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Essen in Genf 2017

Der Bauch der Schweiz

(Wir hatten das schon einmal, im vergangenen Jahr. Doch auch heuer war «radical» im Vorfeld des Genfer Salon wieder in der Messe-Stadt, hat ein paar neue Adressen besucht – und überhaupt alles noch einmal kontrolliert. Freuen Sie sich.)

Genf ist der Bauch der Schweiz. Das hat sicher viel damit zu tun, dass das Publikum sehr international ist (und auch Geld hat). Aber Genf ist, kulinarisch, auch ein Schmelztiegel aus Schweizer Präzision, französischer Lebensfreude und diesen Einflüssen aus aller Welt, die gerade in der Gastronomie für lustvolle Erlebnisse und eine einzigartige Vielfalt sorgen; noch abwechslungsreicher ist die Küche wahrscheinlich nur in Paris und Singapur.

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Die Konkurrenz ist in Genf grossartig, es gibt weit über 3000 Restaurants in dieser Stadt mit weniger als 200’000 Einwohnern, das Buhlen um die Gunst der Gäste ist folglich heftig, denn nur die Besten können überleben. Andererseits: die Genferinnen und Genfer gehen ausgesprochen gerne auswärts essen, man kennt sich aus, weiss, wo es gut ist und wo den Preis wert und wo auch beides. Es wird auch über Mittag Wein getrunken, der Besuch eines Lokals dient nicht nur der Nahrungsaufnahme, sondern ist immer auch ein sozialer Anlass – und man spürt diese Lebensfreude auch, sowohl unter den Gästen wie auch bei den Wirten, Köchen, dem Servicepersonal. Solches erlebt man in Zürich, Basel, Bern nur selten.

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Wer zu Genf weilt, der muss, ja: muss diese kulinarische Vielfalt, diese Höhepunkte der Gastronomie unbedingt erleben. «radical» hat sich geopfert und drei Tage in der Rhone-Stadt verbracht, über 20 Restaurants besucht (andere kennen wir von früheren Visiten) – hier sind unsere Tips, Vorschläge, Erkenntnisse. Also, nein, zur Erklärung: Wir versuchen in diesem Text den «Geist» von Genf etwas zu ergründen, beschreiben die Besten und die Exoten und die Bistrots, die einen Besuch wert sind – und warum. Es gibt aber auch eine komprimierte Liste, nur Adressen und Stichworte, die man sich ausdrucken kann, ganz unten dann.

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Wir beginnen unsere Besuche in Genf jeweils gerne in Satigny. Das kleine Dörfchen befindet sich keine 10 Kilometer ausserhalb des Stadtzentrums von Genf – und doch hat man hier das Gefühl, so richtig auf dem Lande zu sein. Ein Bächlein, viel Wald, viel Ruhe. Und oben auf einem Hügel die Domaine du Châteauvieux, so etwas wie ein Schlösschen. Es passt, dass der Chef aller Genfer Chefs, Philippe Chevrier, hier thront, seit einer gefühlten Ewigkeit. Die Domaine wird mit 19 Punkten im GaultMillau bewertet, sie hat auch zwei Michelin-Sterne und den dritten sicher verdient, aber Chevrier hat in seinem Imperium halt noch fünf weitere Restaurants (von denen wir einige auch noch beschreiben werden), das schätzen die Fress-Päpste nicht so sehr bei ihren Bewertungen.

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Chevrier ist ein Bär von einem Mann, gross, kräftig, er spricht mit sanfter Stimme und fährt schnell Auto (u.a. einen Porsche 911 GT3 Cup…) und läuft erfolgreich Marathon und ist seit kurzem auch noch Vater. Er ist dauernd überall, da gibt es auch 20-Stunden-Tage, erzählt er. Selbstverständlich steht ein «Unternehmer» wie Chevrier nicht mehr täglich in der Küche, doch er hat nicht nur ein ausgezeichnetes Händchen bei der Wahl seiner Mitarbeiter, sondern seine Augen allerorten. Er gilt als strenger Chef, doch als Gast schätzt man die unglaublichen hohen Qualitätsstandards, die Chevrier in all seinen Lokalen setzt und verlangt. Das grosse Menu in der Domaine mag ein kleines Vermögen kosten, doch es gehört halt auch zum Besten, was die Küchen Europas zu bieten haben. Was wir sehr schätzen: Zwar wird auch bei Chevrier mit den verschiedensten Zubereitungsmethoden gespielt, aber es wird nie übertrieben. Man kriegt immer etwas zwischen die Zähne, nicht bloss Schall und Rauch und Schäumchen.

Mit einem Michelin-Stern und 18 GaultMillau-Punkten gehört das Restaurant «Le Chat-Botté» im Hotel Beau-Rivage ebenfalls zur obersten Liga. Es ist eine spannende Kost, die Dominique Gauthier seinen verwöhnten Gästen – das Beau-Rivage gehört zu den besten Hotel-Adressen in Europa – da bietet, vor allem in Sachen Meeresfrüchte ist er ein absoluter Meister. Ja, das mag alles klassisch sein, die ganz hohe Schule der französischen Kochkunst, doch Gauthier interpretiert das modern, mit höchster Präzision, mit ausgezeichneten Produkten. Ja, «der gestiefelte Kater» mag etwas öd sein in seiner Atmosphäre, doch wenn es nur um das Essen geht, was auf den Tisch kommt, dann werden hier Spitzenleistungen serviert. Die allerdings auch ihren Preis haben.

Das gilt auch für die anderen Spitzen-Restaurants in Genf, «Le Floris» von Claude Legras in Anières (zwei Michelin-Sterne, 12 Kilometer ausserhalb der Stadt), die «Auberge du Lion d’Or», «Le Cigalon» von Jean-Marc Bessire, «Le Flacon», die alle genau so wie die Hotel-Restaurants «Il Lago» im Four Seasons, «Bayview» im Président Wilson, das «Vertig’O» in Hôtel de la Paix und (neu seit 2017) das «Tsé Fung» im La Réserve mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet sind: günstig ist anders. da muss man schon unbedingt hin wollen – und wie das so ist mit den Erwartungen, die man dann zwangsläufig ja hat, das weiss man ja auch…

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Den etablierten Adressen ist seit vergangenem Jahr aber eine erstaunliche und erfreuliche Konkurrenz erwachsen: La Bottega, am Rande der Altstadt. Francesco Gasbarro, ein waschechter Florentiner, hat für sein Lokal schon ganz kurz nach Eröffnung einen Michelin-Stern erhalten, was erstaunlich ist, auch deshalb, weil sich das Bottega-Team so rein gar nicht um Konventionen schert. Wie es der Name sagt, ist «La Bottega» ein italienisches Restaurant, doch Pizza und Pasta und schnell und billig sucht man auf der Karte vergebens. Geboten wird eine ganz klassische «echte» italienische Küche auf höchstem Niveau, beste Ingredienzien, sehr kreativ und mit viel Liebe umgesetzt.

Selbstverständlich gibt es auch Pasta – aber halt eben: modern interpretiert. Es gibt unterdessen auch eine Karte, sieben Gerichte werden angeboten – aber so teuer, dass 90 Prozent der Gäste sowieso eines der Menus wählen. «Das lässt uns ganz andere Freiheiten, wir können kochen, was wir wollen – wir sehen uns denn auch mehr als Laboratorium denn als Küche». Diese Küche, übrigens, ist ganz offen, nicht von einer Scheibe von den Gästen abgetrennt: man kann den Köchen also nicht nur zusehen, man riecht auch, was hier gearbeitet wird. Die Weinkarte setzt auf eigene Entdeckungen, ausschliesslich aus Italien – «und wenn ich einen Wein von uns in einem anderen Restaurant in Genf finde, dann fliegt er bei und aus dem Sortiment», sagt Gasbarro. Gasbarro ist sowieso ein schräger Vogel. Seine Menus tragen danteske Namen. Er ist zwar noch jung, und doch er hat schon auf der ganzen Welt gearbeitet (einst mit einem Michelin-Stern in Florenz). Und er hat ganz genaue Vorstellung, wie seine Restaurants funktionieren sollen, was seine Gäste erwarten können, was er liefern will.

Wenn das neue Konzept funktioniert (und davon ist auszugehen), dann hat Genf einen neuen Herausforderer der doch eher bürgerlichen Strukturen, dann darf man gespannt sein, was das Bottega-Team noch alles leisten kann. Denn da gibt es eine Strasse höher ja auch noch die sehr gemütliche «Osteria» – genau so, wie man sich ein italienisches Restaurant vorstellt. Deftiger und günstiger als die Bottega, auch gemütlicher, aber qualitativ ebenfalls auch auf höchsten Niveau: Wir können beide Adressen nur empfehlen, sowohl mittags wie auch abends, die Stimmung ist bestens, die Weine gut und fair im Preis, das Essen ebenfalls.

Es braucht in Genf ein gutes Navigationssystem, wenn man kein Einheimischer ist. Gerade oben in der Altstadt wimmelt es von Einbahnstrassen und Sackgassen. Wir sind mit einem Volvo V90 CC unterwegs – und er hat keine Probleme, nimmt es locker, wenn mal wieder ein Weg versperrt ist, eine Umleitung gefahren werden muss; Genf ist verkehrstechnisch die Vorhölle, es gibt viel zu wenig Parkplätze, aber dafür viele Schutzleute, welche alles kontrollieren. Wir empfehlen: Tram, Bus, Taxi, zu Fuss. Genf ist überhaupt eine gute Stadt um zu flanieren, einigermassen übersichtlich, aber die Distanzen können schon beträchtlich werden von einer Seeseite zur anderen.

Wir schaffen es trotzdem zum Minotor. Es war dies eines der ersten Restaurants in Genf, das sich komplett auf Fleisch spezialisierte; unterdessen gibt es weitere, ganz neue das sehr coole «chez philippe» von, na, wem wohl; ok, Philippe Chevrier. Der Minotor ist etwas abgelegen, in einer ruhigeren Gegend – und das Angebot ist absolut erstaunlich. Nur die beste Qualität aus Argentinien, Kanada, Schottland, zu erfreulich fairen Preisen (ok, das ist immer noch ziemlich teuer). Grilliert wird in einem speziellen Ofen, das sieht alles sehr gut aus, auch die Beilagen sind ausserordentlich. Das passt zu Genf: von aussen würde man solches nicht erwarten. Und ist umso mehr erfreut, wenn man seine 500 Gramm Fleisch vor sich hat, nicht nur in der perfekten Garstufe, sondern vor allem auch noch in jener, die man bestellt hat.

Ein anderes Stück Fleisch nun, das beste Entrecôte der Stadt. An der besten Kräuterbutter. Doch dazu muss man ein bisschen ausholen. Man kennt die Kräuterbutter ja auch unter der Bezeichnung «Café de Paris». Und rund 107 Prozent aller Menschen sind wohl überzeugt, dass das etwas mit der französischen Hauptstadt zu tun haben muss. Hat es aber nicht. Erfunden wurde das Rezept in den 30er Jahren im Genfer «Restaurant du Coq d’Or», das der Familie Boubier gehört. Eine Tochter der berühmten Madame Boubier heiratete dann den Eigentümer des Restaurants «Café de Paris» – und seit damals wird in diesem Lokal in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs nur ein einziges warmes Gericht serviert, eben: Entrecôte «Café de Paris», Pommes frites, dazu ein grüner Salat. Wieder ist das Fleisch perfekt, wieder so, wie wir es bestellt haben. Man darf nun aber nicht erwarten, dass es von so einem Scheibchen Kräuterbutter gekrönt wird, nein, es schwimmt. Und das ist gut so – für mich ist das quasi ein Pflichtbesuch jedes Mal in Genf, einmal «Café de Paris» muss einfach sein. Auch, weil es ein schönes, schlichtes, stimmungsvolles Lokal ist. Und weil der Apfelkuchen zum Dessert auch hervorragend schmeckt.

Ein anderer Tag, wir bewegen uns jetzt in den äusseren Bezirken. Zuerst Carouge, ein Dorf in der Stadt, irgendwo zwischen chic und bieder, irgendwie weltfremd und doch sehr cool. Es gibt hier jede Menge an guten Restaurants, man kann sie gar nicht alle aufzählen, ein Kaffee im «Maison Rouge», einfach ein bisschen schauen und zuhören, noch einer in der schönen «fumisterie», ein schönes Lokal, grosszügig, solch eine Loft würde man sich wünschen, dann kurz ins «Café des Négociants» (noch so ein Chevrier-Lokal), aber wir wollen dort nicht essen, das haben wir schon oft und gern getan, Bistro-Küche, zwar klassisch, aber mit Kreativität und Charme, sondern weiter in noch ein Bistro, das den eigentümlichen Namen «LazNillo» trägt. Und dort erleben wir, was Genf von den deutschschweizer Städten unterscheidet: es ist laut, die Gespräche sind angeregt, es ist ein Gewusel zwischen den Tischen, der Wirt scheint alle zu kennen, noch eine Flasche Wein, noch ein zweites Dessert. Die Karte ist am Mittag täglich neu, die Menus günstig und üppig, die enge Küche sehr beschäftigt. Zum Dessert bestellen wir uns wieder einmal eine Baba au Rhum, diesen Klassiker, von dem man nicht genau weiss, woher er stammt, Polen, Paris, aber das ist ja auch nicht wichtig, Hauptsache: es schmeckt. Und der Rum ist gut. Ach, man muss es einfach lieben, solche Bistros sind es, die den Unterschied ausmachen, begeistern; es muss nicht immer nur Haute Cuisine sein.

Das Problem ist allerdings: der Autor ist nach dem reichlichen Mahl nicht mehr fähig, noch ein anderes Restaurant zu besuchen. Es ist dies als Lob zu betrachten. Er geht dann zurück in die Innenstadt, schaut noch kurz in der Metzgerei Molard vorbei, eine der besten der Schweiz, wahrscheinlich auch eine der teuersten, aber die Côte de Boeuf sieht so grossartig aus, da muss ein anständiges Stück in die eigene Küche kommen.

Neuer Anlauf: ein Ceviche im Pachacamac. Die peruanische Küche überrollt ja gerade die Welt, gilt seit zwei, drei Jahren als das kulinarische Ding, hat sogar die Skandinavier von den Trendlisten verdrängen können. Das Pachacamac ist sehr sympathisch, kein grosses Tam-Tam, das Ceviche sehr frisch und gehaltvoll – schon ziemlich so, wie wir es aus Peru kennen. Aber das mit dem rohen Fisch ist ja nicht für alle, also schauen wir noch auf einen Happen im Miyako vorbei, einst der beste Japaner weit und breit, unterdessen aber ein bisschen im Schatten der Hotel-Restaurants. Einverstanden, schon wieder roher Fisch…

Das Patara, den besten (und teuersten) Thai der Stadt können wir uns sparen, dort wird seit Jahr und Tag höchste Qualität serviert (auf Wunsch auch: wie in Thailand, also richtig scharf).

Das Rasoi, den besten (und teuersten) Inder der Stadt können wir uns nicht leisten, also muss es wieder einmal ein Bistro sein. Maximillian Büsser, CEO & Founder der wahnsinnigsten Uhrenmarke der Welt, MB & F, hat uns «le Patio» empfohlen, es ist dies zwar wieder ein Chevrier-Lokal, aber was wollen wir klagen?

Es beginnt mit einem sehr sanft getoasteten Brot, auf dem eine Scheibe Lardo di Colonnata langsam wegschmilzt, darüber ein vorzügliches Tartar vom Rind. Und weil es so gut war, nehmen wir gleich noch ein Tartar, diesmal aber vom Hummer, angereichert mit einem sanften Geléee von Austern, geziert von feinsten geschnittenen Sepia-Teilchen – ein Gedicht, ganz grosses Kino, sowohl in den Konsistenzen wie auch in den einzelnen Geschmackssensationen. Danach ein Hummer-Süppchen, aber nicht klassisch, sondern als grünes Thai-Curry serviert. Man könnte nun das Gefühl haben, dass das scharfe Curry das sanfte Hummerfleisch ermordet, tut es aber nicht, denn es ergänzt sich alles aufs Beste. Allerdings: für den durchschnittlichen Gusto dürfte das ales etwas zu gut gewürzt sein; wir liebens, genau so. Beim nächsten Gang, Ravioli mit einer Ochsenschwanz-Füllung, hätten wir uns den Teig ein wenig dünner gewünscht, aber das ist so sehr Geschmackssache wie die dazu gereichte Trüffelsauce. Als Hauptgang schliesslich ein ganz klassisches Filet Du Boeuf, Sauce Béarnaise, Spinat; dagegen ist nichts einzuwenden. Aber es zeigte sich einmal mehr: die wahre Kreativität liegt bei den Vorspeisen. Und weil das hier auch so etwas wie ein Vergleich ist, gab es noch eine Baba au Rhum zum Dessert, optisch ganz anders als im LazNillo, aber ebenfalls hervorragend. Es sind doch die einfachen Dinge, die uns im Leben erfreuen.

Uns, übrigens, trifft man während des Salons gern im «Fornello Napoletano». Nein, das ist kein gastronomischer Höhepunkt, aber es ist gut gelegen, die Pasta ist mehr als nur anständig und kostet keine Kleinwagen, der Service ist grossartig und der Wein fliesst reichlich. Und: man sieht keine Manager mit Krawatten an den Tischen sitzen. Wir haben ja schliesslich auch einmal Pause. Wem ein wenig mehr Zeit vergönnt ist, dem empfehlen wir die beiden Adressen etwas ausserhalb der Stadt, das Café de Certoux in Perly-Certoux und das Café de la Réunion in Veyrier, die beide auf höchstem Niveau kochen (und beide längst einen Michelin-Stern und eine bessere Benotung im GaultMillau verdient hätten). Dort ist es ruhiger, gemächlicher, gemütlicher – und günstiger, das Verhältnis von Preis zur Leistung ist als absolut löblich zu bezeichnen. Doch wer dort speist, der muss danach sicher noch einen Tag mehr in Genf einplanen.

Gemäss der neuen Ausgabe des GaultMillau sind auch «L’Eveil des Sens»(www.restauleveildessens.wix.com) und «La Table des Roys» (www.latabledesroys.com) neu unbedingt einen Besuch wert.

Nochmals: die Kurzform mit den Adressen gibt es – gleich unten. Und wir danken Volvo, die uns bei diesem Ausflug nach Genf automobil unterstützt haben.

Die Besten:
– Domaine de Châteauvieux, Chemin de Châteauvieux, 16 Peney-Dessus, 1242 Satigny, Tel. 022 753 15 11, www.chateauvieux.ch. (2 Michelin-Sterne, 19 Punkte GaultMillau – teuer.) Ein wunderschöner Ort der Ruhe – und das beste Restaurant weit und breit. Zwar mag Philippe Chevrier nicht mehr oft in der Küche stehen, doch die Präzision ist so grossartig wie die Kreativität. Absolut empfehlenswert.
– La Bottega, Rue de la Corraterie 21, 1204 Genève, Tel. 022 736 10 00, www.labottegatrattoria.com. (1 Michelin-Stern, 13 Punkte GaultMillau, faire Preise.) Die Aufsteiger des Jahres in Genf. Klassische italienische Küche, wie man sie ausserhalb Italiens nur selten erhält; wer Pasta und Pizza erwartet, ist hier falsch. Dafür gibt es: Osteria della Bottega, Grand Rue 3, 1204 Genève, Tel. 022 810 84 51, www.osteriadellabottega.com.
– Chat-Botté, im Hotel Beau-Rivage, Quai du Mont-Blanc 13, 1201 Genève, Tel. 022 716 66 66, www.beau-rivage.ch. (1 Michelin-Stern, 18 Punkte GaultMillau, teuer.) Meist sind ja Hotel-Restaurants nicht das, was man wirklich braucht: «der gestiefelte Kater» ist eine grossartige Ausnahme. Klassische französische Küche, modern interpretiert, beste Produkte. Aber vielleicht etwas steife Atmosphäre…

Unsere Liebsten:
(dazu gehören die Domaine de Châteauvieux und La Bottega selbstverständlich auch)
– Le Patio, Boulevard Helvétique 19, 1207 Genève,

Tel. 022 736 66 75, www.lepatio-restaurant.ch/. (14 Punkte GaultMillau, faire Preise.) Ein typisches Bistro, schön eingerichtet, ausgezeichnete Küche, die sich auf Fleisch und Hummer spezialisiert hat. Und Überraschendes zu bieten hat. Vorzügliche Weinauswahl.
– Bistrot LazNillo, Route des Acacias 34, 1227 Carouge, Tel. 022 342 34 34, www.lebistrot.ch. (bisher keine Bewertungen… – faire Preise.) Von aussen winzig, innen grossartig, kreative Küche, aber auch viele Klassiker. Lohnt sich am meisten über Mittag.
– Café de Paris – chez Boubier, Rue du Mont-Blanc 26, 1201 Genève, Tel. 022 732 84 50, www.chezboubier.com. (keine Bewertungen… – nicht ganz günstig.) Es gibt hier ausschliesslich Entrecôte (in höchster Perfektion) an der berühmten hauseigenen Kräuterbutter, dazu Pommes frites und einen grünen Salat. Nichts anders, dies dafür hervorragend.
– Café des Negociants, Rue de la Filature 29, 1227 Carouge, Tel. 022 300 31 30, www.negociants.ch (14 Punkte GaultMillau – faire Preise.) Gehört auch zum Imperium von Chevrier, profitiert von Synergien aus der Meisterküche. Ausgezeichnete Klassiker, schöne Atmosphäre.
– Cantine des Commerçants, Boulevard Carl-Vogt 29, 1205 Genève, Tel. 022 328 16 70, www.lacantine.ch. (12 Punkte GaultMillau, faire Preise.) Noch so ein typisches Bistro, gute Stimmung, gutes Essen aus guten Produkten. Vielleicht etwas gar klassisch.
– Bistrot du Boeuf-Rouge, Rue Docteur-Alfred-Vincent 17, 1201 Genève, Tel. 022 732 75 37, www.boeufrouge.ch. (12 Punkte GaultMillau – faire Preise.) Ein Genfer Klassiker, mittendrin Nähe Bahnhof, man darf sich vom Äusseren nicht abschrecken lassen. Typische Bistro-Küche.
– Auberge du Lion d’Or, Place Pierre-Gautier 5, 1223 Cologny, Tel. 022 736 44 32, www.dupont-byrne.ch. (von sehr teuer bis fair.) Die Auberge verfügt über ein 1-Sterne-Michelin-Restaurant, es sei hier aber das Bistro de Cologny empfohlen, sehr hübsch, ruhig, günstig, ausgezeichnete Küche.
– Café de Peney, 130 Route d’Aire-la-Ville, 1242 Satigny, Tel. 022 753 17 55, www.cafe-de-peney.ch. (14 Punkte GaultMillau – faire Preise.) Etwas ausserhalb der Stadt, über Mittag immer voll, weil das Preis/Leistungsverhältnis ausgezeichnet ist. Klassische Küche, bestens gemacht.
– Café de Certoux, Route de Certoux 133, 1258 Perly-Certoux (Genève), Tel. 022 771 10 32, www.cafe-certoux.ch. (15 Punkte GaultMillau – faire Preise.) Bernard Livron gehört zu den Urgesteinen unter den Genfer Köchen, ein grossartiger Könner, phantasievoll. Etwas ausserhalb, angenehm ruhig, ausgezeichnete Weinkarte.
– Café de la Réunion, Chemin de Sous-Balme 2, 1255 Veyrier, Tel. 022 784 07 98, www.restaurant-reunion.ch. (15 Punkte GaultMillau, faire Preise.) Auch Patrick Laporte ist schon ewig dabei, immer hervorragend. Auch etwas ausserhalb, grossartige Weine und Käse.

Die Exoten, Speziellen – und: Fleisch…:
– Pachacamac, Rue Voltaire 11, 1201 Genève, Tel. 022 735 76 15, www.pachacamacrestaurant.com. (13 Punkte GaultMillau, faire Preise.) Die peruanische Küche ist ja gerade sehr in Mode – und wer Fisch und Meeresfrüchte liebt, der ist hier am richtigen Ort. Cool, easy, gefällt.
– chez Philippe, Rue du Rhône 8, 1204 Genève, Tel. 022 316 16 16, www.chezphilippe.ch. (noch keine Bewertung, nicht ganz günstig.) Gehört auch zum Chevrier-Imperium, konzentriert sich ausschliesslich auf: Fleisch. Und mehr Fleisch. Und guten Wein. Sehr chic, derzeit «the place» in Genf.
– Minotor, Rue Du Bois-Melly 3, 1205 Genève, Tel. 022 321 70 05, www.minotorsteakhouse.com. (keine Bewertung, nicht ganz günstig.) Die zweite Adresse für hervorragendes Fleisch. Gute Auswahl, wunderbare Liebe zum Produkt.
– Miyako, 11 Rue de Chantepoulet, 1201 Genève, Tel. 022 738 01 20, www.restaurantmiyako.ch. (keine Bewertung, nicht ganz günstig.) Das Miyako war einmal der beste Japaner weit und breit, hat aber unterdessen an der Konkurrenz in den grossen Hotels zu leiden. Aber gut ist es immer noch, frisch, saubere Arbeit.
– Patara, im Hotel Beau-Rivage, Quai du Mont-Blanc 13, 1201 Genève, Tel. 022 731 55 66, www.patara-geneve.ch. (14 Punkte GaultMillau, eher: teuer.) Das Patara ist ein unabhängiges Thai-Restaurant im Hotel Beau-Rivage, sehr authentisch, vorzüglich gemacht, aber leider etwas gar teuer. Und etwas versnobt.
– Rasoi by Vineet, im Hotel Mandarin Oriental, Quai Turrettini 1, 1201 Genève, Tel. 022 909 00 00, www.mandarinoriental.com. (16 Punkte GaultMillau, teuer.) Sicher der beste Inder der Stadt, wobei es mehr so eine Fusion-Küche ist, halt so, wie man Indisch in England versteht. Aber ausgezeichnet gekocht, schön präsentiert.
– Il Fornello Napoletano, Rue de Lausanne 52, 1201 Genève, Tel. 022 738 70 78, www.ilfornello.ch. (keine Bewertung, günstig.) Unser liebster Italiener, ganz einfach, Pasta, Pizza, laut, fröhlich, günstig.

Und wir haben das auch als .pdf – na, das ist doch Service.

Genf-2017

Mehr Food haben wir in unserem Archiv. Und seit kurzem schreibt ja auch Claudio Del Principe von Anonyme Köche für uns – es kommt da also mehr. Denn zu den besten Restaurants kommt man nur mit dem Auto…

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