Kannibale
Und doch braucht man sich etwas Sorgen zu machen um Dacia. Die Verkaufszahlen zeigen zwar unvermindert nach oben (also, meistens: In der Schweiz haben die Rumänen im ersten Halbjahr 2025 erstmals seit Jahren ein Minus eingefahren, die Verkäufe gingen um 0,6 Prozent zurück im Vergleich zum Vorjahr), ausserdem konnte die Renault-Tochter ihre Marge in den vergangenen zwei, drei Jahren deutlich verbessern. Und genau hier könnte das Problem liegen, zukünftig, nennen wir es: die Skoda-Falle. Einst, da gab es bei den Tschechen das eindeutig attraktivere Fahrzeug deutlich günstiger als die technisch genau gleichen Konzern-Schwestern – unterdessen ist der Preisvorteil auf ein paar wenige Hundert Franken/Euro geschrumpft. Bei Dacia sieht man ein ähnliches Spiel, der Sandero, zum Beispiel, wird kontinuierlich teurer; er ist immer noch ein Schnäppchen, aber der Abstand zum Clio wird immer kleiner. Die Finanzer werden schon wissen, was sie tun, aber es gibt da – wie bei Skoda – ein Kippmoment, plötzlich wird Dacia dann nicht mehr als günstige Marke wahrgenommen, sondern ist dann ein Volumen-Brand wie viele andere auch. Noch ist es nicht so weit, noch ist der neue Dacia Bigster mit seinem Basis-Preis von ab 27’690 Franken in seinem Segment konkurrenzlos günstig. Aber es gibt halt auch schon erste Varianten, die kosten dann gut über 30’000 Franken, das verändert die Wahrnehmung. Momentan verursacht der Bigster aber noch ein ganz anderes Problem: Er kannibalisiert den bisherigen Bestseller Duster. Zwar kostet der «Grosse» in der Schweiz mindestens 3400 Franken mehr als der «Kleine», doch das nimmt die Kundschaft für das bessere Raumangebot buchstäblich in Kauf.



Also, machen wir da mal den Vergleich. Der Duster misst L x B x H 4,34, 1,81, 1,65 Meter, beim Bigster gibt es nur in der Länge und Höhe einen Unterschied, 4,57 Meter, 1,71 Meter; er hat auch noch 5 Zentimeter mehr Radstand, 2,7 Meter. Vorne im Innenraum gibt es kaum Differenzen, bis zur B-Säule sind die beiden Fahrzeuge baugleich, die hinteren Passagiere finden im Bigster aber fast schon feudale Platzverhältnisse vor (wobei es auch im Duster mehr als ok ist). Den grössten Unterschied gibt es beim Kofferraum-Volumen: Duster 517 bis 1609 Liter, Bigster 667 bis 1937 Liter. Und ja, der Kofferraum taugt im Bigster schon sehr gut, man kann ihn auch bestens als Schlafstätte nutzen. Überhaupt hatte der Bigster in unserem Test ein hartes Leben, er wurde aus Zürich nach Stuttgart und zurück gehetzt, musste dann ein langes Le-Mans-Weekend ertragen (wo er als Camping-Mobil genutzt wurde), dann ging es noch einmal quer durch Frankreich und zurück, fast 5000 Kilometer kamen in zwei Wochen zusammen. Das alles machte er nicht klaglos mit, er schien sich sogar zu freuen, dass er tatsächlich als Utility Vehicle eingesetzt wurde; sogar das S von SUV kam noch dazu, Le Mans ist ja schliesslich eine Rennsport-Veranstaltung.













Ansonsten ist es jetzt nicht so wild mit dem 1,5 Tonnen schweren Bigster, auch in der stärksten Variante mit dem 1,8-Liter-Hybrid mit seinen 155 PS und 205 Nm maximalem Drehmoment nicht. Das fährt sich absolut angenehm, das Automatikgetriebe macht zwar manchmal komische Dinge, scheint nicht immer so recht zu wissen, ob es nun sparen oder den Wagen doch etwas forscher vorantreiben will, oft spürt man auch eine Gedenksekunde, bevor dann die Forderungen am Fahrpedal tatsächlich in Vortrieb umgesetzt werden. Das Fahrwerk ist auf der härteren Seite, nicht unangenehm, die Entwickler gingen wohl davon aus, dass auch einmal schwerere Lasten transportiert werden; die Lenkung ist ok, man spürt gewisse Krafteinflüsse durch den Frontantrieb, doch das ist eigentlich noch schön nach all den ziemlich indifferenten Stromern, die wir sonst so oft fahren. Doch eigentlich will man eh friedlich und zufrieden unterwegs sein, die heftig überwachten Strassen in Frankreich sind sportlicheren Ambitionen auch nicht wirklich zuträglich – und wenn sich so bewegt, kommt man tatsächlich nahe an die Werkangabe von 4,8 Liter/100 Kilometer beim Verbrauch. Bei uns waren es dann genau fünf Liter, was aber sicher auch daran gelegen hat, dass wir den Bigster durch eine zweiwöchige Hitzewelle bewegten.

Innen ist abgesehen vom gewaltigen Raumangebot auch sonst alles so, wie man es von einem Dacia haben will: Anständige, strapazierfähige Materialien, sauber verarbeitet. Es quietschte übrigens nichts, auch auf richtig schlechten Gassen blieb alles ruhig. Die Bedienung ist einfach, man kennt es aus diversen Renault, wir schätzen diese «Perso»-Einstellung, die konfiguriert man einmal (also Spurhalter und sonstiges Gebimmel raus), dann hat man das jeweils mit zwei Mal Drücken so, wie man es haben will. Zum ersten Mal gibt es in einem Dacia ein richtig grossen Touchscreen, deshalb trägt der Rumäne wohl auch den Namen Bigster. Ach ja, irgendwie wirkt er schon fast ein bisschen edel, er braucht sich unter den anderen SUV nun wirklich nicht zu verstecken. Alles gut also? Ja. Wir hoffen jetzt, dass die Konzern-Zentrale in Paris unter dem neuen CEO François Provost nicht das Bedürfnis verspürt, noch mehr Marge aus Dacia zu pressen. Und dann hätten wir gern einen Plug-in-4×4 des Bigster, auch wenn wir uns da gerade ein bisschen selber widersprechen, so von wegen: günstig.






Fotos: Vesa Eskola. Mehr Testberichte haben wir in unserem Archiv.


Guten Tag!
An sich ist es uns doch egal, welchen Hirnschiss eine Autofirma hinlegt.
Und am aufgeblähten Grössenwahn seiner 7000 und 7 Manger und
13000 und 13 Markeitngtrotteln, verendet.
Klar doch Volchswochen, das seinen Ramschfrima Schgoooda so lange
machen lies, bis.
Die Frage ist, sind Kunden so ins Hirn geschissen?
Tscheken die gar nichts?
Oder zahlt es eh die Bank, und die Entscheidung wurde getroffen, aber
eine rational logische Erklärung wirst in diesen Hirnen nicht finden.
Mann kann es auch in short so sagen,
Wir wenigen Freaks oder, was immer, sind eine Minderheit.
Sogar schützenswert.
Und ich mag Ihrer Fahrzeugberichte.
Es gibt nähmlich sonnst nichts mehr. nix. ausser Hirnwasserschüttelmarketing.
Ob die obige Kiste nun im Grössenwahn untergeht oder nicht?
Doch egal.
Natürlich ist sie genau so schlecht oder gut wie der Abfall aus China.
Aber kann das Renault nicht?
Wenn man den Vorstand ausblutet, das Marketing ellimiert und TABULA RASA
macht.
Das wäre einem Henry Ford der Erste, zuerst in den Sinn gekommen.
Wobei, wozu damit überhapt noch fahren.. so viele Fragen.
Das Thema Auto ist vorbei..
Bei uns in Bern sind wh 2kw schon overdosed, weil es geht nix mehr.
Was ist das nächste?
Blumentröge auf der Überholspur, Autobahn?
widaluga
Nun habe ich mal nachgesehen, was der Duster zu Anfang kostete. 10.690,- Euro.
Wir haben mal viel später einen angesehen, der kostete 16.000,-. Und er stank leider so nach Plastik wie ein Sandero der ersten Generation, mit dem ich mal mitfahren musste.
Ebenso las ich, dass, laut ADAC, die erste Duster Generation bereits nach fünf Jahren ernste Mängel hatte, die von minderwertiger Qualität her rühren.
Vielleicht doch lieber drei- oder viertausend mehr und dafür haltbar? Doch, ist besser.
Renault ist ja der französische VW und macht die gleichen Fehler.
Schade, es gab wirklich innovative und hübsche Fahrzeuge von Renault.
Die neuen Modelle sehen sich alle so ähnlich, das schafft nicht mal VW.
Ich wollte mal den Symbioz sehen. War auf einen Blick nicht zu finden, weil alle so sehr gleich aussehen. Man musste die Bezeichnung auf den „Nummernschildern“ lesen.
Den Bigster kann man in die Renault Ecke fahren im Laden, merkt keiner. Auch preislich nicht.