wurde, vom grösseren Ford-Motor wusste, zeigte, dass er das Geschehen bei Shelby sehr genau verfolgte – und Shelby bestätigte ihm auch, dass der 289er-Motor bald verfügbar sein würde. Horn bestellte mit extrem genauen Angaben, was den Preis seiner Cobra mit der Chassis-Nummer #CSX2044 von 5995 Dollar auf satte 6944,55 Dollar brachte; sie wurde am 21. Mai 1963 ausgeliefert. Obwohl die Cobra von Horn wohl eines der schnellsten Exemplare war, die 1963 gebaut wurden, schien sie der Wissenschafter nie bei Rennen bewegt zu haben. Aber er fuhr sie in den ersten sechs Jahren doch 23’000 Meilen über die Strassen im Silicon Valley, parkierte ihn öfter auf dem Campus von Stanford. 1969 verlor er einen Auspuff – Sidepipes, übrigens, gab es ab Werk ohne Aufpreis – und stellte den Wagen in seine Garage, um ihn später reparieren zu lassen. Nun denn, daraus wurden: 32 Jahre. Als Dr. Horn #CSX2044 im Jahr 2001 dann verkaufte, informierte er sich zuerst genau über die Marktlage – und nahm dem Käufer das Versprechen ab, dass er gut auf die Cobra aufpassen müsse. 2013 wurde die Horn-Cobra, die sich weiterhin in einem absolut originalen Zustand befand, dann von RM Sotheby’s in Portola für 924’000 Dollar versteigert.

Chassis-Nummer: CSX 2047

Ausgeliefert wurde #CSX2047 Mitte November 1962 in rot mit schwarzem Interieur. Erster Besitzer war im Februar 1963 Dave Grubbe Ford in Burbank, ein Händler. Das Fahrzeug verfügte über Sonnenblenden, Seiten-Fensterchen, vordere und hintere Stossstangen, Aluminium-Schwellerabdeckungen sowie verchromte Auspuffendrohre und Motorhaubenverschlüsse. 1968 kaufte Lieutenant Kit Coyle, ein Kampfpilot aus La Jolla, den Wagen – und fuhr ihn fünf Jahre lang täglich. Auf diesem langen Weg gab es eine neue Lackierung (grün) und eine neue Auspffanlage. 1973 kam #CSX2047 in die Hände von Bob Schiro aus Saratoga. Der stellte die Cobra dann 46 Jahre lang in einer gekühlten Halle weg. 2019 erhielt das Fahrzeug dann einen neuen Besitzer und auch gleich wieder die originale rote Lackierung – und wurde im Januar 2020 von RM Sotheby’s in Arizona für 577’000 Dollar versteigert.

Chassis-Nummer: CSX 2048

Man muss dann da halt schon etwas genauer hinschauen. Zwar bot RM Sotheby’s die Cobra #CSX2048 als Shelby 289 Cobra an. Doch sowohl das Baujahr wie auch die Chassisnummer weisen dieses Fahrzeug klar als Fahrzeug aus, das ursprünglich über den 260er-Motor (4,3-Liter) verfügte. Wie schon #CSX2047 wurde auch dieses Fahrzeug in Rot mit schwarzem Interieur ausgeliefert, dies am 12. November 1962. #CSX2048 war zuerst Teil des «Ford Custom Caravan», wurde dann an Jacques Passino, damals Chef der Ford-rennabteilung verkauft, für 5889.30 Dollar, die 300 Dollar Rabatt für Ford-Angestellte schon abgezogen. Als der Wagen 1971 zu Mark Panageotos aus New Hampshire kam, hatte er 33’273 Meilen auf dem Tacho – und einen 289er-Motor. Panageos bewegte die Cobra fleissig, liess sie auch restaurieren – und verkaufte sie erst 2011 weiter. #CSX2048 wurde 2012 in Monterey für 522’500 Dollar versteigert.

Chassis-Nummer: CSX 2075

Erster Besitzer der Cobra MkI #CSX2075 war ein gewisser Chet McFallo. Sein Spielzeug war ihm aber wohl zu langsam, er bastelte fleissig daran herum, es gab anscheinend immer wieder neue Motoren – darunter auch bald schon einen 289er aus einem Gurney-Eagle (was bedeutet, dass #CSX2075 mit einem 260er ausgeliefert worden war). Der Wagen ging durch einige Hände, Mitte der 70er Jahre wurde das schwarze Fahrzeug mit dem schwarzen Interieur zum ersten Mal restauriert. Irgendwann kam #CSX2075 zurück zu Shelby American – und wurde 2017 von RM Sotheby’s in Portola für 803’000 Dollar versteigert.

Chassis-Nummer: CSX 2093

Dazu haben wir eine hübsche Geschichte: hier.

Chassis-Nummer: CSX 2109

Von RM Sotheby’s 2005 in Monterey versteigert für 451’000 Dollar. Das hat seinen Grund: es ist dies ein «Dragonsnake». Die Erklärung dafür gibt es: hier.

Ja, dann kommt dann selbstverständlich noch mehr. Mehr gibt es auch in unserem Archiv.

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