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Aston Martin Lagonda Series 1

Verlängerung

Es ist nicht ganz so einfach mit den Bezeichnungen bei Aston Martin. Und es hilft auch nicht wirklich, wenn da direkt hinter Aston Martin auch noch Lagonda steht. Denn von diesen Aston Martin Lagonda gab es auch wieder drei völlig unterschiedliche Baureihen, die Series 1 (1969 bis 1976, ein Prototyp und sieben (oder auch acht) Serien-Fahrzeuge), die auf dem DBS/V8 basierte, es folgten die keilförmigen Series 2, 3 und 4 (1976 bis 1989, etwa 645 Stück), und schliesslich noch die Series 5 (auch bekannt als Aston Martin Virage Lagonda, von dem zwischen 1989 und 1996 in etwa neun Exemplare entstanden). Es sei hier die Series 1 vorgestellt (alle anderen kommen selbstverständlich auch noch).

 

Nach dem wenig erfolgreichen Rapide (1961 bis 1964) war die Bezeichnung Lagonda von Aston Martin nicht mehr verwendet worden. Als William Towns Mitte der 60er Jahre beauftragt wurde, einen Nachfolger des DB6 zu entwerfen, zeichnete er zuerst einen Viertürer, weil er der Meinung war, dass es einfacher sei, aus einem Viertürer einen Zweitürer zu machen als umgekehrt. Der DBS kam dann aber 1967 als klassisches Coupé mit zwei Türen auf den Markt. Der damalige Besitzer von Aston Martin und Lagonda, der ehemalige Landmaschinen-Hersteller David Brown, hatte den ersten Entwurf von Towns aber nicht vergessen – und bestellte für sich selber genau so ein Fahrzeug. Unter den Entwicklungscode MP230 wurde der Radstand um 30,5 Zentimeter verlängert, das Dach deutlich höher gezogen – und mit dem von Tadek Marek neu konstruierten 5,3-Liter-Achtzylinder versehen, der eigentlich schon im DBS von Anfang an hätte eingebaut sein sollen. Brown erhielt den Wagen im Jahr 1969, er trug das Nummernschild «JPP 55» – und existiert heute noch (die Bilder verdanken wir www.classicdriver.com).

Im Jahr 1974, David Brown hatte seinen Stuhl geräumt und an Company Developments verkauft, entschied sich Aston Martin, den Viertürer in Serie zu produzieren. Die Blaupause war der Brown-Prototyp, die Front wurde an das Design des V8 angepasst (also: Einzelscheinwerfer), dazu gab es einen eigenartigen Kühlergrill, der irgendwie an den Rapide erinnern sollte. Erfolg hatte aber auch dieser Lagonda nicht, zwischen 1974 und 1976 wurden lediglich sieben Exemplare verkauft; ein weiteres entstand zwischen 1998 und 2007 aus Ersatzteilen (Chassisnummer 12008). Die Probleme waren vielfältig: Der wagen war mit 14’040 Pfund sehr, sehr teuer (2700 Pfund Aufpreis gegenüber einem V8). Und er war mit einem Gewicht von zwei Tonnen und etwa 280 PS nicht wirklich übermotorisiert; viel Kraft versandete zudem in der Dreigang-Automatik von Chrysler. Und ob er nun wirklich schön war, nun, das überlassen wir gerne dem Auge des Betrachters. Wahrscheinlich zwei Exemplare erhielten später einen von R.S. Williams aufgebohrten 7-Liter-V8, der es auf mindestens 450 PS gebracht haben soll (eines dieser Fahrzeuge zeigen wir unten, ©Bonhams). Man darf davon ausgehen, dass noch sämtliche Aston Martin Series 1 existieren.

Mehr Aston Martin und Lagonda finden sich in unserem Archiv.

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