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Lamborghini Miura P400SV – #3673

Ganz normal…

Eigentlich sind die Ursprünge des Lamborghini Miura mit der Chassisnummer #3673 ja klar.

242) Chassis-Nummer: 3673.

Motoren-Nummer: 2236

Auslieferungsdatum: 05.08.1968 (Rossetti, Cagilari)

Farbe: Giallo Miura

Interieur: Skay Senape

Nun schauen wir uns die Bilder an, von denen es ja reichlich gibt, und stellen fest: Gelb ist dieser Miura definitiv nicht. Und das Innenleben ist auch mehr so schwarz als «senape» (also: Senf). Ausserdem sehen wir: es ist dies kein früher P400S, sondern definitiv ein später SV (der übrigens Jean Todt gehört, dem ehemaligen Ferrari-Chef…). Da könnte man sich nun die Frage stellen: Was ist hier falsch?

Nun denn. Das Polo Storico von Lamborghini hat diesen Miura 13 Monate lang restauriert. Und weiss deshalb, dass #3673 einmal einen bösen Unfall hatte in Südafrika. Weil man ja bei Lamborghini damals dauernd klamm war, sich keine neuen Fahrzeugpapiere leisten konnten, vergab man die Chassisnummer Ende 1972 einfach an ein neues Fahrzeug, eben jenen roten SV mit den goldenen Schwellern, der dann an einen Herrn Mecin (dies gemäss Polo Storico, siehe weiter unten) in Südafrika ausgeliefert wurde. Also: #3673 kam als Schrott aus Südafrika nach Sant’Agata – und ging dann als «Reparatur» wieder zurück. So liessen sich auch Steuern sparen. Und tatsächlich taucht der Wagen noch einmal auf in der Pusich-Liste:

751) Chassis-Nummer: 3673.

Motoren-Nummer: 2236

Auslieferungsdatum: 11.1972 (Mechin, Südafrika)

Farbe: Rossa Corsa

Interieur: Nero

Er gehört also zu jenen Miura, die es doppelt gab (weitere Exemplare: hier), denn irgendwann trug er auch noch die Chassisnummer 5098 (die es offiziell gar nie gab) Seine Geschichte ist eh wild, jener erste Besitzer Captain Arthur Mechin, der den Wagen Ende 1972 kaufte, war anscheinend ein schräger Vogel, flog jeweils am Sonntag die Zeitungen aus im damaligen Rhodesien mit einer Maschine aus dem 2. Weltkrieg. Er verkaufte den Wagen dann 1990 an einen Mister Jordan, der ihn 1994 weiter verkaufte, bevor er 2001 in den Besitz von Stephen Dohme kam. Später wurde #3673/5098 einmal vom RM Sotheby’s für einen Schätzpreis von 1,9 bis 2,2 Millionen Dollar nicht verkauft, die Geschichte dazu wird vom damaligen Besitzer wearecurated.com schön erzählt.

Wie auch immer, jetzt ist ja alles klar. Alle unsere bislang gesammelten Miura gibt es – hier. Und die Geschichte des faszinierenden Fahrzeugs: hier.

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