Zum Inhalt springen

Ford Mustang «Eleanor»

Go-Baby-Go

H.B. Halicki muss ein harter Kerl gewesen sein. Im Film «Gone in 60 Seconds» (Die Blechpiraten, 1974) führte er Regie, er schrieb das Drehbuch, er war der Produzent und spielte ausserdem noch die Hauptrolle. Als Versicherungsdedektiv Maindrian Pace führte er ein Doppelleben, denn er klaute die von ihm versicherten Fahrzeuge. Höhepunkt von «Gone in 60 Seconds» war der Diebstahl eines 73er Ford Mustang und die anschliessende Verfolgungsjagd (vom «Lexikon des internationalen Films» als «langatmig» beschrieben). Alle Autos erhielten damals einen weiblichen Vornamen; der Film war trotzdem nur mässig erfolgreich.

Etwa 1995 hatten Touchstone Pictures und Jerry Bruckheimer die gute Idee, dass ein Remake dieses Films von 1974 eine gute Idee sein könnte, die Witwe des Helden H.D. Halicki, Denise, war mit von der Partie, und ab 1999 wurde «Gone in 60 Seconds» ein zweites Mal verfilmt. Mit einem heftigen Star-Aufgebot, Nicolas Cage spielte den Meisterdieb Randall «Memphis» Raines, ausserdem dabei waren Angelina Jolie, Robert Duvall und auch sonst noch viel Prominenz aus Hollywood. Der Plot des neuen Films war ähnlich wie beim ersten – und wieder spielte ein Ford Mustang die automobile Hauptrolle: «Eleanor». Man merkt: auch dieses Automobil trug einen weiblichen Vornamen.

Im Film ist ja so ziemlich alles möglich. Und deshalb durfte «Eleanor» eine moderne Variante des Shelby GT500 sein, in etwa das, was sich die Film-Crew vorstellte, was sich Carroll Shelby im Jahr 2000 unter einem Shelby GT500 vielleicht hätte vorstellen wollen (Shelby wurde nie gefragt…). Und so wurden eigentlich ganz brave 67er Mustang (Fastback) von Steve Standford (Design) und Chip Foose (Technik) bei Cinema Vehicle Services so umgebaut, dass sie dem Geschmack des Kino-Publikums entsprachen. Viel Spoiler, Side-Pipes, mittige Doppelscheinwerfer – nicht einmal die Lackierung war so wie geplant, denn «Eleanor» sollte eigentlich schwarz mit silbernen Streifen werden, wurde aber durch eine Verwechslung dann halt grau mit schwarzen Streifen. Es waren immerhin ganz anständige Geräte, 351-ci-HiPo-V8, Nitro-Einspritzung, feiner Hurst-Schalthebel mit der berühmten Aufschrift «Go-Baby-Go», sehr, sehr cooler Drehzahlmesser bis 10’000/min oberhalb des LaCarra-Holz-Lenkrads. 11 Stück wurden für «Gone in 60 Seconds» umgebaut, das wichtigste und im Film am häufigsten gezeigte Teil, genannt «The Dream Car», kommt dieser Tage bei www.mecum.com unter den Hammer, der untere Schätzpreis liegt bei 500’000 Dollar.

Die Geschichte der Ford Mustang haben wir: hier. Und wir haben auch noch ein paar Mustang, die es nie gab: hier. Ansonsten ist unser Archiv reich bestückt.

2 Kommentare

  1. eric eric

    ……wer ist nicolas page? 🙂

    • Peter Ruch Peter Ruch

      danke – und: sorry…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.