Was wir so sehen
Zu gern flaniere ich durch die Stadt. Irgendeine, dafür stundenlang. Und manchmal, da sehe ich was; selbstverständlich auch Automobile. Schöne, grauenhafte, fragwürdige, klassische, ungepflegte, wilde Konfigurationen, üble Farben, fürchterliches Design. Darüber denk ich dann jeweils auch gern – wenn auch meist nur kurz – nach. Warum hat sich jemand genau dieses Auto gekauft? Wer könnte das sein? Was macht dieses Fahrzeug so ausser- oder einfach nur ganz gewöhnlich? Oder: möchte man in diesem Wagen gesehen werden? Geschichte, Design, Gerüchte – wir werden unter «bytheway» Platz finden für kurze Stories. Gibt es aber nur auf unserem Instagram-Kanal. Denn ja, da muss jetzt endlich einmal etwas passieren.
Und: Sie dürfen auch. Als Aufforderung an uns, einfach ein Bild schicken (ruch@pruductions.ch), aber unbedingt so seitlich. Vielleicht etwas Input dazu. Sie dürfen aber auch gleich einen eigenen Text schreiben, maximal 2000 Anschläge. Vielleicht finden wir ja so – Talente?


Hm. Insta. Vielleicht bin ich zu alt, zu wenig socialmedia-ish oder sonst komisch. Meine Morgenroutine läuft so: Duschen, 2 Espresso, 3 Zigaretten, schauen, was es auf radical-mag.com neues gibt, und dann ab an die Arbeit. Da brauch ich kein Insta. Auch nicht später am Tag. Aber, ich habe auch keine Wetter App, ich schau einfach aus dem Fenster und rate, was noch kommt. Komisch eben.
to be honest: Insta interessiert mich etwa so sehr wie TikTok, ich brauch es nicht, ich schau es nicht an, es ist mir komplett egal. aber ich muss halt immer wieder hoeren aus der Bransch, influenza X hat so viele follower da, die andere ein paar Tausend dort – und was hat radical? auch das geht mir eigentlich flockig a.A. vorbei – und trotzdem nervt es mich, verglichen zu werden mit diesen Laubbläsern/innen, deren Content in erster Linie aus einer vollen Bluse besteht. «bytheway» darf deshalb jetzt eine weitere kleine Spielwiese werden, die dann vielleicht da oder hoffentlich auch dort für ein Lächeln gut ist.
Ich lass die 3 Zigaretten weg und esse dafür drei Brote mit Honig und/oder Marmelade 😉
Wetter mach ich genauso und die (a)sozialen Medien boykottiere ich von Anfang an.
Ich schcke Herrn Ruch dann ein e-mail mit einem Foto als Anhang. Wird schon reichen?
Ich finde die Idee gut. Da muss ich dann in Zukunft aufmerksamer durch die Straßen gehen.
Zwei Espressi und drei Cigaretten, das klingt aber schon sehr existentialistisch…
Bei mir ist es dann eher eine halbe Kanne Darjeeling, Toast, Marmelade und eine Scheibe Vollkornbrot mit etwas Käse und danach eine Cigarette, das Ganze begleitet von FAZ, NZZ, Welt und, in der Tat, radical.
Die Wetterapp ist allerdings essentiell für mich, um die witterungstechnisch richtige Oberbekleidung sowie das zu nutzende Automobil entsprechend auszuwählen!
Wie die Vorredner schon schrieben – vermutlich ist die Zielgruppe von radical nur sehr bedingt deckungsgleich mit der Zielgruppe von Instagram.
Ich bin vermutlich eine von fünf Personen, die sich in der Schnittmenge befinden, ich habe einen Instagram-Account, nein, falsch, eigentlich nicht ich, sondern mein Alter Ego, zumeist geht es in der Tat um schöne Autos, Segelschiffe, etwas Architektur und etwas Kunst, mein Alter Ego schreibt alle paar Wochen mal einen Beitrag, zumeist mit einem Augenzwinkern, natürlich als international unterwegs seiender Influencer auf Englisch, postet niemals erkennbare Gesichter, photographiert niemals sein Nachtessen und nimmt das Ganze nicht sonderlich Ernst.
Allerdings folgt er auch einer Reihe von Personen und Accounts, Instagram ist eine nette Art, sich mit an ähnlichen Dingen interessierten Menschen auf eine unverbindliche Art auszutauschen.
Und:
Ein bißchen ist Instagram wie ein Autounfall auf der Gegenspur, eigentlich möchte man gar nicht hinschauen, aber die zum Teil unfaßbar peinliche und protzige Nabelschau einiger Personen dort ist dann doch irgendwie faszinierend…
Insofern:
Verdamme ich soziale Medien nicht vollumfänglich, sondern versuche einen vernünftigen Umgang mit ihnen zu pflegen, um nicht vollends zum selt- und einsamen Snob hinter hohen Bücherstapeln zu werden und freue mich auf kleine, gerne auch mal boshafte Kommentare über das, was man so am Wegesrand erspäht!
Sehr empfehlenswert auf „Insta“ übrigens auch: „Charging Tristesse!
Ach ja, dieses seltsame Gelb steht dem Titelporsche ziemlich gut, nur der Auspuff scheint mir etwas zu stark angeschwollen zu sein…