Diplomarbeit
Manchmal bringt so ein Studium der Fahrzeugtechnik ja tatsächlich etwas. Bei Herbert Funke und Philipp Will wurde aus der Diplomarbeit ein marktfähiges Konzept, das tatsächlich umgesetzt werden konnte. 1999 stellten sie auf der IAA den von Oliver Schweizer gestalteten «Young Engineers Sportcar» vor, eben, YES! Noch auf der Messe wurden 30 Fahrzeuge bestellt. Ab 2000 baute das Unternehmen Funke & Will dann im ostdeutschen Grossenhain die ersten Fahrzeuge zusammen, angetrieben von einem 1,8-Liter-VW-Motor mit 286 PS. Das winzige Ding, nur gerade 3,63 Meter lang und 585 Kilo schwer, ging in 4,1 Sekunden auf 100. 2006 wurde der YES! dann überarbeitet, etwas grösser (3,81 Meter) und mit mehr Sicherheitsausrüstung auch deutlich schwerer (890 Kilo), dafür auch mit dem VR6-Motor von Volkswagen ausgestattet, in der stärksten Variante 415 PS stark. Insgesamt sollen von beiden Serien etwa 200 Stück gebaut worden sein, 2009 ging die Funke & Will AG bankrott.



Die Oldtimer Galerie Toffen versteigert am 18. Oktober 2025 dieses Exemplar aus der zweiten Serie, also auch mit 3,2-Liter-Sechszylinder, hier aber mit moderaten 255 PS. Geschaltet wird manuell über 6 Gänge, das Fahrwerk lässt sich manuell einstellen. Dieses Exemplar gehörte zuletzt einer Dame, hat nur 15’500 Kilometer auf dem Tacho und befindet sich in ordentlichem Originalzustand. Erwartet werden 20’000 bis 25’000 Franken – das erscheint mehr als nur fair, die YES! sind selten, gut gemacht und bieten grossartigen Fahrspass.









Mehr aussergewöhnliche Fahrzeuge haben wir im Archiv.


Tja, so facettenreich war der Automobilbau noch vor nicht mal 20 Jahren. Schade, dass Yes! nicht überlebt hat. Irgendwie waren die Autos eine Spur weniger elitär, als andere deutsche Exoten, Wiesmann, Artega etc. Schrullig wie ein Engländer, aber weniger hemdsärmelig gebaut.
Den Motor habe ich mal besessen. Toller Klang und Drehmoment satt, dürfte bei unter einer Tonne ziemlich spaßig sein.
Konzept „Lotus Elise“ aber weniger „spartanisch“. War vermutlich vollkommend ausreichend um Spass zu haben und vieleicht wäre das Auto ein schöner Konkurent vom Boxster geworden.
„Fährt“ so in meiner persönlichen Wunschliga Alfa 4C, Alpine und Elise! Auf alle Fälle weg von den „adipösen Längsbeschleunigern“ und eher ein „Sportwagen“ im engeren Sinn.