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Fiat Abarth 1000 Bialbero (1963)

Sibona & Basano

Der Fiat Abarth 1000 Bialbero (1963), dessen Aluminiumkarosserie mittlerweile bei Sibona & Basano in Turin aufgebaut wurde, blieb auch in seiner dritten Rennsaison im wahrsten Sinne des Wortes eine «Siegmaschine». Woche für Woche meldeten Piloten aus aller Welt ihre Siege an den Turiner Corso Marche. Dies war insofern auch von Bedeutung, da Carlo Abarth einen lukrativen Vertrag mit Fiat abgeschlossen hatte, wonach für jeden Sieg eines Rennwagens mit «FIAT ABARTH»-Beschriftung eine hohe Prämie von Fiat bezahlt wurde. Das neue Fahrzeug war im Oktober 1962 in Paris vorgestellt worden, kam erstmal auf 100 PS (bei 8000/min) – und wies eine auf den ersten Blick nur überarbeitete Karosse auf. Doch die Verbesserungen von Sibona & Basano gingen tiefer, die Front wurde runder, der Wagen war hinten schmaler – und die hochgestellte Motorhaube diente zur besseren Belüftung wie auch gleich noch als Spoiler. Diesen «Trick» sollte Abarth später immer wieder anzuwenden versuchen – und oft wurden die Italiener durch das Reglement wieder eingebremst.

Zur Geschichte der Carrozzeria Sibona & Basano gibt es sehr widersprüchliche Angaben. Wahrscheinlich war es so, dass sich Walter Basano und Pietro Sibona bei der Carrozzeria Boano kennengelernt hatten, sich 1958 selbständig machten – und als ersten Auftrag für Pietro Frua den Prototypen des Renault Floride bauten. Auch an den Vorarbeiten am Simca 1000 sollen sie beteiligt gewesen sein (was dann wiederum den Kontakt zu Abarth erklären könnte), am Selene II von Ghia, an einem Vignale-Alfa, an der Kelly-Corvette, an ziemlich vielen Studebaker. Sicher ist ausserdem, dass Sibona & Basano an einigen der schönsten und qualitativ besten Abarth gearbeitet haben, sicher an den Monomille GT, an einige 1000 Bialbero (an diesem hier – es kommen dann noch mehr), auch den Periscopo und an verschiedenen Abarth Simca. Sicher ist auch, dass Sibona & Basano, beheimatet an der Via Eritrea 23 in Turin, in der nur kurzen Zeitspanne ihres Bestehens (1966 war schon wieder Schluss) zu den besten italienischen Adressen gehörte, was die Verarbeitung von Aluminium und Kunststoff betraf. Aber leider sind sämtliche Unterlagen, welche Fahrzeuge sie genau gefertigt hatten, verloren gegangen.

Photos: Studio Orel. Ausserdem: 70 Jahre Abarth – die Übersicht. Und: das Buch.

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