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115.40 – Giulia Nuova Super Diesel

Die Wanderdüne

45 Sekunden! Sagenhafte 45 Sekunden brauchte die 1976 eingeführte Diesel-Variante der Giulia Nuova Super für den Sprint von 0 auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit (so diese denn überhaupt erreichbar war): 135 km/h. Es dürfte dies, abgesehen vom «Matta», der am wenigsten sportliche Alfa Romeo aller Zeiten gewesen sein – und geschuldet war er der Ölkrise. Denn auch die Mailänder hatten in jenen Jahren das Gefühl, ein sparsameres Fahrzeug im Angebot haben zu müssen – und weil es wohl schnell gehen musste, wurde als Antrieb der 1,8-Liter-Selbstzünder von Perkins evaluiert, eine üble Krücke, die es auf gerade einmal 55 PS brachte. Und schwer war wie Blei, rund 80 Kilo Mehrgewicht zum 1,3-Liter-Benziner brachte er auf die Waage. Weil das Teil auch noch heftig nagelte, wurden ausserdem noch 30 Kilo Lärmdämmung eingebaut. Ein weiteres Problem: die Vibrationen. Es fielen reihenweise Teile ab, was die Qualitätsanmutung nicht dringend verbesserte. In den zwei Produktionsjahren 1976/77 wurden nur gerade 6573 Stück verkauft – und heute gibt es kaum noch Exemplare auf dem Markt. Dieses noch gute Stück stammt aus dem Jahr 1977 (Chassisnummer AR 115.40.0005459).

Wir haben ein kleines Alfa-Romeo-Lexikon begonnen, völlig zufällig, mit kurzen Texten, ohne Anspruch auf Vollständigkeit – wie wir das genau ordnen werden, was daraus noch werden kann, das wissen wir jetzt auch noch nicht. Das soll ein offenes Projekt werden, da darf mittun, wer will. Und kann. Mehr Bilder, Verweise auf gute Stories, zusätzliche Infos, etc. – dies gern an ruch@pruductions.ch. Mehr Alfa Romeo finden sich alleweil in unserem Archiv.

1 kommentar

  1. Ciao!
    Also ich habe eine Perkins Giulia und das stimmt so nicht ganz mit den Fahrleistungen. 140km/h werden auf ebener Autobahn leicht erreicht. Wenn man 100 fährt, ist man flott (gemessen an 52 PS) auf 130/140. Auch die 45 Sekunden auf 100 stimmen nicht. Ich habe auch moderne herumzuckelnde Autos überholt, die mit 70 rumschleichen. Das geht ganz brav. Natürlich bergauf geht nicht viel, aber ein 200er oder 220er Diesel hat gegen die Perkins Giulia keine Chance. Auch fahrwerktechnisch in Kurven nicht.
    4 Scheibenbremsen, also die Technik der benzina Giulia bietet auch die Perkins Giulia. Und….Verbrauch: lächerliche. 5 Liter max.

    Warum hab ich eine Perkins Giulia? Nun ja, ich bin Alfista, auch beim Alfaclub Österreich, ich habe eine 65er Giulia ti super, also die andere Seite der Giulia mit 180 km/h Werksangabe und vieles mehr und es hat mich gereizt auch so einen Underdog, so einen Exoten zu fahren. Gehört nunmal auch zur Geschichte von Alfa.
    Die Perkins Giulia wird meiner Meinung zu unrecht so schlecht gemacht. Der Motor ist ein Langläufer, braucht unfassbar wenig für einen Diesel aus den 70ern und lässt einen im Verkehr mit schwimmen. Außerdem war damit der Beginn des Diesel Zeitalters bei Alfa eingeläutet. Immerhin war es ein Alfa Romeo, die den ersten Turbodiesel in Europa verkauft haben, nämlich die Alfetta TD.
    Na dann, alfistrale Grüße, Helmut Pech alias El Mute Rostrock

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