Zurück zum Content

TVR 3000M

Das Puzzle

Gespannt warten wir ja auf die Auferstehung von TVR, es soll flott vorwärts gehen, wie man in der englischen Presse lesen kann (und manchmal auch bei uns, siehe: hier). Noch in diesem Jahr, 70 Jahre nach der Firmengründung, soll das neue Modell auf den Markt kommen, gebaut wird es in Wales; Firmenchef Les Edgar verspricht, dass die Basisversion mit dem Cosworth-V8 etwa 55’000 Pfund kosten wird. Und sehr, sehr laut sein wird. Doch während wir gespannt warten, haben wir bei unseren Freunden der Hamburger Garage 11 einen 76er TVR 3000M gesehen, der zum Verkauf steht. Und dessen Story wir hier gerne vorstellen wollen.

Gegründet worden war TVR von Trevor Wilkinson 1947, das erste Auto entstand 1949. Von Anfang an war die TVR klein und leicht und schnell – aber nicht besonders erfolgreich an der Verkaufsfront. Als Martin Lilley die Führung übernahm, wurde es in den 70er Jahren besser – und die M-Series, die ab 1972 den Vixen ablöste, sollte mit 2465 Exemplaren bis 1979 zum bislang erfolgreichsten Modell der Engländer werden. Es gab ihn als 1600M (Ford-Kent-Motor, 1,6-Liter, 87 PS), als 2500M (Triumph-TR6-Motor, 2,5-Liter, 107 PS), als 3000M/3000S (Ford-Essex-Motor, 3-Liter, 140 PS), als Turbo (gleicher 3-Liter von Ford, 230 PS) und auch noch einige wenige Exemplare als 5000M (Ford-Windsor-Motor). Es gab sie offen, als Coupé und als ungewöhnlichen Hatchback namens Taimar. Das Fahrwerk war gegenüber dem Vixen deutlich verbessert worden von Mike Bigland, das Design war eine wilde Mischung verschiedenster Einflüsse.

Sagen wir mal: es war ein ziemliches Puzzle, das TVR da bei der M-Series zusammensetzte. Bei mehr als 200 Lieferanten bezogen die Engländer ihre Teile, noch so manches von Ford und Triumph, es wurde dauernd gewechselt, ausgetauscht, verbessert, so dass kaum ein Fahrzeug gleich ist wie das andere. Die 3000M sind die wohl beste Wahl, flott genug motorisiert (260 Nm maximales Drehmoment; 0 auf 60 Meilen in 7,7 Sekunden), erfreulich leicht (unter 1000 Kilo) – und mit dem quasi unzerstörbaren Ford-Motor auch angenehm zuverlässig. Und ja, sehr, sehr viel unverfälschte Fahrfreude, denn die TVR waren ja immer so, wie ein Sportwagen sein muss, also Motor vorne, Antrieb hinten, kein ABS, kein ESP. Die klassischen TVR gehören zu den günstigen und besten Möglichkeiten, einen feinen Engländer zu bewegen – der deutlich schneller und vor allem fröhlicher ist als die viel teureren Jaguar jener Jahre. Man muss allerdings auch damit umgehen können, wobei so ein 3000M ja noch friedlich ist im Vergleich zu den späteren, teilweise schlicht und einfach übermotorisierten TVR.

Mehr spannende Engländer haben wir in unserem Archiv. Und mehr Details zum TVR 3000M der Garage 11 gibt es unter www.garage-11.de.

1 kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.