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Simca-Abarth 8 Sport Cabriolet

Team-Work

Roger Barlow muss ein ganz besonderer Mensch gewesen sein. Er schrieb in den 50er Jahren für die bekanntesten Auto-Magazine, fuhr selber mehr als nur anständig Rennen, gründete den California Sports Car Club – und führte seine eigene Garage in Hollywood, International Motors. Dafür importierte er allerlei Sportwagen, auch die grossen Namen, er hatte auch berühmte Kunden, etwa Formel-1-Weltmeister Phil Hill. Doch seine grosse Liebe gehörte: Simca.

Nun, das war sicher gerade in Kalifornien eine ziemlich aussergewöhnliche Präferenz. Simca, kurz für «Société Industrielle de Mécanique et Carrosserie Automobile», war 1934 gegründet worden und stellte in den frühen Jahren Fiat-Lizenzprodukte in Frankreich her; Gründer war Henri Théodore Pigozzi, ein gebürtiger Italiener (und deshalb eigentlich: Enrico Teodoro Pigozzi). Über die Jahre emanzipierte sich Pigozzi immer mehr von Fiat, hatte seine eigenen Ideen – und beste Beziehungen. So richtig gut wurde das erst Ende der 50er mit der Zusammenarbeit mit Abarth, doch das ist eine andere Geschichte (hier nachzulesen).

Doch zurück zu Roger Barlow. Der brauchte Anfang der 50er Jahre einen neuen Privatwagen, selbstverständlich einen Simca. Was er sich da bestellte, war ein ganz feines Einzelstück. Giovanni Michelotti, damals bei Stabilimenti Farina angestellt, proportionierte die Formen eines Cisitalia 202 neu auf ein Chassis eines Fiat 1100S, die Aluminium-Arbeiten wurden handgedengelt bei Facel-Méttalon unter Leitung von Jean Daninos (den man als Gründer von Facel-Vega kennt).

Unter die kurze Haube des Simca kam der bekannte 1,2-Liter-Vierzylinder, doch der erhielt einen Alu-Zylinderkopf von Abarth, eine Auspuffanlage ebenfalls von Abarth, Weber-Doppelvergaser – und einen Kompressor von S.Co.T.. So wurden aus den ursprünglich 50 Pferdchen wohl etwa 100 PS – und die Fahrleistungen deutlich besser. Barlow, heisst es, soll auf den Bergstrassen östlich von Hollywood manch einem Ferrari-Piloten ziemlich auf die Nerven gegangen sein mit seinem Simca. Nachdem er 1990 verstarb, behielt seine Tochter das Fahrzeug weitere 25 Jahre in ihrem Besitz; jetzt wird es von Gooding & Co. versteigert, der Schätzpreis für dieses wunderbare Einzelstück liegt bei 300’000 bis 400’000 Dollar.

Wir haben ganz viel Abarth, hier eine Übersicht. Und im Archiv finden sich noch weitere schöne Sachen. Photos: Josh Hway.

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