Ode an die Ödnis
Alpine A290 Rallye



In der Pressemitteilung steht prominent: «Die neue A290 Rallye verfügt über alle Rennsport-Gene, die Jean Rédélé der Marke Alpine bei ihrer Gründung vor 70 Jahren in die Wiege gelegt hat». Naja, die erste Zeile scheinen sie überlesen zu haben, das mit der Leichtigkeit, aber es ist ja alles relativ – und der A290 ist für ein E-Auto ja tatsächlich relativ leicht. An der Leistung wird nicht geschraubt, 200 PS und 300 Nm, dafür gibt es einen geschweissten Überrollkäfig und Sabelt-Schalensitze, die beide den neuesten FIA-Vorschriften entsprechen. Wie bei den aktuell besten Rallye-Fahrzeugen kommen vorne Sechs-Kolben-Monoblock-Bremssättel und 350-mm-Bremsscheiben zum Einsatz. Hinten arbeiten Ein-Kolben-Bremssättel an 280-mm-Bremsscheiben. Die spezielle Renn-ABS-Steuerung von Alpine Racing garantiert eine sichere und präzise Bremsleistung. Komplettiert wird das Bremssystem von der unverzichtbaren hydraulischen Handbremse. Das Fahrwerk der A290 Rallye basiert auf dem der Serienversion und wurde von Alpine Racing für den Rennsport angepasst. Zum Einsatz kommt eine spezielle Aufhängung mit Stossdämpfern von ALP Racing Suspension. Die 8×18-EVO-Corse-Räder sind mit Michelin Pilot Sport A-Reifen bezogen. Der Preis für die neue Alpine A290 Rallye beträgt 59’990 Euro (zzgl. Mehrwertsteuer) für das komplette, montierte und lackierte Fahrzeug. Lärm macht der Rallye anscheinend auch, aber das wollen wir gar nicht so genau wissen. Und ja, da haben wir jetzt grösstenteils copy-paste.
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Ferrari Amalfifi
(Wir würden ja gern ein Bild zeigen. Aber anscheinend hat uns Ferrari ausgesperrt von der Media-Seite, wir haben vor drei Tagen Bilder bestellt, bisher aber noch nichts erhalten. Nicht so schlimm, Sie verpassen gar nix.)
Die Amalfi-Küste ist wunderwunderschön. Zum ersten Mal da war ich 1985, als mir meine Eltern zum Abi (in der Schweiz: Matura) so etwas wie die «Grand Tour» schenkten (was in erster Linie zu einer ewigen Liebe zu Neapel und Sizilien führte). Ich war später dort mit einer finnischen Geliebten, es war grossartig, nicht nur kulinarisch – und ich verbrachte später eine wunderbare Zeit ebenda mit meiner damals noch zukünftigen Gattin. Doch mit ihr kam ich auch in den übelsten Stau meines Lebens, wir brauchten für die nicht einmal 20 Kilometer von unserem Hotel nach Positano fünf (in Worten: 5!) Stunden, zwei davon in praller Sonne im Alfa Spider (916) bei komplettem Stillstand. Wer nun ein Automobil nach einem immerwährenden Stau benennt, der (your choice, füllen Sie die Klammer selber aus). Aber irgendwie passt das zur Namensfindung von Ferrari: Roma ist eine grossartige Stadt, aber Autofahren will man da nicht. Portofino, sehr schön, aber ähnliche Verkehrsprobleme wie Amalfi. California ist in etwa so phantasievoll wie 12cilindri oder Ferrari LaFerrari oder: Enzo. Gut, den Amalfi hätten sie auch Xiaomingmeichowchow nennen können, er ist optisch so unfassbar belanglos wie alles, was seit dem Rauswurf von Pininfarina zugunsten des hauseigenen Centro Stile aus Maranello gekommen ist. Da sieht halt jeder zweite Chines‘ besser aus als der Stau-Ferrari, ideenlos, charakterfrei, eine Ode an die stilistische Ödnis. Am Motor wurde ein bisserl Feintuning gemacht, 20 zusätzliche PS (neu sind es 640) nach sechs Jahren zeugen jetzt aber nicht von grosser Ingenieursleistung. Die kommt dann wohl erst in der E-Version.
Mehr Neuheiten haben wir in unserem Archiv.


Na ja, sooooo schlimm sieht der Amalfi auch nicht aus, auch der Roma nicht.
Beide (na ja, ist ja nur einer eigentlich) sind halt wie immer zu groß für echte Sportler.
Die PS sind Marketing-PS. Bissel mehr als der Vorgänger, aber immer schön Reserven offen lassen für Nachfolger oder Sondermodelle.
Porsche ist da Weltmeister in dieser kleinteiligen PS-Nachlegung.
Der Motor des Amalfi bot ja schon im nicht mehr produzierten F8 720 PS.
In Turbo-Zeiten ist Leistung frei skalierbar.
Den R5 werde ich mir mal demnächst als Vorführer geben lassen und testen, so der bestellte Airbag-Sensor für meinen Hundetransporter je eintrifft und er die heiligen Werstatthallen von Renault besuchen darf. Ist ja erst seit fünf Wochen bestellt. VW, BMW und Mercedes schaffen Ersatzteile am selben, spätestens am nächsten Tag ran …..
Puh, verglichen mit früheren Ferraris finde ich den Amalfi schon ziemlich banal. Für mich ein weiteres Seifenstück von vielen. Da weckt nix Begehrlichkeiten. Schauen wir einmal, wann Ferrari das Porsche-Schicksal ereilen wird.
Nun gut, der Ferrari Amalfi hat natürlich einen sehr berühmten Vorgänger, der spektakulär schönen Atlantis Amalfi aus der Deutschen Fernsehserie „PS“ Aus den Siebzigern…
Jedenfalls ich muß bei diesem Namen unvermeidlich an das knallgelbe – wahrscheinlich hieß bei Atlantis die Farbe auch schon „Giallo Fly – Montagsauto denken…
Aber ich muß meinem Vorredner Recht geben, so schlecht sieht der Ferrari nicht aus, insbesondere für einen modernen Ferrari.
Sieht halt aus wie alle diese modernen GT‘s, relativ egal ob Jaguar F-Type, Aston Martin, Mercedes oder eben Ferrari, allerdings sah der Roma mit dem Lüftungsgitterkühlergrill deutlich eigenständiger aus.
Das mit den Autonamen ist so eine Sache, mit einem Ford Capri nach Capri zu reisen, wird noch weniger gelingen als mit einem Opel Ascona Voyage ins Grand Hotel Monte Verità zu fahren, da ist ein Besuch der Amalfitana im neuen Ferrari geradezu ein Kinderspiel!
Und auf der Copacabana dürfte ein Panther Rio sehr viel seltener gesichtet worden sein als ein Ford Cortina im gleichnamigen Skiort.
Den Atlantis Amalfi hatte ich ganz vergessen, vage erinnere ich mich noch an die Serie.
Immerhin, er basiert auf einem Fiat 132 und den hat kein geringerer als Gandini gezeichnet.
Ode an die Ödnis? Nein, bei mir heute bestimmt nicht! Wir fuhren heute die VR-Bank Oldtimer und Youngtimer Rallye mit dem Fulvia Coupe Serie 1 Baujahr 1966 mit und hatten viel Spass und sahen viele tolle Autos. Kleiner Auszug:
VW Scirocco Baujahr 1982
BMW 1502
Opel Commodore Coupe A GS/E
Audi 80 Baujahr 1972
MG A
Triumph TR3
Goggomobil
VW T1
Mercedes W124 E500
BMW 535i E28
Maserati Biturbo 220
Fiat 126
Fiat 500 F
VW Porsche
Porsche 912
Citroen 2 CV
Renault R 4
Mercedes 230 Pagode Bj 1964
Ford Mustang
Simca Ariane
Jeep Renegade V8
MG 6GT
Toyota MR2
Mitshubishi 3.0 GT
und viele andere. 53 Starter, keine Unfälle, tolle Typen (Auto&Fahrer), schönes, nicht zu heißes Wetter und als Clou ein Abstecher zu Alpina Classics nach Buchloe.
Ferrari was? Nö, juckt nicht! E-Auto? Hör auf! EU mit Uschi – Kommentar darf ich hier nicht wiedergeben….
Also, es gibt noch Abwechslung! Wenn auch nicht mehr neu.
Nochmal zum Amalfi. Tatsächlich gefiel mir der Roma mit dem Grill-Gesicht deutlich besser. Ist aber irgendwie retro von der Linie her. Bis der 12 Cilindri kam, hätte ich auf Daytona-„Nachbau“ getippt.
Nun weiss ich nicht, was die Leute bewegt, die einen bestellen für rund 300.000 Euro.
Haben müssen, weil neuer Ferrari?
Würde ich einen 8 Zylinder kaufen müssen (schöner Gedanke), dann nähme ich wohl einen 360 Modena (zwischen 70.000 und 130.000 zu haben, auch als Spider) mit Handschaltung. Sauberes, doch auch modernes Design, immer noch. Klarer Innenraum ohne Displays und 50 Tasten auf dem Lenkrad. ABS und Servolenkung, das reicht und die 400 PS ebenfalls, um nicht dem nächsten Turbodiesel auf den Leim zu gehen.
Kilometerstände werden ab 3.500 angeboten, aber auch über 200.000, hält also auch, der Gute.
Dann wäre immer noch reichlich Geld übrig gegenüber dem Amalfi, um die Gattin mit einer perfekten Pagode zu besänftigen. 😉
Stau-Ferrari: Vor etlichen Jahren stand ich im Stau neben und etwas hinter einem 355F1. Der hoppelte sehr peinlich dahin mit diesem blöden Getriebe. Und einem 360F1 Spider in Berlin folgend, sah ich immeerzu zwei Köpfe nicken.
Ich habe die Begeisterung für das F1-Getriebe nie so richtig verstanden, immer schon waren mir die handgeschalteten Varianten lieber, angefangen vom E-Type V12 über den Ferrari 400 und den Aston Martin V8, damals in den Achtzigern, beim Ferrari 355 hätte ich schon wegen der offenen Schaltkulisse den Handschalter genommen…
Beim Ferrari 360 war das F1-Getriebe schon noch recht rustikal, beim 430 ist es deutlich besser, über die Qualitäten bei den neueren Ferraris kann ich nichts sagen, um in einer solchen Kampfmaschine gesehen zu werden, fehlt mir das Selbstbewußtsein…
Aber ich besaß einige Jahre einen Maserati Quattroporte V mit dem entsprechenden Getriebe an der Hinterachse, ernsthafte Probleme hatte ich nie, aber richtig vertrauenerweckend war es auch nicht.
Nickbewegungen meiner Passagiere gab es allerdings nur, wenn ich meine Äußerungen zur Rettung der Welt zum Besten gab…
Der Wagen war wunderschön, aber irgendwie nicht mein Auto, zu schick, zu laut, zu viele neidische Gesichter beim Einparken vor dem Caféhaus, außerdem schien mir ein Maserati nicht zum bildungsbürgerlichen Hintergrund eines Sprößlings aus der Upper-Middle-Class zu passen.
Beim Roma wäre es nicht anders.
Mein 355, der 360 und sogar mein derzeitiger Roma, hoppelt nicht.
Das F1 kann man am Manetinooo einstellen.
Hoppeln kann auch der BMW m2 hand, 2025.
( der ist eig nur noch obszön preislich, weil BMW allerwelts Kübel)
Und richtig hoppeln tut mein Arbeits- M5.
Den eh schon verkauft.
zu schwer. zu breit und die Launsch Kontrol is ein Pain in se computer.
Der Emotor grätscht und Turbo den V8.
na ja… 🙂
Den 355 finde ich übrigens phantastisch.
Der erste „gute“ Ferrari, der nach Enzo endlich gebaut werden konnte. Und der letzte in echter Handarbeit.
Ganz toll finde ich, dass der GTS die hinteren Fenster des GTB beibehalten hat und das Dachteil in Wagenfarbe lieferbar war, was den GTS so hübsch wie den GTB machte.
Auch der Spider sah toll aus, noch so ohne die „Vitrine“ des 360, die den Motor schon etwas aufdringlich serviert und ohne die Karosserie-Buckel hinter den Sitzen. Allerdings war das semiautomatische Dach schon ein bissel -sorry- lächerlich von der Bedienung her. Da haben andere schon seit Jahrzehnten bessere Verdecke gebaut.
Auch hier, wie beim 360 gefällt mir der Innenraum sehr gut, ab dem 430 wirds übertrieben stylisch, so Design um des Designs willen …..
@ OLoMurz
Nun, der Roma hat ja ein Doppelkupplungs-Getriebe und kein sequentielles.
Und ja, wenn man bei der richtigen Drehzahl und unter Last schaltet, dann geht es ganz gut, aber eben in der Stadt, bei kaltem Motor/Getriebe oder im falschen Moment bedient, ist man schon an den Smart erinnert.
Ich habe an Ferraris die drei Mondial Versionen und den 412 mit Schaltung sowie den 360F1 Spider gefahren, auf spätere Modelle fehlte mir nach dem Umzug in den hohen Norden der Zugriff. Der 360F1 erforderte schon eine gewisse Konzentration, was ich als recht unkomfortabel empfinde. Die anderen fuhren sich im normalen Geschwindigkeitsbereich so einfach wie ein Golf, ganz im Gegensatz zu einigen 911 Modellen, die mit einer geradezu brutalen alles-oder-nichts Kupplung nervten.
@hugoservatius
Da wollte man wohl einerseits die Sportfahrer, und das will jeder sein, mit Formel 1 Technik beglücken und andererseits den Amis das Kupplungspedal ersparen.
(Vor einem Restaurant in La Jolla stand hügelaufwärts ein Käfer Cabrio und der freundliche Herr vom Valet Parking wollte es wegfahren. Er hatte mit dem zurückrollenden Wagen seine lieben Probleme. Beinahe hätte ich ihm Hilfe angeboten.)
Die Wandlerautomaten waren zu Zeiten der beschrieben Autos träge 3-Gänger von Borg Warner oder GM, die enorm Leistung fraßen und so gar nicht zu einem Sportmotor passten.
Ein guter 6-Gang Automat in einem drehmomentstarken Auto ist ein Genuss, alles darüber schon wieder fragwürdig. Da wird dann im zweiten angefahren (Mercedes) und der letzte Gang ist oft ellenlang für den DIN-Verbrauch. Oder der erste ist so kurz, dass man bei jedem Anfahren aufpassen muss, dass die Reifen nicht quietschen.
Die „billig-Automatik“ Doppelkupplungsgetriebe macht oft das ruckfreie Anfahren schwer und das Vor- und Zurückrangieren sowieso. In Fahrt ist es dafür unschlagbar ruckfrei. Macht eigentlich nur bis zur unteren Mittelklasse (Preis) Sinn oder für Sportwagen (schnelle Schaltvorgänge).
Das mit dem Maserati kann ich nachvollziehen, ein Auto kann einem sehr gut gefallen, aber man fühlt sich nicht zu Hause darin. Das kann schon an der „falschen“ Farbe liegen. Die Aussenwirkung kann man aber vergessen. Man macht es eh immer verkehrt.
Fremde müssen einen nicht interessieren und für die Nachbarschaft ist man dann eh der „Angeber im Maserati“ und wenn er weg ist „konnte er ihn sich wohl doch nicht leisten“.