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Porsche 911 GT3 Touring

Die Sünde

Porsche baut den vollkommenen Elfer. Mal wieder. Diesmal aber doch: anders. Keine Limitierung. Kein exorbitanter Preis. Keine Rekorde. Keine Leistungseskalation. Kein Doppelkupplungsgetriebe.

Stattdessen: Touring.

So richtig richtig stimmt es natürlich nicht mit der Historie. Sie beziehen sich, natürlich, auf den Carrera RS, Modell 2.7, aus den Jahren 1972 und 1973. Eben der mit dem Spoiler. Nun aber macht diesen Touring ja gerade der Entfall eben jener Aero-Hilfe aus.

Was wenige wissen: man konnte den RS damals auch ohne Bürzel bestellen. Ganz nackt, nur mit den breiten Backen für die 7 Zoll Füchse an der Hinterachse. Und da sind wir dann wieder im Jetzt. Nur dass die Felgen nun eben 12 Zoll breit sind und die Karosserie gegenüber den Carreras um 44 Millimeter verbreitert ist (es gibt dieser Tage ja drei Breiten: schmal, allradbreit und turbobreit, die GT3s rangieren jeweils trotz fehlendem Allrad in der mittleren Breite).

Denn der neue Porsche 911 GT3 Touring zeichnet sich durch sein zartes Heck aus. Kein Spoiler, keine Ram-Air-Einlässe für den Motor, stattdessen: 911 pur.

Vorne bleibt alles bekannt. Die neuen Leichtbaustoßfänger, die Kühlerentlüftung auf der Haube. Dazwischen der GT3-Schmiederadsatz mit Zentralverschluss und hinten, zumindest untenrum, bleibt auch alles wie gehabt: unter dem Endschalldämpfer kauert der vernietete Blechdiffusor.

Das Alles kommt ihnen irgendwie bekannt vor? Zumal mit 4.0 Litern Hubraum und 500PS? Kann es auch. Ein ganz ähnliches Rezept verfolgte man in Zuffenhausen mit dem 911R. Dieser durfte freilich mit Kohlefaserkotflügeln, Magnesiumdach und einem Innenraum aus Naturleder und Pepita noch ein paar Details sein Eigen nennen, allerdings führte seine Limitierung auf 991 Stück auch in Spitzenzeiten zu Preisen um 750.000 EUR.

Den GT3-Touring wird es ab 152.416 EUR (186.600 CHF) geben – als kostenneutrale Option gegenüber dem Serien-GT3. In Summe ist er dem R sogar voraus: der neue Motor mit dem starren Ventiltrieb, das nochmals verbesserte Fahrwerk, ja sogar die Aerodynamik mit dem kleinen Gurney-Flap auf dem Klappspoiler sollte ein paar Prozent mehr Wahnsinn generieren können.

Das Beste aber: Chromschachtleisten.

Es ist sicher der größte Diskussionspunkt am Fahrzeug – und Porsche hat entsprechend vorgesorgt, denn die Option „Touring Paket Exterieur in schwarz“ färbt nicht nur die Scheinwerfer, sondern auch die Fensterrahmen, Endrohre und Schriftzüge schwarz ein. Dich sind wir einmal ehrlich: ein F-Modell aus 1972/73 ist auch nur wegen seines Chroms so richtig schön, oder?

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