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Abarth Simca 1300 GT Corsa

Unschlagbar

Zwar haben wir die Geschichte der Zusammenarbeit von Abarth und Simca schon einigermassen ausführlich beschrieben, hier. Doch weil wir noch reichlich schöne Bilder haben, wollen wir doch einige Fahrzeuge aus der Sammlung Möll noch einmal zeigen, etwas vertiefter betrachten. Dieser Abarth Simca 1300 GT Corsa von 1963 hat für den Begründer der Sammlung eine ganz besondere Bedeutung: Genau dieses Fahrzeug war sein erster neuer Rennwagen – und mit genau diesem Fahrzeug begann er seine Karriere als Abarth-Werksfahrer. 1963 bestritt Engelbert Möll acht Rennen. Und er gewann sie alle.

Möll war ein grossartiges Talent. Aber er verfügte auch über ein feines Gerät. Die Zusammenwarbeit mit Simca bedeutete einen Wendepunkt in der Geschichte von Abarth, denn zum ersten Mal konnten die Turiner mit der finanziellen Hilfe der Franzosen einen eigenen Motor konstruieren. Zwar gab es auch einen Auftrag, den Simca 1000 ein bisschen flotter zu machen (daraus entstand der Simca-Abarth 1150), doch da war auch noch ein 1300er geplant. Abarth vergrösserte den schon bestehenden Bialbero-Motor auf 1288 cm3 (Bohrung x Hub 76 x 71 mm). Mit einer Verdichtung von 10,4:1 und zwei Weber-45DCOE-Doppelvergasern kam das Maschinchen auf satte 125 PS bei 6000/min (das Drehzahllimit lag aber bei 7200/min…). Plattform, Getriebe, Lenkung und auch das Fahrwerk wurden vom Simca 1000 übernommen, die Karrosserie wurde von Mario Colucci gezeichnet und bei Odoardo Beccaris gleich ums Eck von den Abarth-Hallen am Corso Marche gebaut. Das Gerät, das nur gerade 630 Kilo wog, über eine Trockensumpf-Schmierung verfügte und bis zu 240 km/h schnell war, kostete stolze 3’300’000 Millionen Lire; einen braven Simca 1000 gab es für 935’000 Lire. Aber für den Rennsport waren diese Abarth Simca 1300 ihr Geld unbedingt wert. Sie fuhren in kurzer Zeit mehr als 90 Klassen- und Kategorien-Siege ein, inklusive jener von Möll.

Dieses Fahrzeug (Photos: ©Remi Dargegen) wurde nie restauriert und verfügt deshalb über eine einzigartige Patina.

Wir haben noch mehr.

Chassis-Nummer: 130S/0047

Auktion: Aguttes, Paris 2025, Schätzpreis 175’000 bis 225’000 Euro, mit diesen Informationen: «This Abarth Simca 1300 GT Bialbero is none other than a resident of the former Maranello Rosso Museum, created by the Italian collector Fabrizio Violati in 1989 in the principality of San Marino. Bringing together one of the finest Ferrari collections in the world, the Roman entrepreneur had, at the turn of the 2000s, enriched his museum with about forty Abarths, including chassis 130S/00047, which we are presenting today. When the museum closed in 2014, the entire collection was auctioned, creating a sensation among collectors worldwide. Purchased at that time by its current owner, the car had not run for many years. An intelligent restoration was then undertaken to preserve its authenticity. With a rich racing history, including the 1962 Targa Florio, the Palermo Monte Pellegrin in 1963 and 1964, and the Monza Coppa Intereuropa in 1965, this car is sold with an important set of spare parts, including two fully restored engines, one of which is original. Considerable investments were made to ensure that this car could race at the highest level, notably at Le Mans Classic in 2016, 2018, 2022, and 2023, where its performance, thanks to its dry-sump engine and twin-cam setup, was notable».

Ausserdem: 75 Jahre Abarth – die Übersicht. Und: das Buch.

1 kommentar

  1. Rainer Merlot Rainer Merlot

    Wunderbarer Artikel, wie uebrigens alle Abarth betreffend, mein Vater und ich waren damals schwer infiziert;-)
    Beste Gruesse aus Graubünden und weiterhin viiiiiiel Erfolg.
    Rainer

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