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Neuheiten Februar 2026

Anpassungen

Immer wieder muss ich das Ding hinten beim neuen Audi RS5 anschauen. Was genau könnte das sein? Die Kanonen von Navarone? Führerbunker? Ein Hinweis auf irgendwelche obskuren BDSM-Vorlieben? Eine Auspuffblende soll es sein, aber man darf vermuten, dass die Designer hinten jetzt auch einmal so ein Brett haben wollten, das so einigermassen dem nun allergrössten Plastik-Grill vorne entspricht. Aggressivität kann man ja auch nach hinten ausstrahlen – und wahrscheinlich lässt sich das Ding, das auch als Stossstange dient, zusätzlich als Rammbock für die Parkplatzeroberung nutzen. Zur Panzerfaust taugt der jüngste Audi mit seinen fast 2,4 Tonnen (als Avant, die Limousine kommt auf nur 2,35 Tonnen) eh bestens. 4,9 Meter lang ist er – und hat als Kombi ein Kofferräumchen von 361 Litern.

Das hohe Gewicht verdankt der neue RS5 unter anderem der Plug-in-Hybrid-Technik. Der 2,9-Liter-V6 bringt es jetzt auf stolze 510 PS, dazu kommt noch ein E-Motor, der im 8-Gang-Getriebe sitzt, der noch einmal 130 PS dazu gibt, die Systemleistung auf stattliche 639 PS bringt, das maximale Drehmoment auf 825 Nm. Die rein elektrische Reichweite der 26-kWh-Batterie soll bei bis zu 84 Kilometern liegen. Klar, das wird richtig gut anschieben, auf Wunsch auch grossartig bremsen (440-mm-Keramik-Scheiben vorne); für feine Fahrdynamik sollen elektromechanisches Torque Vectoring und ein Driftwinkel-Messer im Infotainment-System sorgen. In Deutschland wird die Limo ab 106’200 Euro zu haben sein (in der Schweiz erstaunlicherweise schon ab 114’550 Franken…), der RS5 Avant kostet ab 107’850 Euro (116’400 Franken).

Niels van Roij hat es so ein bisschen mit den Kombis und Shooting Brake. Er hat auf Basis des Ferrari 550 Maranello schon einen neuen «Breadvan» gebaut, diverse Rolls-Royce mit Kombi-Heck ausgestattet, auch einem Tesla Model S einen hübschen Rucksack verpasst. Nun will er den Autoforma Norrsken P1800ES in einer kleinen Serie von fünf Exemplaren auf den Markt bringen. Also, Schneewittchen-Sarg, aber halt sehr modern interpretiert – und mit dem Einbau des legendären T5-R-Motors wohl auch ziemlich fröhlich in Sachen Fahrspass. Günstig wird das nicht, aber, pff, grossartig.

Ganz neu ist das eigentlich alles nicht, Alpina wurde per 31.12.2025 von BMW übernommen. Aber jetzt gibt es immerhin schon mal das neue Logo – nein, schöner geworden ist es definitiv nicht. Alpina wird in Zukunft wie Rolls-Royce oder Mini als eigene Marke geführt, wohl noch in diesem Jahr kommt ein neues Modell auf Basis des 7ers. Man muss auch deshalb wohl eher von mehr Luxus als Sportlichkeit ausgehen.

Auch wenn die Benzen jetzt nicht zu unseren absoluten Lieblingen gehören, gewisse Modellen haben aber auf jeden Fall ihren Reiz. Dazu gehört auch das Coupé der W126-Baureihe, von dem der amerikanische Edel-Tuner Renntech nun ein Dutzend Exemplare neu aufleben lassen will. Widebody, das ist klar, dazu aber auch noch der M120-V12 (wie er auch im Pagani Zonda zum Einsatz kam), hier mit 7,5 Liter Hubraum und passenden 660 PS; geschaltet wird manuell.

Gerne zeigen wir hier auch noch das Interieur des ersten rein elektrischen Ferrari, der Luce heisst und noch in diesem Jahr kommt. Das irgendwie schon sehr cool aus, die Zusammenarbeit mit der Apple-Design-Ikone Sir Jony Ive und Marc Newson (liebt Avions Voisin) hat sich auf jeden Fall gelohnt.

In Deutschland tritt gerade eine weitere chinesische Marke an, Bestune, eine Tochter der staatlichen China FAW Group. Es kommen gleich drei Modelle, ein Crossover, ein SUV und eine Limousine, T70 (siehe unten). Gerade letztere erscheint recht spannend, ein reiner 2-Liter-Benziner mit 218 PS, unzähligen Assistenzsystemen, aber auch einem Panorama-Glasschiebedach, einer elektrischen Heckklappe, Sitzheizung, sechsfach elektrisch verstellbarer Fahrersitz, 360-Grad-Kamera und eine Klimaanlage. Preis: 29’995 Euro. Hoppla.

Es tut uns jetzt auch leid, dass wir keine g’scheiten neuen Automobile beschreiben können. Schöne Sachen gibt es aber in unserem Archiv.

6 Kommentare

  1. Schon seltsam, wenn zwei der vier Neuheiten verschlimmbesserte Klassiker sind und das neue Ferrari-Cockpit endlich die schrille PlayStation-Ästhetik der Ferrari-Cockpits der letzten Jahre abgelegt hat und eine elegante Mischung aus Braun-Design und klassischen Armaturenbrettern darstellt…

    Der arme Schneewittchensarg hat seine coole Eleganz gegen mattschwarzen Zierrat und aufgepumpte Muskeln eintauschen müssen und der schon als Neuwagen schwäbisch-biedere SEC imitiert die AMG-Ludenschleudern der frühen Achtziger, wie sie die Jungs aus den Rotlichtbezirken so gerne fuhren.

    So wird das nix mit einem neuen Höhenflug der Europäischen Autoindustrie!

  2. Albert Khom Albert Khom

    los hugoservantis

    wo ist Ihr Entwurf?
    nix… dachte ich es mir schon..

    • >>los hugoservantis

      wo ist Ihr Entwurf?
      nix… dachte ich es mir schon..<<

      Oh doch, Herr Chrom, wenn Sie ein regelmäßiger Mitleser wären, dann hätten Sie schon einige Ideen von mir lesen können – vom minmalistischen, intelligenten Kleinwagen mit Elektroantrieb über den leichten, schnellen, windschlüpfrigen, silberfischartigen Mittelklassewagen, ebenfalls gerne auch elektrisch, den praktischen Allrounder im Stil des ersten Citroen Cactus mit unterschiedlichen Antrieben bis hin zum puristischen Sportwagen im Geiste der frühen Porsche 356 und 901, gerne mit einem hocheffizienten Verbrennermotor.

      Aber:
      Ich bin nicht in der Automobilindustrie tätig, sondern arbeite gestaltend auf einem anderen Gebiet, insofern verstehe ich Ihren etwas unfreundlichen Kommentar nicht wirklich.

      • Max Max

        In ein paar jahren ist die Technologie soweit dass Herr Servatius nur noch ein paar Zeichnungen oder Modelle hochladen muss und sein selbstdesigntes Auto wird automatisch zusammen gedengelt:

        Der 3D-Druck (Additive Fertigung) in der Automobilkarosserieentwicklung und -produktion erreicht 2026 einen Wendepunkt:
        Er wandelt sich von einer reinen Prototyping-Technologie zu einem festen Bestandteil der Kleinserienfertigung und spezialisierten Karosseriekomponenten. Im Fokus stehen Leichtbau, Komplexitätsreduzierung und Personalisierung.

        Hier sind die zentralen Trends und Entwicklungen für 2026:

        Übergang zur Serienproduktion: Additive Fertigung wird 2026 zunehmend für Endbauteile eingesetzt, insbesondere für strukturrelevante und trim-bezogene Karosserieteile, anstatt nur für Designmodelle.
        Leichtbau und funktionale Integration: 3D-Druck ermöglicht komplexe Geometrien (z. B. Bionik-Strukturen), die das Gewicht der Karosserie minimieren und gleichzeitig die Stabilität erhöhen, was besonders für Elektrofahrzeuge entscheidend ist.
        Materialinnovationen: Die Entwicklung stärkerer Materialien und Hochleistungspolymere sowie verbesserte Metall-3D-Druckverfahren (wie HP Metal Jet) ermöglichen den Einsatz in sicherheitskritischen Bereichen.
        Kosten- und Zeiteffizienz: Durch „Rapid Tooling“ können Werkzeuge für die Karosseriefertigung schneller hergestellt werden, was die Markteinführungszeiten neuer Modelle verkürzt.
        Personalisierung und On-Demand: Hersteller nutzen 3D-Druck, um maßgeschneiderte Karosserieteile oder Ersatzteile auf Abruf (Just-in-Time) zu produzieren, was Lagerkosten senkt.
        Wichtige Akteure: BMW (mit seinem Additive Manufacturing Campus), Volkswagen und Zulieferer wie Magna und Gestamp treiben diese Technologie voran.

        Der Markt für 3D-Druck in der Automobilindustrie wächst stark, mit Prognosen, die auf eine signifikante Zunahme der produzierten Teile bis 2026–2030 hindeuten.

        • Christian Christian

          Das hört sich in der Tat hoffnungsvoll an. Ich habe jedoch erheblich Zweifel, ob das von den „alteingessesenen“ Herstellern auch nur ansatzweise umgesetzt wird. In diesen Konzernen haben die Werbe- und Marketingabteilungen das Sagen und dementsprechend sehen die Produkte aus. Phantasielosigkeit und Gleichmacherei wohin man schaut, denn jeder von denen macht ja die gleiche Zielgruppe und deren Geschmack und Ansprüche als Kunden aus.
          Wir brauchen uns ja nur auf diesen Seiten so ein wenig durch die Jahrzehnte suchen. Was für ein Gleich- und Einheitsbrei der letzten Jahre sich breitmacht ist beängstigend. Kreativität, eigenes Profil und Phantasie Fehlanzeige.

          Hoffen wir, dass es „Start-ups“ gibt, die die Chancen der Technik nutzen und auf dem Markt auch überleben.
          Es gibt die Redewendung, dass der Fortschritt immer größer dargestellt wird als er in Wirklichkeit ist. Aber kleine Schritte würden auch schon helfen!

          • Max Max

            Das müssen gar nicht die Hersteller sein. Die liefern nur die Chassis und andere Teile. Ich prophezeie eine neue Ära der Carrosseries.

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