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Peugeot 508

Konsequent

Es gibt tatsächlich noch echte Weltpremieren auf dem Genfer Salon (alle andern: hier). Und diese hier ist wichtig: Peugeot 508. Man muss froh sein, dass es wieder einmal ein ganz normales Auto gibt, kein SUV, nix Crossover, sondern: eine Limousine. Wobei, so klassisch ist der Franzose nun auch wieder nicht, er ist kein Viertürer mit Kofferraum, sondern ein fünftüriges Coupé. («radical» hatte den 508 schon vor mehr als einem Jahr einmal sehen dürfen, irgendwie hatten wir unterdessen aber ganz vergessen, dass dieser für PSA wichtige Wagen tatsächlich noch auf den Markt kommen wird.)

 

4,75 Meter lang ist der Peugeot, also: sieben Zentimeter kürzer als sein Vorgänger, in etwa so wie ein Audi A4. Er ist aber schön flach, misst weniger als 1,40 Meter in der Höhe (sechs Zentimeter weniger als bislang), was ihn elegant macht. Und deshalb drei Fragen an den Designer Pierre-Paul Mattei.

Wovon haben Sie sich für den Entwurf des neuen Peugeot 508 leiten lassen?
«Unsere Aufgabe bestand darin, den Ehrgeiz des Projekts durch das Design zum Ausdruck zu bringen. Und die Aufgabenstellung war doppelt: wir sollten die Höherpositionierung der Marke verkörpern und dafür sorgen, dass unser Fahrzeug sich auf dem extrem anspruchsvollen Markt der Limousinen im D-Segment behauptet. Um Aufmerksamkeit zu erregen und sich von der Konkurrenz abzuheben, musste der neue Peugeot 508 durch einzigartige, beeindruckende Proportionen bestechen. Mit diesen optimalen Proportionen werden wir auch auf eine schlichte, zurückhaltende Art den hohen Anforderungen an Eleganz der Marke Peugeot gerecht.»

Welche Fahrzeugpartie war am schwierigsten zu entwerfen? Warum?
«Das Heck war am schwierigsten zu entwerfen, denn die Fahrzeugdynamik ergibt sich aus dem Abschluss des Dachhimmels. Zugleich mussten wir selbstverständlich das Raumangebot wahren und einen Einstieg ermöglichen, der dem Segment entspricht. Also haben wir die Fahrzeugstruktur grundlegend überdacht. Uns ist etwa in der Umformung eine Meisterleistung gelungen, dies wird insbesondere an dem Umfang der hinteren Kotflügel deutlich. Das war für uns eine Neuheit. Im Allgemeinen ist diese Technik den Sportwagen vorbehalten. Wir mussten sämtliche Massstäbe in der Umformung überdenken, um zu diesem Ergebnis zu kommen.»

Was ist am Design des neuen Peugeot 508 so besonders?
«Ehrlich gesagt, haben wir sämtliche herkömmliche Konventionen bei der Linienführung einer Limousine im D-Segment in Frage gestellt. Um trotz einer um 8 Zentimeter verkürzten Länge, verglichen mit der Vorgängergeneration, solch optimale Proportionen zu erzielen, haben wir zum Beispiel die A-Säule nach hinten geschoben, damit das Fahrzeug über mehr Haube verfügt. Die Technologie der rahmenlosen Türen ermöglicht auch, die Fahrzeugkarosserie, verglichen mit den wichtigsten Konkurrenten im Segment, flacher zu halten. Der neue Peugeot 508 ist 6 Zentimeter niedriger als die Vorgängergeneration! Dies trägt auch dazu bei, das Fahrzeug breiter erscheinen zu lassen, obwohl von der Breite her der neue Peugeot 508 zum Segmentdurchschnitt gehört. Da die Aerodynamik glänzen musste, haben wir das Fahrzeug hinten schmaler als vorne gezeichnet, entgegen dem Gefühl von Heckbreite, dass vermittelt wird! Den starken Auftritt und die Tatsache, dass der neue Peugeot 508 satt auf der Strasse liegt, verdanken wir einer extrem kompakten Fahrgastzelle. Somit konnten wir auch die hinteren Kotflügel mit einem selten grossen Umfang zeichnen. Das gehört zu den Geheimnissen der Linienführung des neuen Peugeot 508.»

Innen gibt es selbstverständlich das i-Cockpit, das schon bei den anderen neuen Peugeot-Modellen zu gefallen weiss (siehe auch: Peugeot 3008). Das Limousinen-Coupé basiert auf der bekannten EMP2-Plattform – und bietet satte 487 Liter Kofferraumvolumen. Für Fahrvergnügen soll unter anderem die Mehrlenker-Hinterachse mit der Active Suspension Control sorgen. Neu ist ein Achtgang-Automat, die Benziner sind 180 oder 225 PS stark, bei den Selbstzündern geht das Leistungsspektrum von 130 bis 180 PS.

Und wer soll denn den Peugeot 508 kaufen? Drei Fragen an Bernard Hesse, den Projekt-Direktor.

Welche Zielgruppe wollen Sie mit dem neuen Peugeot 508 erschliessen?
«Auf dem sehr speziellen Markt der Limousinen im Segment D ist die wichtigste Zielgruppe in Europa der B2B-Bereich, eine Kundschaft, die sehr hohe Ansprüche in Bezug auf Wartungskosten und Restwert stellt. Dank der Höherpositionierung der Marke gelingt es uns, mit den besten Grossserienherstellern, wie auch mit den Premiumherstellern mitzuhalten. Wir rechnen damit, dass die Privatkunden 35 Prozent des Absatzes ausmachen werden. Unseren Umfragen zufolge besitzt unser Fünftürer Fastback ein hohes Attraktivitätspotential bei Kunden, die zwischen 40 und 45 Jahre alt sind.»

Ist Ihr Motorenangebot tatsächlich ausreichend und leistungsstark?
«Ja! Unsere sechs Benzin- und Dieselmotoren entwickeln Leistungen von 130 bis 225 PS. Wir erfüllen die Erwartungen der B2B-Kunden und bieten die neuesten Assistenzsysteme stets in Verbindung mit unserem Achtgang-Automatikgetriebe an – mit Ausnahme der Einstiegsversion. Unsere PureTech-Benzinmotoren und unser 1.5L BlueHDi-Dieselmotor gehören zu den besten Motoren auf dem Markt in Bezug auf Verbrauch und die CO2-Emissionen. Wir ermitteln übrigens Verbrauch und CO2-Emissionen nach der Norm NEDC 2018 (New European Driving Cycle 2018). Der BlueHDi 130 PS EAT8 weist CO2-Emsionen von 98g/km auf, der PureTech 180 PS EAT8 von 123g/km!»

Wann kommt eine Hybridvariante auf den Markt?
«Unser Antriebsstrang wird an den neuen Peugeot 508 angepasst. Die Hybridvariante kommt im Herbst 2019 auf den Markt.»

Mehr Peugeot gibt es in unserem Archiv.

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