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Alfa RL Targa Florio

Pech im Spiel

Rennsport musste einfach sein nach dem 1. Weltkrieg. In riesigen Massen zog es die Zuschauer an die Rennstrecken, Rennsiege waren die beste Werbung. Mit dem RL, der 1921 auf den Markt gekommen war, hatte Alfa Romeo auch eine gute Basis für einen potenziellen Sieger, denn der von Giuseppe Merosi konstruierte Wagen mit seinem Reihen-Sechszylinder kam von Anfang an in zwei Versionen, als Normale (2916 cm3, 56 PS) und als Sport (2994 cm3, 71 PS). Das Fahrzeug, das als Alfa RL Targa Florio in die Geschichte eingang, hatte gegenüber dem Sport einen nochmals verkürzten Radstand (2,88 anstatt 3,14 Meter), und auch etwas mehr Pferdchen, deren 95.

Alfa RL Targa Florio - 4

Der Wagen, dessen Hubraum 3154 cm3 betrug, war von Anfang an siegfähig. Doch seinen grössten Auftritt hatte er an der Targa Florio von 1923, wo Ugo Sivocci den ersten von insgesamt 10 Siegen von Alfa Romeo bei diesem so legendären Rennen auf Sizilien nach Hause fahren konnte. Doch eigentlich schrieb nicht Sieger Sivocci Geschichte, sondern Alberto Ascari, der als Zweiter ins Ziel kam.

Alfa RL Targa Florio - 1

Es begab sich so: Ascari führte das Rennen souverän an, als in der letzten Runde kurz vor dem Ziel der Motor seinen Dienst quittierte. Ascari und sein beifahrender Mechaniker prügelten auf den Wagen ein, doch erst ein paar herbeigeeilte Alfa-Mechaniker konnten die Maschine wieder zum Leben erwecken. Ascari packte sie alle ins und aufs Auto, mit fünf Personen an Bord überquerte der Alfa als vermeintlicher Sieger die Ziellinie. Doch die Stewards – gab es schon damals – waren der Meinung, dies sei nicht reglementskonform, Ascari müsse mit seinem eigenen Mechaniker ins Ziel kommen. Also fuhr dieser auf der Rennstrecke zurück, konnte dort aber seinen Beifahrer nicht finden, deshalb packte er kurzerhand einen verdutzten Zuschauer in den Wagen und raste wieder ins Ziel. Für den Sieg reichte es aber nicht mehr, den holte wie erwähnt Sivocci.

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Es war dies übrigens auch aus anderen Gründen ein wichtiger Tag für Alfa Romeo. Denn nach dem Rennen pinselten die Mechaniker das «Quadrofoglio Verde», das vierblättrige Kleeblatt auf den Wagen von Ascari. Ob das Glückssymbol auch als Erinnerung an die vier Mechaniker in und auf Ascaris Fahrzeug dienen sollte, ist nicht mehr bekannt.

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Wir haben selbstverständlich mehr Alfa in unserem Archiv. Es ist dies ein weiterer Teil über unsere liebsten Ausstellungsstücke im Museo Storico von Alfa Romeo, wo wir kürzlich eine Nacht verbringen durften. Was wir schon hatten:
Alfa Romeo 6C 2500 Super Sport Villa d’Este.
Alfa Romeo 8C 2900 B Lungo.

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